Preview - Hitman: Absolution : Jeder ist ein Ziel

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Da sitzt man auf der gamescom in einer Präsentation zu Hitman: Absolution und erwartet, aufgewärmte E3-Kost vorgekaut zu bekommen. Aber nichts da, Square Enix haut direkt noch einen Batzen Informationen zu einem bisher unangekündigten Feature raus. Ein angemessener Trost, wurden Informationen zur PC-Version doch mit viel technischem Talk und einer Handvoll Screenshots eher enttäuschend abgefrühstückt.

Bei besagtem neuen Feature handelt es sich um einen Spielmodus, der speziell auf den Wiederspielwert von Hitman: Absolution abgestimmt ist. Das gute Stück nennt sich "Contracts" und passt natürlich perfekt zu dem, was ein erstklassiger Killer so zu tun hat. Ihr erhaltet nämlich Aufträge nebst Rahmenbedingungen und müsst diese erledigen und am Schluss das Einsatzgebiet unerkannt verlassen. Der Trick dabei: Die Aufträge werden nicht langweilig von der KI generiert, sondern die Spieler selbst können die Szenarien erstellen.

Dazu gibt es einen Create-Modus, der allerdings kein Editor in dem Sinne ist, wie man zunächst vermuten möchte. Stattdessen spielt ihr ein normales Level des Spiels in diesem Modus und alles, was ihr dabei tut, wird schlussendlich Bestandteil des Contracts. Das beginnt bei der Auswahl des Ziels, das irgendeine beliebige Person in dem Level sein kann, die ihr per Tastendruck markiert. Die Art und Weise, wie ihr dieses Ziel erledigt, wird ebenfalls Bestandteil des Auftrages, ebenso wie der Ausgang für die Flucht.

Habt ihr auf diese Art und Weise einen Contract erstellt, steht dieser für alle Spieler auf den Hitman-Servern zur Verfügung. Passend dazu gibt es für jeden Contract Ranglisten, in denen ihr euer Abschneiden mit dem eurer Freunde, oder anderer Spieler im eigenen Land oder weltweit vergleichen könnt. Eure erzielten Punktzahlen passen sich dabei den Gegebenheiten und euren Aktionen an. Seid ihr quasi besser als derjenige, der den Contract erstellt hat, gibt es Zusatzpunkte, beispielsweise für effizientere Spielweise oder höheres Tempo. Andersrum funktioniert das allerdings auch: Habt ihr „Stealth“ als Vorgabe im Contract und ihr benutzt eine Bombe oder sorgt anderweitig für Aufsehen, gehen eure Punkte schnell in den Keller, selbst wenn ihr euer Ziel erledigt und erfolgreich flüchtet.

Damit eure Mühen nicht umsonst sind, erhaltet ihr natürlich nach erfolgreichem Abschluss des Contracts eine Bezahlung. Die variiert je nach Schwierigkeit des Auftrages. Je komplizierter ein Auftrag ist, desto mehr Geld wandert im Erfolgsfall auf euer Konto. Das wiederum könnt ihr in Kleidung und Ausrüstung investieren, um eure zukünftigen Aufträge effizienter abzuschließen. So gibt es eine ganze Reihe von Waffen-Upgrades, aber auch Verkleidungen gehören zum Repertoire, die ihr vor dem Start eines Auftrags auswählen könnt. Im gezeigten Shangri-La-Level war eine Polizistenverkleidung von immensem Vorteil, um das Opfer ungesehen zu erreichen.

Weiterhin wurde uns das bekannte Library-Level gezeigt, allerdings in der besagten Contracts-Variante. Wie schon erwähnt, ist der Verlauf natürlich nicht immer derselbe, denn was zu tun ist, hängt ja von dem ab, was der Ersteller des Contracts festgelegt hat. Ihr erhaltet zu Beginn eine Auftragsbeschreibung mit den Zusatzwünschen des Auftraggebers, zum Beispiel das Ziel "stealthy" zu eliminieren. So war im gezeigten Level Sergeant Meyer als neue Zielperson markiert. Eine Büste geschnappt, diese kurz geworfen, um die anderen Polizisten abzulenken, und schon hat man freie Bahn, den Sergeant still und unbeobachtet zu erledigen. Bleibt zum Schluss noch die Flucht, wobei die Ausgangspunkte sich ebenfalls abhängig von der Spielweise des Erstellers von denen der normalen Level unterscheiden. Somit bietet also so ziemlich jeder Contract immer wieder neue Aufgaben und Situationen.

Technisch hinterließ auch der Contracts-Modus das gewohnt gute Bild. Vor allem die Lichteffekte wissen zu gefallen und bieten nicht nur jede Menge Atmosphäre, sondern unterstützen natürlich die heimliche Vorgehensweise des Hitman, der jeden Schatten effektiv nutzen kann. Auffällig war allerdings ein unübersehbares Tearing bei der gezeigten Version, das uns wesentlich stärker erschien als in früheren Präsentationen.

Fazit

Michael Zeis - Portraitvon Michael Zeis
Kaum denkt man, man wüsste schon alles über das neue Hitman, da überraschen uns die Entwickler doch noch mit einem sehr coolen neuen Feature. Die Contracts dürften für jede Menge Wiederspielwert sorgen. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, mir ein paar favorisierte Spielabschnitte im Create-Modus nach dem Durchspielen noch mal vorzuknöpfen und meinen Freunden neue Herausforderungen zu "basteln". Nebenbei bemerkt: Es war schön zu sehen, dass die Entwickler auch bei dieser Präsentation viel Wert auf schleichendes Vorgehen legten. Das macht Hoffnung, dass der so un-Hitman-mäßige E3-Nonnen-Trailer nicht dem entspricht, was uns im fertigen Spiel letztendlich erwartet. Denn was man als alter Hitman-Fan möchte, ist eben nicht einfach nur ein neuer Third-Person-Action-Shooter, sondern Level, die intelligentes Vorgehen erfordern. Bislang deutet fast alles darauf hin, dass die Entwickler uns genau das liefern werden. Und sollten sie doch einen zu starken Action-Fokus setzen, haben wir ja nun den Create-Modus, um uns die Level letztendlich so hinzubiegen, wie wir es wollen.

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