09.08.2012 - Andreas Ludwig
Für 53 Euro nistet sich die CM Storm Sentinel Advance II als neuer Schreibtischtäter bei euch ein. Hinter dem raumfüllenden Namen versteckt sich ein Nagetier für Rechtshänder mit bis zu 8.200 dpi Auflösung, sechs Zusatztasten, einem internen Mausspeicher, anpassbaren Farben und sogar einem kleinen Bildschirm. Selbst eine Gewichtsanpassung hat der beleuchtete Gleiter, womit er so viele Extras wie kaum eine andere Maus in dieser und höheren Preislagen parat hält.
"Da muss doch irgendwo ein Haken sein", werdet ihr vielleicht denken. Rein von der Präzision leistet sich die Sentinel Advance II keine Patzer. Sowohl in Shootern als auch in anderen Spielen setzt Cooler Masters Flitzer zuverlässig die Befehle um. Erst bei sehr hohen Abtastraten jenseits von 4.500 dpi schneiden die besten Spielemäuse, wie die Roccat Kone[+], die Logitech G600/G700/G9x und die Steelseries Sensei, einen Hauch besser ab, wobei nur ambitionierte Spieler einen kleinen Unterschied feststellen. Gängige Stoff- und Kunststoffunterlagen bereiten der Maus keine Probleme.
Über den Treiber können bis zu vier dpi-Stufen direkt auf die frei konfigurierbaren Zusatztasten gelegt werden, um in Spielen "on the fly" die Abtastrate zu ändern. Dabei lassen sich die vertikale und horizontale Achse unabhängig voneinander einstellen. Bei modernen PCs mit Windows Vista/7/8 empfehlen wir euch eine per Treiber einstellbare USB-Frequenz von 1.000 Hz, um besonders geschmeidige Zeigerbewegungen abrufen zu können. Diese Empfehlung gilt übrigens für jede getestete Spielemaus!

Fünf der sechs Zusatztasten könnt ihr bequem mit dem Daumen und dem Zeigefinger erreichen und frei belegen. Der kleinen sechsten Maustaste am oberen Rand steht für eine schnelle Aktivierung das hohe Mausrad im Weg. Lange Befehlsketten dürft ihr, wie bei allen anderen Mäusen im Test, über einen Makro-Manager erstellen.
Einen Schönheitspreis gewinnt der grafisch überladene Treiber vielleicht nicht, dafür steht der 115 MB schwere Klotz der Konkurrenz funktional in nichts nach. Den bis zu fünf direkt auf dem Mausspeicher ablegbaren Profilen könnt ihr eine von sieben Farben zuordnen, damit ihr immer wisst, welches Profil gerade aktiv ist. Die leuchtstarken LEDs auf der Oberseite werden in der Regel zwar von der aufliegenden Hand überdeckt, dafür leuchten die beiden Scheinwerfer auf der Vorderseite uneingeschränkt kräftig hervor.
Der kleine Bildschirm (im Betrieb von der Hand verdeckt) zeigt die vertikale und horizontale Abtastrate an. Mit den fünf Zusatzgewichten (je 4,5 Gramm) kann sich die standardmäßig 139 Gramm schwere Maus auf bis zu 161,5 Gramm aufplustern. Insgesamt bringt die Sentinel Advance II so viel Zubehör wie fast kein anderer Konkurrent mit. Nur ein Vier-Wege-Mausrad könnten einige vermissen.
Ihre Verarbeitung bleibt, gemessen an der gleich teuren, aber weniger gut ausgestatteten Roccat Savu im Mittelmaß. Der nur leicht unsauberen Kantenführung folgen die Haupttasten mit etwas zu viel Spiel nach links und rechts. Zwar macht sie bei Weitem nicht den Eindruck, jeden Moment in ihre Einzelteile zu zerbrechen, kann aber nicht ganz mit ihren robusteren Kollegen mithalten.
Aufgrund der etwas zu dünnen Teflonfüße schleift die Cooler-Master-Maus überdurchschnittlich stark über das Maus-Pad. Damit erhöht sich die Abnutzung bei gleichzeitig schlechteren Gleiteigenschaften.Dem ergonomisch geformten Gehäuse fehlt es beim intensiven Zocken an Grip. Durch ihr glattes Gehäuse und die nackten Haupttasten können Hände vor allem dann bei Schweißbildung abrutschen, wenn ihr die recht schwere Maus auf dem Maus-Pad versetzt. Zudem wirken die Druckpunkte etwas weniger, aber ausreichend knackig als bei einer Savu. Das Mausrad rastert hingegen ordentlich.
Die Sentinel Advance II punktet mit ihrer umfangreichen Ausstattung. Der präzise Laser-Sensor mit 200 bis 8.200 dpi sorgt selbst in Shootern für eine hohe Präzision und Treffsicherheit. In diesen beiden Punkten hält die Spielemaus mit dem restlichen Feld mit. Bei der Handhabung, Verarbeitung und den verbesserungswürdigen Gleiteigenschaften erlaubt sie sich dagegen ein paar Schwächen, durch die Cooler Masters Maus Federn lassen muss. Zumindest die Gleiteigenschaften und den Grip könnte man durch einige wenige Änderungen deutlich verbessern, weshalb es umso mehr schade ist, dass eine sonst toll ausgestattete und gute Maus bei leicht vermeidbaren Dingen schwächelt. Für eine Topplatzierung reicht es daher nicht. weiter...
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Kommentare zu Gaming-Mäuse im Vergleichstest 08/12
Danke GW, da veranstallte ich quasi schon ein persönliches Studium um eine alte Razer Habu zu ersetzen und dann kommt hier ein Test. Sehr schön. Jedoch finde ich das man sich etwas zu sehr auf die bekannten Marken eingeschossen hat. Hier wäre eine Sharkoon Drakonia sehr interessant, vor allem für Leute die nicht so viel Geld ausgeben möchten (kostet 30&euro
und hat ziemlich gut abgeschnitten (Test auf ht4u).

Schön finde ich das man hier die CM Storm getestet hat, endlich ein Vertreter der etwas unbekannteren Art. Aber alles in allem Danke für den Test! Ich pendel immer noch zwischen der Sensei und der Drakonia.