Preview - Gran Turismo Sport : Sonys Rennspektakel mit 4K-Panorama und VR

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Nach langer Entwicklungszeit enthüllt Serienvater Kazunori Yamauchi endlich seine heiß erwartete Rennsimulation für die PlayStation 4: Gran Turismo Sport will Einsteiger wie Fortgeschrittene mit einem automobilen Erlebnis der Extraklasse abholen. Ein ausgiebiges Probespiel der fast fertigen Version klärt auf, ob er auf dem richtigen Weg ist.

Fans der Gran-Turismo-Serie haben es wahrlich nicht leicht, schließlich werden sie immer wieder mit langen Wartezeiten und Terminverschiebungen geplagt. Die letzte Episode, Gran Turismo 6 ist, schon fast vier Jahre alt und damals nur für die PS3 erschienen. Schon 2016 wurde der kommende Teil zweimal verschoben. Doch Chefentwickler Kazunori Yamauchi ist ein Visionär, der sich seine Zeit nimmt, egal was kommt. Letztlich hatte er ein Einsehen, denn sein neuestes Baby Gran Turismo Sport biegt im Oktober auf die Zielgerade ein.

Obwohl dem Spiel die „7“ im Namen fehlt, erwartet euch ein vollwertiger Serienteil samt Kampagne, großem Online-Modus und individuellen Rennen. Ein weiteres Merkmal der Reihe bildet die ausgereifte Technik. Schon die frühen Gran-Turismo-Episoden auf PSone und PS2 reizten die Hardware aufs Maximum aus. Entsprechend zeitgemäß präsentiert sich GT Sport nun mit 4K-Auflösung. Eine PS4 Pro ist dafür Voraussetzung, denn auf der normalen PS4 läuft das Geschehen in 1080p. Beide Plattformen gefallen jedoch mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde.

Minimale Kompromisse

Auf PS4 Pro erwartet euch keine echte 4K-Auflösung von vollen 3.840 x 2.160 Pixeln. Stattdessen kommt das sogenannte Checkerboard-Verfahren zum Einsatz, das das berechnete Bild von der 1800p-Auflösung hochskaliert. Das Endergebnis beeindruckt dennoch und ist von nativem 4K kaum zu unterscheiden.

Bereits im Menü zeigt GT Sport seine grafischen Muskeln, denn die über 150 Autos im Fuhrpark wirken nahezu fotorealistisch. Verfügt ihr über einen HDR-fähigen Fernseher, erstrahlt ihr Lack mit einem noch nie gesehenen, satten Farbumfang. Die schicken Karossen mit 300.000 Polygonen wirken plastisch wie in keinem anderen Rennspiel – und auf der Strecke glänzen die Wagen im virtuellen Sonnenlicht gleich doppelt so schön. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten.

Vor jedem Rennen wählt ihr eine vorbestimmte Tageszeit aus, die sich nicht verändert. Auch die Witterung bleibt fix – egal ob Sonne oder Regen. Zwar sehen die originalgetreuen Rennkurse durchweg überzeugend aus, doch die starren Ausgangsbedingungen überraschen. Das macht die Konkurrenz wie Project Cars 2 deutlich besser, denn dort besitzt jede Strecke dynamische Wetterverhältnisse sowie einen Tagesverlauf in Echtzeit oder mit Zeitraffer.

Rasen am Limit

In den ausgiebigen Proberunden bei Sony in Frankfurt wird schnell klar: Das serientypische Fahrverhalten bleibt sich treu, ist aber stark überarbeitet worden. Die Wagen reagieren nachvollziehbar auf Lenk- oder Bremsmanöver. Man merkt genau, wie das Fahrwerk arbeitet – vor allem mit einem Force-Feedback-Lenkrad, das euch jede Unebenheit des Asphalts spüren lässt.

Allerdings fehlt das letzte Quäntchen Kompromisslosigkeit. Trotz seines Anspruchs ist Gran Turismo Sport nicht vollends auf Realismus getrimmt. Diesen Platz muss das Spiel den Rivalen Project Cars und Assetto Corsa überlassen. Man merkt, dass sich die Wagen etwas gutmütiger verhalten. Das kommt Einsteigern entgegen, die schneller Erfolge feiern. Sie freuen sich auch über Fahrhilfen vom Bremsassistenten bis zur Traktionskontrolle. Dennoch machen es einem die KI-Gegner nicht leicht, denn die gewohnt störrischen Kameraden machen fast nie Platz.

Ausfahrten mit 360°

Mit PlayStation VR erlebt ihr das Geschehen mit Mittendringefühl. Vor allem mit einem Cabrio genießen Spieler eine sagenhafte Aussicht, die hardwarebedingt jedoch weniger scharf ausfällt. Leider sind nicht alle Pisten in VR befahrbar. Zudem lässt sich in VR nicht mehr als ein Gegner auf der Piste blicken. Umso mehr beeindrucken die originalgetreuen Cockpits mitsamt originalgetreuem Interieur.

Abseits der herkömmlichen Asphaltrennen ist weitaus mehr Können gefragt, nämlich auf Schotter. Auf Offroad-Rundkursen heizt ihr zwar nur gegen einen einzelnen Kontrahenten um die Wette, allerdings stellt sich das eigene Vehikel bei übermäßigem Gaspedaleinsatz schnell quer, genauso wie bei den Rallye-Wettbewerben der Serienvorgänger.

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Erklimmt die Karriereleiter

Anders als ursprünglich angekündigt enthält Gran Turismo Sport einen vollwertigen Karrieremodus mit etwa 140 bis 150 Events. Hier gibt es jedoch keine normalen Rennen, sondern Fahrprüfungen. Wie in den vorigen Teilen stellt ihr euch zunächst der Fahrschule mit simplen Übungen, dann knackigeren Missionsherausforderungen sowie der „Circuit Experience“. Darin sollt ihr bestimmte Streckenabschnitte exakt durchfahren und Bestzeiten aufstellen.

Den eigentlichen Spielkern bildet der Sportmodus, in dem ihr online gegeneinander antretet. In sechs Wagenkategorien liefert ihr euch Onlineduelle um Rennsiege. Für jeden gefahrenen Kilometer erntet ihr Geld sowie Rufpunkte. Eurem Können entsprechend geratet ihr immer an passende Gegner auf demselben Niveau. Fortgeschrittene gehen beim Nationen- oder Hersteller-Cup an den Start, wo ihr für euer eigenes Land respektive eure Lieblingsmarke in Onlinesaisons um die Wette fahrt.

Dank der Kooperation mit dem Automobilverband FIA sollen die Veranstaltungen möglichst fair für jeden Teilnehmer ablaufen. Dafür sorgt einerseits ein Strafsystem, das rüdes Fahren ahndet. Andererseits kommt bei Gefahrensituationen auch ein Safety-Car zum Einsatz. Bei den zahlreichen Online-Cups ergattern Profis sogar ihre virtuelle Rennlizenz und treten zu weltweiten Ausscheidungen an, die auch übertragen werden sollen.

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