Test - GoldenEye: Rogue Agent (DS) : GoldenEye: Rogue Agent (DS)

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Einmal nicht der Held, sondern so ein richtig fieser 007-Widersacher sein. Diesen unmoralischen Traum machte im vergangenen Herbst ’GoldenEye: Rogue Agent’ auf den stationären Konsolen möglich. Nun folgt die DS-Variante - wir haben überprüft, ob man in der portablen Version genauso böse sein darf.

'GoldenEye' für das Nintendo 64 genießt noch heute den Ruf, einer der besten Konsolen-Shooter zu sein. Im letzten Herbst versuchte Electronic Arts, auf PlayStation 2, Xbox und GameCube mit 'GoldenEye: Rogue Agent' an den Erfolg des Originals anzuknüpfen – und scheiterte. Ein paar Monate verspätet ist nun auch die DS-Umsetzung im Handel erhältlich, die ihrem Konsolenvorbild aber leider ein bisschen zu sehr ähnelt.

Agent außer Dienst

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ihr schlüpft in die Rolle eines ausgemusterten MI6-Agenten, der sich nach der Demütigung durch den britischen Geheimdienst auf die Gegenseite schlägt und von nun an gemeinsam mit Bösewicht Goldfinger gegen Fiesling Dr. No kämpft. Der Vorteil des Söldnerlebens: Ihr braucht keine Gedanken an Ethik und Moral verschwenden, sondern könnt auf alles ballern, das sich bewegt. Im Gegensatz zu allen anderen Bond-Spielen ist 'GoldenEye: Rogue Agent' daher auch kein Action-Adventure sondern ein simpler Ego-Shooter.

Euer Abenteuer führt euch ins Innere von Fort Knox, zu Auric Enterprises, nach Hongkong sowie an drei weitere Schauplätze – für ein Vollpreisspiel viel zu wenig! Die gerade einmal sechs Missionen könnt ihr problemlos in rund drei Stunden absolvieren, auch wenn der Schwierigkeitsgrad mitunter enorm hoch ist. Das Leveldesign der DS-Version orientiert sich im Wesentlichen am Konsolenoriginal, obwohl die langweiligen und abwechslungsarmen Umgebungen schon dort nicht überzeugen konnten. So ballert ihr euch überwiegend durch enge Gänge und kahle Räume, sucht vergeblich Anspruch und Überraschungen. Auch die künstliche Intelligenz der Gegner weiß nicht im Geringsten zu überzeugen: Sie stellen sich entweder direkt vor euch oder rennen zwischen zwei Punkten vorhersehbar hin und her. Positiv fällt hingegen auf, dass ihr jederzeit zwei verschiedene Waffen tragen und getrennt abfeuern könnt, was ein wenig taktisches Denken mit sich bringt: Bleibe ich bei meiner MP oder nehme ich lieber ein paar Granaten auf? Das GoldenEye-Feature, welches euch zum Beispiel einen magnetischen Schutzschild aktivieren lässt, ist allerdings relativ belanglos.

Was 'GoldenEye: Rogue Agent' vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit rettet, ist der vergleichsweise gelungene Multiplayer-Part: Bis zu acht Spieler dürfen sich gemeinsam über die WiFi-Funktion des DS auf drei Maps austoben. Keine besonders große Auswahl, doch hier kommt bei entsprechend starken Kontrahenten deutlich mehr Spielspaß und Action auf als in der Singleplayer-Kampagne.

Zielen schwer gemacht

Eine der größten Schwächen von 'GoldenEye: Rogue Agent' ist die Steuerung. Insgesamt vier verschiedene Varianten haben die Entwickler eingebaut, doch im Grunde ist nur eine davon wirklich brauchbar: Mit dem Steuerkreuz bewegt ihr euch vor- und seitwärts, mit den vier Buttons auf der rechten Seite des DS lenkt ihr das Fadenkreuz. Die Waffen werden über die Schultertasten abgefeuert. Alternativ könnt ihr auch Stylus oder Daumenschlaufe zur Steuerung verwenden, was das Zielen zwar ein wenig einfacher, das Navigieren aber deutlich schwieriger macht. Einmal mehr fällt auf, dass dem DS ein Analogstick wirklich gut getan hätte. Auch die Auswahl der GoldenEye-Spezialfähigkeiten via Touchscreen ist nicht sonderlich intelligent gelöst.

Was die Grafik angeht, gibt sich das Spiel dagegen keine Blöße: 'GoldenEye: Rogue Agent' erreicht ein ähnliches Niveau wie sein N64-Vorbild, die Framerate ist konstant ausreichend hoch. Lediglich die recht blassen Levels fallen negativ auf – was jedoch eher eine Designschwäche als ein technischer Mangel ist. Richtig schlecht ist allerdings der Sound: Musik sowie Effekte krächzen geradezu aus den Lautsprechern und sind beinahe unerträglich.

Fazit

von Fabian Walden
'GoldenEye: Rogue Agent' ist eine Enttäuschung: Zwar beweist das Spiel, dass Ego-Shooter mit flüssiger 3D-Grafik auf dem DS durchaus möglich sind, doch das Gameplay und auch die sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung lassen wenig Spielspaß aufkommen. Hoffen wir lieber auf eine Umsetzung des originalen N64-'GoldenEye'!

Überblick

Pro

  • flüssige 3D-Grafik
  • cooles Zwei-Waffen-Feature
  • ansprechender Multiplayer-Part

Contra

  • langweiliges Leveldesign
  • schwache KI
  • mäßige Steuerung
  • hoher Schwierigkeitsgrad
  • geringer Umfang
  • übler Sound

Wertung

  • DS(i)
    61
    %

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