Special - Jahresrückblick 2013 : Tim H. blickt zurück

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    Wow, das war's schon wieder. 2013 ist schneller an mir vorbeigerast als Sonic auf Stierhormonen. Während draußen die weißen Flocken um das Gameswelt-HQ wehen (sollten), blicke ich zurück auf ein weiteres Jahr voller Events, Spiele und unvergesslicher Momente.

    Das Jahr begann leider mit einigen Studioschließungen. THQ wurde nach längerem Leiden endgültig dichtgemacht. Kurze Zeit später folgte das altehrwürdige Studio LucasArts. Während der Niedergang von THQ zu einem großen Teil an der eigenen Hybris und katastrophalen Fehleinschätzungen der Firma lag (I'm looking at you, Udraw), schmerzte mich der Verlust von LucasArts sehr. Wie viele andere meiner Generation bin ich mit Spielen wie Monkey Island und Maniac Mansion aufgewachsen. Sie sind ein großer Teil meiner Videospieleridentität. Zum Trauern blieb zum Glück wenig Zeit, denn in der Redaktion wurde der NERF-Gun-Krieg ausgerufen. Fast jeden Tag schleppten vor allem Felix und Kuro immer größere Kaliber in die Redaktionsräume. Sogar während einer Insert-Coin-Aufzeichnung gab es keinen Waffenstillstand.

    Auch wenn mich MMOs eigentlich höchstens am Rande interessieren: Als Elder-Scrolls-Fan war ich auf Elder Scrolls Online gespannt wie ein daedrischer Flitzebogen. Umso mehr freute ich mich, als ich im März mit unserem Rollenspielpapst Andy nach Baltimore fliegen durfte, um das Bethesda-Studio in Hunt Valley zu besuchen und ESO anzuspielen. Fast ebenso unterhaltsam war der abendliche Besuch eines Irish Pubs samt Pub-Quiz, in dem ich endlich mal wieder mein gefährliches Halbwissen sinnvoll anbringen konnte, auch wenn unser deutsch-österreichisches Team am Ende den Gesamtsieg verpasste.

    Trotz neuer Konsolen war mein Jahr ziemlich retrolastig. Ich habe mir wieder ein SNES und ein N64 zugelegt, die seitdem in meinem Wohnzimmer gleichberechtigt neben den anderen Konsolen stehen und den jungen Wilden noch so manchen Trick beibringen können. Die anhaltende 80er-Jahre-Welle erreichte im April mit Far Cry: Blood Dragon ihren Höhepunkt. Das dazugehörige Special über Videospiele mit 80er-Flair war für mich eines der unterhaltsamsten des Jahres. Auch sonst wurde in der Redaktion ausgiebig von der guten alten Zeit geschwärmt. Kollege Flo und ich redeten zeitweilig nur noch in Schwarzenegger-Zitaten miteinander. Im Sommer produzierten wir zwei Insert-Coin-Sondersendungen zum Super Nintendo und zum Mega Drive . Es war sehr spaßig, mit Felix über die immer noch beste Konsole aller Zeiten – sorry, SEGA-Fans, ich meine natürlich das SNES – zu fachsimpeln.

    Der Mai stand im Zeichen des Hypes. Es gab nicht nur die ersten handfesten Infos zur Xbox One – ein Name, an den ich mich erst mal gewöhnen musste –, sondern auch gleich drei neue Trailer zu GTA V. Schon damals ahnte ich, dass das Spiel um Michael, Franklin und Trevor wohl unausweichlich auf meiner Spiel-des-Jahres-Liste ganz vorne landen würde. Mit Felix war ich in diesem Monat in Berlin, wo wir auf dem AMAZE-Festival die Indie-Hits von morgen begutachteten und für das Gamefest zum nunmehr zweiten Mal beim Computerspiele-Museum vorbeischauten.

    Ich bin sicherlich nicht der größte Indie-Fan in der Redaktion und halte die Szene für leicht prätentiös, aber was in Berlin gezeigt wurde, war zum größten Teil hochinteressant. Die jungen Entwickler sind fast ausnahmslos richtig nette Leute, die noch nicht von den sonst üblichen Branchen-Zwängen vereinnahmt wurden. Außerdem verschlug es mich auf eine alte Burg im englischen Nirgendwo, wo RuneScape 3 präsentiert wurde. An das Spiel selbst habe ich keine besonderen Erinnerungen, wohl aber an das zünftige Ritteressen, das uns dort aufgetischt wurde. Endlich musste ich beim Essen mal nicht so tun, als könnte ich mich benehmen.

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