Test - Grandia 2 : Grandia 2

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Nachdem Dreamcast-Besitzer bereits seit gut einem Jahr die Abenteuer von 'Grandia 2' erleben dürfen, kommen nun neben PC-Usern auch PlayStation 2-Besitzer in den Genuss dieses Hitrollenspiels. Doch was hat sich seit der DC-Version getan und lohnt sich der Kauf für RPG-Fans und solche die es werden wollen?

Grandia 2
Ryudo und Skye: Auf zu neuen Abenteuern.

Es war einmal ...
Wie zahlreiche andere Rollenspiele, ist auch der Nachfolger des erfolgreichen PSone-Rollenspiels 'Grandia' in einer märchenhaften Welt angesiedelt, die euch im Renderintro etwas vorgestellt wird. Wir sehen riesige Wälder, zauberhafte Seen und weitreichende Gebirge. Allerdings gibt es auch hier den Konflikt zwischen Gut und Böse, der sogar beim finalen Duell angekommen ist. Während auf der Erde die Menschen gegen verschiedenste dämonische Tiere und fiese Kreaturen kämpfen, treffen im Weltall die beiden Götter Granas und Valmar aufeinander. Nach einem harten Gefecht gewinnt schlussendlich der helle gute Gott Granas die Oberhand und schmettert den bösen Valmar in ein magisches Verlies, wobei allerdings ein riesiger Energieblitz auf die Erde trifft und sie halbiert.

Viele Jahre sind seither vergangen, allerdings wimmeln die Wälder und Berge immer noch vor Feinden. Da kommt nun der Held des Spiels namens Ryudo zum Zug, denn er ist ein verwegener Söldner - ein so genannter Geohund. Begleitet wird er von einem weißen Adler namens Skye, der seinen Gefährten mehr oder weniger mit Rat und Tat zur Seite steht. Meist nervt er allerdings den griesgrämigen und harten Ryudo mit altklugen Sprüchen. Er ist weit im Land bekannt für seine Kampfmoral und dass er jeden Auftrag mit Bravour löst. Trotzdem wird er - wie alle Geohund - von der Bevölkerung gemieden und ist unbeliebt, was ihn aber wenig stört: Hauptsache der Lohn für die Arbeit stimmt. So ziehen Ryudo und Skye durch die Welt und erleben zahlreiche Abenteuer, bis sie eines Tages einen Brief erhalten.

Darin werden die beiden Helden gebeten, in den kleinen Ort Carbo zu kommen, wo auf sie ein lukrativer Auftrag warte. Auf dem kurzen Weg dahin durch eine Waldlandschaft übernehmt ihr schon die Steuerung von Ryudo und werdet auch schon in einige Kämpfe verwickelt. Auch wenn es kein Tutorial zu Beginn gibt, dürftet ihr mit den einfachen Gefechten kaum Probleme haben. Schon bald trefft ihr in Carbo ein - ein lebendiges Städtchen voller Leute, mit denen ihr euch unterhalten könnt. Im Zentrum steht allerdings eine Kirche, wo ihr zum ersten Mal auf Prinzessin Elena trefft. Die Priesterin mit ihrer bezaubernden Stimme stößt beim verschlossenen und rauhen Ryudo allerdings zunächst auf wenig Begeisterung. Diese fällt ins Bodenlose, als er vom Hohepriester von Carbo erfährt, dass er Elenas Bodyguard sein soll. Sie muss abends zu einer wichtigen Zeremonie durch den gefährlichen Wald zu einem geheimnisvollen Turm gebracht werden.

Grandia 2
In den Kämpfen lasst ihr es so richtig krachen.

