Special - Jahresrückblick 2013 : Tim H. blickt zurück

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    Im Juni war es endlich so weit: Die menschliche Hornisse gab ihr viel umjubeltes Comeback. Mit Felix war ich auf der Role Play Convention in Köln: ein Mekka für Nerds, Geeks und schräge Vögel aller Art – also Menschen wie uns. Es ist schon extrem beeindruckend, wie viel Liebe und Arbeit viele Cosplayer in ihre Kostüme stecken. Außerdem war Darth-Vader-Darsteller David Prowse vor Ort. Im Interview hätte er bei Felix fast den Machtgriff angesetzt, als dieser sich erdreistete, die darstellerische Leistung von Prowse zu schmälern.

    Nicht schmälern will ich hingegen die Leistung unseres damaligen Praktikanten Kevin, der mit mir eines schönen Tages im Juni durch Rom hetzte. Auf einem Event zu Total War: Rome 2 hatten wir genau drei Stunden, um möglichst viel von der italienischen Hauptstadt zu sehen und zu filmen. So ging es im Eiltempo zu Fuß von der Engelsburg zum Kolosseum. Belohnt wurden wir mit einem Besuch in den Kulissen der TV-Serie „Rome“ samt Römer-Show und Freilichtdinner. Und dann war in diesem Monat ja noch diese kleine Messe in Los Angeles namens E3.

    Es war meine zweite E3 und kein Vergleich zur doch eher dahinplätschernden aus dem Vorjahr. Kein Wunder, wurden doch gleich zwei neue Konsolen samt ersten Spielen präsentiert. Vor lauter Kamera- und Schnittarbeit – Kollege Lenzen und ich gönnten in der Woche dem Schlaf mal eine Pause – kam ich allerdings kaum dazu, mal selbst Hand anzulegen. Dafür wurde umso mehr geschlemmt. Die Details unserer Fressorgien könnt ihr euch hier anschauen. Auch über den kümmerlichen Zustand unseres dortigen Domizils gibt es eine schöne Dokumentation mit dem passenden Namen "Craps".

    Nach einem leider sehr kurzen Münchener Sommer ging es dafür im August in die US-Wüstenmetrople Las Vegas. Bei über 40 Grad im Schatten und sehr trockener Luft kam einem die Hitze dort so intensiv vor, als würde man in einem Backofen sitzen. Las Vegas ist durchaus beeindruckend, vor allem nachts, wenn das Lichtermeer erstrahlt, aber die Künstlichkeit springt einem an allen Ecken und Enden ins Gesicht. Trotzdem ein tolles Erlebnis. Im gleichen Monat war ich zu meinem eigenen Erstaunen das einzige Mal in diesem Jahr in London. Für andere Redakteure wie Kuro mittlerweile die zweite Heimat. Da ich es verpeilte, die Zeitverschiebung von einer Stunde einzukalkulieren, hätten Ilyass und ich es fast verpasst, eine Anmoderation am Picadilly Circus zu drehen. Peinlich.

    Im August war ich auf dem Filmfest in München zu Gast, auf dem ich zwar keinen einzigen Film sah, dafür aber mit interessanten Typen wie Metro-Autor Dmitry Glukhovsky und Quantic-Dream-Vize Guillaume de Fondaumiere reden konnte. Apropos interessante Typen: Seit August verstärkt bekanntlich Christian Gürnth unser Team. Auf der gamescom war ich dieses Jahr am Wochenende mit ihm, Kuro und unserem Ehrenmitglied Rockstah in den Hallen unterwegs. Meine Füße, meine Schultern und nahezu jedes andere Körperteil taten nachher weh, aber es war toll, so viele Fans zu treffen und mit ihnen lustige Aktionen durchzuziehen.

    Eiji Aonuma im Extended-Interview - Der Mann hinter den Zelda-Spielen
    Unser ausführliches Interview mit dem Mann hinter den Zelda-Spielen. Inklusive vieler neuer und interessanter Infos.

    Eines meiner großen Lebensziele ist, einmal Shigeru Miyamoto zu treffen. Daraus wurde auch dieses Jahr nichts, doch immerhin konnte ich im Oktober Zelda-Chef Eiji Aonuma die Hand schütteln und Kollege David bei seinem hochinteressanten Interview mit der Kamera zur Seite stehen. Auch andere Branchengrößen waren dieses Jahr vor meinem Sucher nicht sicher. So hatte ich unter anderem Phil Spencer, David Cage und Patrick Bach vor der Linse.

    Im November stand dann der letzte große Überseetrip für dieses Jahr auf dem Programm. Mit Michi ging es nach San Francisco, wo Microsoft kurz vor der Xbox-One-Markteinführung die Starttitel der Konsole präsentierte. Die Westküstenmetropole ist eine wunderschöne Stadt, allerdings auch sehr steil. Doch die Hügel mitsamt Kameratasche zu erklimmen lohnte sich. Die Aufnahmen gehören meiner Meinung nach zu den besten, die ich dieses Jahr fabriziert habe. Michi verflucht mich allerdings heute noch dafür, dass ich ihn für eine einzige Anmoderation quer durch die Stadt bergauf zu meinem gewünschten Spot schliff und uns dabei ganz schön ins Schwitzen brachte.

    Der Start der neuen Konsolen vor ein paar Wochen war für die Branche meiner Meinung nach dringend nötig und die ersten Verkaufszahlen zeigen ja auch, dass die Spieler nach neuer Hardware dürsteten. Auch bei mir gab es einen Ruck. Hatte ich zuvor wochenlang kaum Lust aufs Zocken, freue ich mich nun, im Weihnachtsurlaub wieder in neue Welten einzutauchen und gleichzeitig meinen stattlichen "Pile of Shame" abzuarbeiten. Wir lesen und sehen uns im nächsten Jahr!

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