Test - Gigabyte P34W v5 : Handliches Gaming-Notebook im Test

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Schaut man sich Gaming-Notebooks an, fragt man sich nicht selten nach dem Sinn und Zweck. Viele Zockerflundern sind derart massiv, dass man sie nur nach ausgiebigem Krafttraining durch die Gegend wuchten kann und sind eher für den stationären Einsatz geeignet. Das P34W v5 von Gigabyte hingegen ist mit gerade mal 1.700 Gramm ein echtes Fliegengewicht und eigentlich bestens geeignet fürs gepflegte Daddeln unterwegs. Doch schafft der Zwerg auch die nötige Leistung?

Das anthrazitfarbene Alugehäuse des P34W ist vor allem eins: unspektakulär. Wer nach stylischem Gaming-Design sucht, ist bei diesem Notebook an der falschen Adresse. Das geringe Gewicht kombiniert mit den ebenso platzsparenden Abmessungen verlockt gerade dazu, das gute Stück in den Rucksack zu stopfen, wenn es auf Reisen geht. Auch die Tastatur ist nichts Besonderes und kommt komplett ohne Extras oder Makrotasten aus. Purer Standard mit einem soliden Touchpad, dessen Tasten allerdings sehr schwammig geraten und uns in der Bedienung zu weich sind. Wir empfehlen eine zusätzliche Maus zum Zocken.

Leistungsfähige Spieleausstattung

Trotz der überschaubaren Abmessungen werkelt eine Menge Leistung in dem Zwerg, der in unserer Testkonfiguration mit etwa 1.700 Euro zu Buche schlägt. Das kräftige Herz bildet die Intel Core i7-6700HQ CPU, die auf 2,6 Ghz getaktet ist – mit einem Turbo bis 3,5 Ghz. Das stellt keinen Quantensprung zum vorherigen 4720HQ dar, ist aber auf jeden Fall für alle aktuellen Spiele völlig ausreichend. Unterstützt wird die CPU von 16 GB DDR4-RAM.

Eine GeForce GTX 970M mit 3 GB RAM soll für Grafikpower sorgen, ein wenig knapp für aufwendigere Titel, wir hätten uns 4 GB gewünscht. Die Karte schickt ihre Polygone auf ein 14-Zoll-Display mit einer nativen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. An sich etwas zu viel für ein derart kleines Display, zumal die Grafikkarte für Spiele unter dieser Auflösung nur mit starken Einbußen bei den Grafikeinstellungen ausreichend ist.

Display mit Schwächen, Ausstattung Standard

Auch ein Wermutstropfen: Das Display arbeitet nur mit 60 Hertz, zudem gibt es kein G-Sync. Sehr schade. Statt der hohen Auflösung wäre ohnehin etwas mehr Güte schön gewesen. Das Display verfügt zwar über eine überzeugende Farbdarstellung, Kontrast und Helligkeit sind allerdings eher Durchschnitt. Dafür wurde beim Speicher nicht gegeizt. In unserem Modell arbeitet eine Samsung-SSD mit 256 GB (optional sind auch 512 GB zu haben) und als zweites Laufwerk eine 1 TB HDD von Western Digital (optional 2 TB).

Gigabyte P34W v5 - Gaming-Laptop im Hardware-Check
Andi Dennis schauen sich das Gigabyte P34W v5 Gaming-Laptop im Hardware-Check mal genauer an.

Bei den Anschlüssen wird solider Standard geboten: Kensington Lock, Gigabit Ethernet, VGA-out, HDMI-out, USB 3.0, USB 3.1 und eine 3,5-mm-Audio-Kombination. Thunderbolt oder ein DisplayPort-Anschluss sind nicht vorhanden. Wi-Fi sowie Bluetooth sind hingegen verfügbar. Der Akku liefert 61,25 Wh und ist damit eher klein bemessen. Entsprechend macht das P34W beim Zocken dann doch relativ schnell die Flügel breit – je nach Nutzung reicht die Kraft für ein (Volllast) bis fünf Stunden Betrieb.

Schenkelheizung im Spielbetrieb

Ein Knackpunkt bei Gaming-Notebooks ist eigentlich immer die Kühlung, speziell bei klein dimensionierten Gehäusen. Das ist auch beim P34W der Fall: Das verbaute Doppelkühlersystem zeigt sich im Betrieb recht unbefriedigend. Punkt 1: Die Lüfter sind sehr laut und hauen satte 52-55 dB raus, womit man Sitznachbarn zur Weißglut treibt und ein Headset beim Zocken quasi unverzichtbar wird. Punkt 2: Die Kühlung arbeitet nicht sonderlich effektiv, die Komponenten schwitzen bei weit über 70 Grad unter Volllast vor sich hin. Was wiederum den Nebeneffekt hat, dass die Gehäuseunterseite ungemütlich heiß wird. Auf den Schoß legen ist keine sonderlich bequeme Option.

Die Spieleleistung ist da schon gefälliger. Angesichts der Grafikkarte sind vor allem 1080p-Auflösungen interessant, bei 1440p gerät die GTX 970M dann doch recht schnell an ihre Grenzen oder es müssen Details heruntergedreht werden. Bei 1.920 x 1.080 Pixeln sind aktuelle Titel aber auf hohen oder gar maximalen Details gut und flüssig spielbar.

Rise of the Tomb Raider huscht in Full HD bei maximalen Details mit etwa 40-45 fps über den Schirm (30-35 fps bei 1440p). The Witcher 3 schafft ordentliche 35-40 fps, Batman Arkham Knight liefert sogar satte 58 fps im Benchmark. Selbst Systemfresser Metro Last Light knackt im Benchmark die 50-fps-Grenze und bei 1440p sind 30-35 fps drin. Das ist nichts Außergewöhnliches, sondern das, was man bei der Konfiguration auch erwarten sollte. Im Bereich Spieleleistung also alles richtiggemacht.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Tragbare Schenkelheizung

Für den Preis von rund 1.700 Euro in dieser Konfiguration hinterlässt das P34W bei mir gemischte Gefühle. Auf der Habenseite verbucht das kompakte Notebook eine überzeugende Spieleleistung bei Full-HD-Auflösung, dazu ist es leicht und handlich genug, um auch mal unterwegs in Bahn oder Flugzeug zum Zocken herhalten zu können. Was allerdings nur bedingt funktioniert, denn zum einen gerät das P34W unter Last sehr laut, zum anderen ist die hohe Gehäusetemperatur beim Zocken nicht gerade einladend, was allerdings bei der geringen Größe auch nicht ungewöhnlich ist.

Bei Touchpad, Display und Akku wird mir etwas zu viel Mittelmaß geboten, um das P34W wirklich empfehlen zu können. Mit etwas besseren Komponenten, leiseren Lüftern und einer effektiveren Kühlung beim nächsten Ableger könnte aber mal was draus werden.

Überblick

Pro

  • klein, flach und handlich
  • gute Spieleleistung bei 1080p
  • 1440p-Auflösung bei einem 14-Zoll-Display eher unnötig, dafür aber hohe Pixeldichte
  • insgesamt gute Ausstattung

Contra

  • unangenehm laute Lüfter
  • Kühlung nicht sonderlich effektiv
  • Notebook wird sehr warm
  • mittelmäßiges Touchpad mit schwammigen Tasten
  • relativ schwacher Akku
  • kein G-Sync, kein DisplayPort

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