Widerwillig nimmt Ryudo den Auftrag an, zumal dieser vermeintlich einfache Job gut bezahlt wird. In der Nacht macht sich das ungleiche Paar auf den Weg und muss einige Kämpfe überstehen - glücklicherweise weiß sich Elena recht gut im Gefecht zu behaupten. Beim geheimnisvollen Turm angekommen, trifft sie auf ihre Gefährtinnen und sie betreten das Gebäude, um die wichtige Zeremonie durchzuführen. Mit ihr soll der böse Gott Valmar, der aus seinem Gefängnis auszubrechen droht, endgültig besiegt werden. Doch der draußen wartende Ryudo ahnt nichts Gutes und stürmt schlussendlich, nachdem er einen Schrei vernimmt, in den Turm, wo er auf ein komplexes Labyrinth, fiese Gegner und tote Priesterinnen trifft - da scheint etwas arg schief gelaufen zu sein! Im Tempelraum angekommen, sieht der Held Elena mit schwarzen Flügeln am Rücken in einem riesigen Energieball - noch rechtzeitig kann er sie aber befreien. Zurück im Dorf erfährt Ryudo, dass Elena von Valmar besessen ist und dass dieser böse Gott aufgrund der missglückten Zeremonie kurz vor seiner Wiedergeburt steht. Ryudo beschließt, Elena auf ihrem beschwerlichen Weg in die Hauptstadt zu begleiten, wo sie vielleicht vom Grana-Hohepriester gerettet werden kann. Doch bis dahin und darüber hinaus erwarten Ryudo und Elena zahlreiche Gefahren, Prüfungen und Abenteuer.

Japano-Rollenspiel mit ungewöhnlichem Kampfystem
Diese bereits zu Beginn sehr detaillierte und abgesehen von typischen, klischierten japanischen Rollenspiel-Charakteren recht originelle Story wird zum Grösstenteil mittels Dialogen und einigen kurzen Zwischensequenzen in Spielgrafik gezeigt. Tatsächlich gibt es auch Rendersequenzen, doch die sind sehr selten anzutreffen. Ihr steuert stets den grummeligen, verschlossenen Helden Ryudo durch die gefahrvollen Wälder, Bergpässe, Täler, Ruinen, Dungeons, Schneelandschaften oder Städte und müsst neben diversen Dialogen mit anderen Charakteren natürlich vor allem die unterschiedlichsten Gegner bekämpfen. Dabei ist Ryudo aber nicht auf sich alleine gestellt, sondern hat bis zu drei Gefährten auf seiner Seite, die natürlich alle mit individuellen Stärken, Schwächen, Fähigkeiten und Bewaffnung aufwarten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rollenspielen könnt ihr die Feinde stets sehen, so dass ihr oft den Kämpfen ausweichen könnt. Dies ist allerdings nur selten zu empfehlen, denn so entgehen euch wichtige Skillpoints, mit denen ihr in höhere Levels aufsteigt und so stärker kämpfen könnt. Diese Feinde bewegen sich frei im Level und blinken beim Angreifen rot, wenn sie eure Figur entdeckt haben. Schleicht ihr euch aber in deren Rücken und berührt sie, habt ihr im folgenden Kampf die erste Attacke auf eurer Seite.

Grandia 2
Die Shops bieten gegen Bares allerlei hilfreiche Items.

Mit der Berührung solch eines Gegners schaltet das Spiel in den Kampfmodus, in dem Ryudo mit seinem Trupp oft gleich auf mehrere feindliche Kreaturen wie Riesenspinnen oder monströse Dämonen trifft. Der Kampf ist bei 'Grandia 2' sehr originell ausgefallen, denn es handelt sich um eine Mischung aus auf Runden basierenden Gefechten und Action-Elementen. An einer Anzeige wird quasi in Form einer Rennstrecke dargestellt, welche eurer Figuren und welcher Gegner einen Angriff wählen kann und wann die Aktion ausgeführt wird - natürlich braucht ein bloßer Schwertschlag weniger Vorbereitungszeit als ein komplizierter Zauberspruch. Die besondere Würze erhält dieses System mit Spezialangriffen und Magieattacken, denn wenn diese den Gegner treffen, wird er auf die 'Rennstrecke' zurückgeworfen; bereitet er gerade selber einen Angriff vor, verpufft diese Attacke sogar wirkungslos. Obwohl dies an sich schon recht komplex und etwas chaotisch ist, kommt noch eine weitere Komponente hinzu, den die Charaktere bewegen sich teils recht unkoordiniert über das Feld bei ihren Angriffen, so dass man durchaus auch noch die Laufzeit zum Gegner mit einberechnen muss, um solche Angriffe genau zeitlich abzustimmen. Wer dieses zwar komplizierte aber spaßige Kampfsystem, das mit etwas Übung auch von Genre-Neulingen leicht beherrscht werden kann, einmal im Griff hat, der kann gezielt gegnerische Angriffe abfangen, eigene Attacken starten und dabei noch Items oder Heilzauber einsetzen.

 

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