Test

Grand Theft Auto V

Das ultimative Spiel? Fast!

  • PS3
  • X360

Seit seiner Ankündigung ist GTA V in aller Munde. Kaum ein Spieler, der nicht auf den neuen Geniestreich der Open-World-Spezialisten von Rockstar wartet. Schon bevor das Spiel überhaupt auf dem Markt ist, deuten alle Zeichen darauf hin, dass die 25 Millionen verkauften Exemplare des Vorgängers nochmals übertroffen werden. Und nachdem seit Kurzem bekannt ist, dass GTA V das bisher teuerste Spiel aller Zeiten ist, bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Kann der Titel den immens hohen Erwartungen überhaupt noch gerecht werden?

In GTA V dreht sich alles um drei Charaktere: Michael, Franklin und Trevor. Michael war einmal ein Ganove, schiebt nun aber im Zeugenschutz eine ruhige Kugel. Vermeintlich, denn das schicke Haus kann nicht über seine Midlife-Krise hinwegtäuschen. Sohnemann ist strunzfaul und beschäftigt sich am liebsten damit, sich einen von der Palme zu wedeln oder einen auf dicke Hose zu machen. Töchterchen will ein Star werden und setzt dazu jeden erdenklichen Körperteil ein und die Dame des Hauses poppt sich quer durch Los Santos. Das wiederum führt in einer Kette von Ereignisse dazu, dass Michael auf Franklin trifft.

Grand Theft Auto V Bild 1Grand Theft Auto V Bild 2Grand Theft Auto V Bild 3

Trio infernale

Franklin lebt im Ghetto und teilt sich eine kleine Bruchbude mit seiner durchgeknallten Tante, die mit ihren feministischen Freundinnen nach Selbstfindung sucht. Um dem zu entgehen, schlägt er sich mit kleinen Gaunereien mit seinen Homies durch oder beschäftigt sich mit der Rückführung unbezahlter Autos für einen zwielichtigen Autohändler. Auch nicht gerade ein erfülltes Leben also. Bleibt noch Trevor, der etwas später auf Basis der gemeinsamen Vergangenheit mit Michael ins Spiel kommt. Trevor ist komplett durchgeknallter Trailer-Trash, der irgendwo zwischen Hillbillies in der Wüste versucht, sein Meth-Labor gegen Gangs und Rivalen zu verteidigen. Dabei kommt ihm sein Hang zu Gewaltausbrüchen übelster Art durchaus entgegen, obwohl im Grunde schon sein Mangel an Hygiene reichen würde, jeden Gegner in die Flucht zu schlagen.

Als diese drei abstrusen Figuren zusammenkommen, wird schnell klar, dass es hier richtig zur Sache gehen wird. Die übergreifende Handlung ist nicht gerade übermäßig originell, erzählt aber eine gute und packende Gangster-Geschichte und bildet damit den Rahmen für ein ganzes Bündel an Missionen in Los Santos und Umgebung. Interessant dabei ist, dass ihr nicht nur eine Figur spielt, sondern alle drei im Wechsel. In Hauptmissionen geschieht dieser Wechsel zumeist an vorgegebenen Stellen. Abseits davon könnt ihr jederzeit zwischen den Charakteren wechseln und deren Dasein mit individuellen Nebenmissionen und Aktivitäten erleben.

Grand Theft Auto V - Video Review

Auf Raubzug

Die Hauptmissionen treiben die Handlung voran, meist sind hier alle drei gemeinsam unterwegs, garniert mit vielen Dialogsequenzen. Das Verhältnis der drei zueinander wird richtig gut in Szene gesetzt, die Gegensätze kommen gut zur Geltung und die Jungs bleiben nicht oberflächlich. Ihr steuert natürlich immer nur eine Figur, müsst oder könnt aber zuweilen wechseln. Mit dabei sind große Raubzüge, die diesmal etwas anders aufgebaut sind als in den Vorgängern. Ihr absolviert diese nämlich nicht in einer großen Mission, sondern erlebt sie wie im „richtigen“ Leben von der Planung bis zur Flucht.

Will heißen, ihr macht euch mit den Grundbedingungen vertraut und erkundet die Örtlichkeiten. Dann geht es an die Tafel zur Planung. Hierbei werden euch zwei Alternativen zur Lösung der Mission geboten, meist eine subtile und eine brachiale. Abhängig davon ergeben sich Vorbereitungsmissionen, wie das Beschaffen von Waffen, Verkleidungen oder Fahrzeugen. Erst wenn das alles erledigt ist, geht es an die eigentliche Mission entsprechend der Vorplanung. Ihr könnt sogar Crew-Mitglieder anheuern, die je nach Qualifikation unterschiedliche Anteile an der Beute fordern. Wer GTA V also nur einmal durchspielt, wird nicht alle Varianten der großen Überfälle erleben.

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