Test - Grand Theft Auto V : Drei Gauner in neuem Glanz

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Eins kann man Rockstar sicherlich nicht vorwerfen, nämlich dass die Entwickler sich zu wenig Zeit für ihre Spiele lassen. Auch die Überarbeitung von GTA V für PS4 und Xbox One wurde nicht mit der heißen Nadel gestrickt, sondern in aufwendiger Kleinarbeit umgesetzt. Das Ergebnis ist nun endlich verfügbar und verhilft dem Action-Klassiker zu einem funkelnden neuen Gewand. Und sogar für einige nette Accessoires hat es noch gereicht. Ein Galaauftritt für Trevor, Michael und Franklin?

Wer nicht die letzten 12 Monate unter einem Stein gelebt hat, der weiß, worum es in GTA V geht, weswegen wir die inhaltlichen Aspekte gar nicht erst neu aufrollen wollen. Wer eine Auffrischung braucht, kann sich gern mit dem Test der „alten“ Versionen aus dem vergangenen Jahr beschäftigen. Inhaltlich hat sich nämlich herzlich wenig geändert, abgesehen davon, dass einige Aspekte der Updates für GTA Online ebenso ihren Weg ins Spiel oder besser in die Waffenkammern und Garagen gefunden haben wie Kleidung, Tattoos und Frisuren. Natürlich abgesehen von der neuen Mordserienmission für Michael, die Umsteigern von den alten Konsolen neben anderem als kleiner Anreiz zur Verfügung steht.

GTA aus neuem Blickwinkel

Spielerische Neuerungen gibt es aber dennoch, allen voran die Einführung der optionalen First-Person-Perspektive. In die neue Perspektive könnt ihr jederzeit per Knopfdruck wechseln oder ihr trefft entsprechende Voreinstellungen in den Optionen. Praktischerweise ist es dort möglich, unterschiedliche Ansichten für verschiedene Aspekte einzustellen. Wer also gern in First-Person-Ansicht ballern möchte, aber Deckung und Fahrzeugsteuerung aus der Third-Person-Perspektive erleben will, kann das gern tun. Freies Zielen ist in allen Ansichten ebenso möglich wie automatisches Zielen – Zwischenstufen sind ebenfalls vorhanden. Rockstar hat sich bei der Umsetzung viel Mühe gegeben und nicht einfach nur den Blickwinkel geändert, sondern quasi alles für die First-Person-Ansicht neu angepasst – inklusive eines dicken Batzens neuer Animationen.

Für die Autos und alle anderen Vehikel hat Rockstar entsprechend eine Cockpit-Ansicht spendiert, wobei tatsächlich alle Fahrzeuge über unterschiedliche Cockpits mit funktionierenden Instrumenten verfügen. Und das Autoradio zeigt tatsächlich euren gewählten Sender an. Das alles funktioniert prima, egal ob zu Fuß oder in einem Vehikel. Über die Sinnhaftigkeit der Cockpit-Ansicht kann man sich streiten, gerade bei Verfolgungsjagden im dichten Verkehr ist die fehlende Übersicht eher hinderlich. Allerdings steigt der Adrenalinpegel enorm, wenn man mit dem Motorrad aus dieser Ansicht durch die Pampa jagt oder ihr bei jeder rasenden Fahrt in der Stadt damit rechnen müsst, dass euch von links oder rechts ein Fahrzeug rammt, das ihr nicht im Blickwinkel hattet. Insgesamt liefert die Ego-Perspektive beziehungsweise die möglichen Mischungen ein ganz neues Spielerlebnis.

Steuerungsvarianten

Kleinere Überarbeitungen wurden an der Steuerung vorgenommen, teils auch in Zusammenhang mit der neuen Ansicht. Es gibt Unmengen an kleinen Detaileinstellungen, dazu kommen neue Voreinstellungen für die Controller-Belegung – sogar für Linkshänder. So könnt ihr nun Granaten per Knopfdruck werfen, ohne diese zuvor extra im Waffenmenü ausrüsten zu müssen. Ihr könnt die Empfindlichkeiten anpassen, es gibt mittlerweile vier verschiedene Zielmodi und speziell für die Egoperspektive angepasste Steuerungsvarianten. Alles in allem eine überaus runde Angelegenheit, so ziemlich jeder Spieler dürfte hier Möglichkeiten finden, Ansichten und Steuerung an seinen eigenen Geschmack anzupassen.

Grand Theft Auto V - PS4 vs. PS3 Comparison Trailer
In einem neuen Trailer vergleich Rockstar die Grafik der PS3- und PS4-Version von Grand Theft Auto V und zeigt entsprechende Verbesserungen auf.

Käufer der PS4-Version können sich über eine gute Einbindung der Controller-Funktionen freuen. So leuchtet die Lampe am Controller in Abhängigkeit davon, welcher der drei Charaktere ausgewählt ist. Wird nach euch gefahndet, blinkt die Funzel im Sirenenlicht. Per Druck auf das Touchpad wechselt ihr die Ansicht, mit Wischen über das Pad eure Radiosender oder eure Waffen. Von den Radiosendern gibt es derweil einige mehr, aufgefüllt mit um die 150 neuen Liedern. Selbst die Lautsprecher des Controllers werden genutzt. Bei Handy-Gesprächen schallt die Stimme des Teilnehmers ebenso aus dem Controller wie der Funkverkehr der Herren Gesetzeshüter – ein netter Effekt.

Apropos Handy: Das wird nicht mehr als 2-D-Tapete dargestellt, sondern ist nun ein 3-D-Objekt, das ihr in der Hand haltet. Das Handy hat einige neue Funktionen bekommen, darunter ein Selfie-Modus, der wohl für einige hübsche Fotos aus der Community sorgen dürfte. Natürlich mangelt es dabei nicht an Effekten, Rahmen und selbst unterschiedliche Gesichtsausdrücke sind eine Option. Das aus GTA Online bekannte Interaktionsmenü ist übrigens jetzt ebenfalls im Story-Modus verfügbar und bietet euch schnellen Zugriff auf Inventar oder GPS, ohne erst ins Menü wechseln zu müssen. Praktisch.