Test - Guitar Hero : Guitar Hero

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Nachdem das Genre der Musikspiele eine ganze Weile auf ausgetretenen Karaoke- und Tanzmatten-Pfaden herumdümpelte, kommt mal wieder frischer Wind ins Genre. Harmonix, die mit 'Frequency' und 'Amplitude' bereits einige interessante Musikspiele hinter sich haben, knallen euch nun die volle Breitseite des Rock vor die Mütze. Und weil es so schön ist, wird nicht mehr auf dem banalen PS2-Controller herumgehämmert, sondern ihr erhaltet mit dem Spiel auch gleich noch ein neues stilechtes Spielzeug – einen Spezial-Controller, der wie eine Gitarre geformt ist.

Gespielt wird 'Guitar Hero' mit besagtem Controller, der dem Spiel beiliegt. Der Controller ist prinzipiell wie eine Miniversion einer Gibson SG E-Gitarre geformt. Trotz der ungewohnt kleinen Größe im Vergleich zu einer echten Gitarre liegt der Controller gut in der Hand und ist auch nicht zu schwer, zumal ein Schultergurt vorhanden ist. Das Griffbrett besteht aus fünf verschiedenfarbigen Tasten, des Weiteren gibt es eine nach beiden Seiten bewegliche Kippleiste, welche die Saiten simuliert. Auch ein Tremolo-Hebel ist dabei, während die üblicherweise an einer E-Gitarre vorhandenen Regler hier mit Tasten für 'Start' und 'Select' belegt sind. Schlussendlich wurde außerdem noch ein Bewegungssensor integriert, da ihr manchmal den Gitarrenhals in bester Rocker-Manier nach oben neigen müsst. Angeschlossen wird das Ganze am Controller-Anschluss eurer PS2. Linkshänder dürfen sich auch gleich darüber freuen, dass der Controller seitenneutral designt ist und ihr in den Optionen auch eine Linkshänder-Einstellung für das Spiel findet. Der Controller selbst macht insgesamt einen recht robusten Eindruck.

Die Systematik des Spieles erinnert generell an andere Musikspiele. Um einen Ton zu spielen, müsst ihr rechtzeitig die farblich zur Anzeige auf dem Bildschirm passende Taste des Griffbretts drücken und gleichzeitig mit dem Kipphebel quasi die Saite anschlagen. Für längere Töne muss die Griffbrett-Taste gehalten werden, für Akkorde werden mehrere Tasten zugleich gehalten. Auch ausgefeiltere Möglichkeiten, wie Hammer-ons und Pull-offs, sind relativ authentisch, wenn auch mitunter etwas schwer spielbar umgesetzt und werden euch in einem kurzen, aber aussagekräftigen Tutorial vorgestellt – Übungsmöglichkeit inklusive.

Von der Garagen-Band zum Mega-Star

Das Spiel bietet im Grunde zwei Spiel-Modi. Im ’schnellen Spiel’ könnt ihr nach Wahl des Schwierigkeitsgrades zu einem Song eurer Wahl abrocken, wahlweise allein oder – sofern ein zweiter Controller vorhanden ist – mit einem Kumpel in wilden Gitarren-Duellen. Das Herzstück aber ist der Karriere-Modus, der vier Schwierigkeitsgrade bietet und innerhalb dieser eine sanfte Lernkurve bietet. Im einfachsten Modus benötigt ihr quasi nur drei der fünf Tasten, auch werdet ihr von allzu schnellen Tonwechseln und Akkordfolgen verschont, im mittleren Grad kommen schon vier Tasten und erste Akkorde zum Einsatz und so weiter. Wie in allen Graden arbeitet ihr euch vom Independent-Keller zur wahren Bühne hoch, wobei euch zu Beginn recht einfache Songs erwarten, die im Verlauf der Karriere zunehmend schwerer werden und euch langsam an komplexere Spielweisen heranführen. Neben der Auswahl eines Charakters, der auch jederzeit geändert werden kann, könnt ihr auch verschiedene Gitarren von Gibson auswählen, wie die berühmte Les Paul oder die Flying V.

Wer ohne großartige Vorkenntnisse gleich in die höheren Grade geht, erlebt sein blaues Wunder, doch wie fast überall gilt: Übung macht den Meister. Wer im mittleren Grad nicht klarkommt, sollte sich mal im leichten Grad austoben und wird schnell feststellen, dass nach komplettem Durchspielen desselben der nächsthöhere Schwierigkeitsgrad um einiges leichter fällt, da die Fingerfertigkeit mit der Zeit ordentlich geschult wird. Das tut auch Not, denn im höchsten Schwierigkeitsgrad kommen auch Profis erst mal ins Schwitzen. Dort ist der Einsatz von allen Tasten und somit auch allen Fingern der linken Hand gefragt, hinzu kommen komplexe Akkordfolgen sowie beinhart zu spielende Soli, die euch ein ums andere Mal die Finger verknoten werden. Hier hat nur der eine Chance, der alle andern Grade gemeistert hat und die Spieltechniken aus dem Effeff beherrscht. Was ich mir hier allerdings noch gewünscht hätte, wäre eine Möglichkeit, einzelne Passagen aus Songs üben zu können, ohne gleich den ganzen Song noch mal in die Mangel zu nehmen.

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