Special - Ausblick 2016: Hoppi : Gute Vorsätze

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    Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle in die Kristallkugel geschaut und eine nicht ganz so ernst gemeinte Vorschau auf 2015 gewährt. Erstaunlicherweise ist einiges davon – in leicht abgewandelter Form – tatsächlich eingetreten. Es gab ein Lebenszeichen von The Last Guardian (RIP, Kuros Bart), Felix hat sich auf der E3 seine Klamotten vom Leib gerissen (wenn auch nicht wegen Half-Life 3) und das neue Assassin's Creed hat – Überraschung! – zahlreiche Bugs. Da diese Art der Weissagung aber nur wohldosiert funktioniert, gibt es dieses Mal einen etwas traditionelleren Ausblick auf das kommende Jahr.

    Wobei wir im Grunde noch 2015 anfangen müssen, denn nach der Deadline für diesen Artikel werden Michi und ich noch nach Tokio fliegen und uns dort unter anderem die Jump-Festa-Messe anschauen. Ich war noch nie weiter östlich als Warschau, daher freue ich mich sehr auf diese erste Asienreise. Mal schauen, ob wir den viel zitierten Kulturschock bekommen. Zum Glück bin ich essenstechnisch sehr tolerant und neugierig. Speisekarten nur auf Japanisch? Kein Problem. Nur Kugelfisch müsste es nicht unbedingt sein. Für Tokio verzichte ich sogar auf „Star Wars“, denn unser Flug ist am Premierentag des Films, für den ich Karten für gleich drei Vorstellungen an Tag 1 gehabt hätte. Ist doch normal, oder?

    Im Laufe meiner Zeit bei Gameswelt durfte ich mir auf Berufsreisen viele tolle Orte ansehen, nur eine Stadt hat sich bisher immer an mir vorbeigemogelt: New York City. Vor über zehn Jahren war ich mal privat da, aber da habe ich aus Unwissenheit und wegen der üblichen Touristenzwänge vieles verpasst, was die Metropole abseits von Wolkenkratzern und Ich-muss-ein-Foto-machen-damit-jeder-sieht-dass-ich-hier-war-Spots auszeichnet. Wo wir gerade bei „Wünsch dir was“ sind: Ein weiteres Ziel, das ich mir für 2016 vorgenommen habe – und sei es nur privat –, ist Irland. Ja, das hat auch was mit meiner Leidenschaft für Guinness zu tun.

    Insert Coin - Sendung #306
    Wir starten das Jahr mit einer neuen Ausgabe von Insert Coin. Heute blicken wir auf das kommende Spielejahr 2016.

    Liberté, Égalité, Fraternité

    Ich bin normalerweise kein Mensch, der zum Moralismus neigt oder seine privaten Gedanken in die Öffentlichkeit stellt. Aber vieles, das 2015 passiert ist, fordert zum Nachdenken auf. Darüber, warum sich die Welt in ihrem aktuellen Zustand befindet. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die klagen: „Ist die Welt denn verrückt geworden?“ Für mich war die Welt schon immer verrückt. Ein großes Spiel, bei dem wir oftmals nur zuschauen können und immer schneller laufen müssen, um nicht zurückzubleiben. Aber wir befinden uns momentan in einer Phase, in der wir die Konsequenzen für die immer gleichen Verfehlungen ernten, die sich seit Jahrhunderten durch die Menschheitsgeschichte ziehen.

    Zu glauben, 2016 würde sich alles zum Positiven wenden, wäre naiv. Aber vieles, was ich 2015 gesehen habe, macht auch Hoffnung. Solidarität. Nächstenliebe. Empathie. Das dürfen in Zukunft nicht nur leere Begriffe sein, die man in sozialen Netzwerken benutzt, um sich besser zu fühlen. Ich habe in den letzten Monaten viel über unsere Konsumgesellschaft nachgedacht; darüber, ob wir viele von den Dingen, die wir als nötig erachten, auch wirklich brauchen. Ich weiß, wie paradox das von jemandem klingt, der einen großen Stapel zum Teil noch verpackter Videospiele zu Hause liegen hat, von denen er auch 2016 vermutlich nur einen Bruchteil zocken wird.

    Verdammt, ich will dich

    Womit ich irgendwie doch noch die Überleitung zu einem leichteren Thema geschafft hätte. Nachdem 2015 so ein starkes Spielejahr war, wird sich 2016 ranhalten müssen. Doch nicht nur aufgrund einiger Verschiebungen kann sich das Portfolio auch jetzt schon sehen lassen. Eine der spannendsten Fragen ist für mich, ob und in welcher Form das neue Zelda-Spiel erscheinen wird. Ich gehe ja weiterhin davon aus, dass sich Nintendo dieses Highlight für seine kommende NX-Plattform aufspart. Die wird hoffentlich spätestens auf der E3 ausführlich präsentiert.

    Greifbarer sind da Titel wie Uncharted 4, Horizon: Zero Dawn und The Last Guardian, auf die ich mich – neben vielen anderen Spielen – im kommenden Jahr freue. Die eine oder andere Überraschung wird es sicherlich auch noch geben, denn es scheint sich immer mehr ein erfreulicher Trend durchzusetzen. Spiele werden angekündigt und erscheinen bereits ein paar Monate später. Bestes Beispiel: Fallout 4. Bei einer Sache bin ich mir aber sicher: Half-Life 3 wird nicht darunter sein. Dafür wurde ja vor Kurzem aus dem Nichts ein neues System Shock enthüllt. Mein Vorhaben für 2016 ist aber nicht zuletzt: noch selektiver bei Neuerscheinungen sein und öfter mal was nachholen. Sag ich immer, klappt nie. Aber jetzt.

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