Special - Kuros Rückblick 2015 : Ein kurzes Intermezzo

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    Schon wieder schickt sich ein Kalenderjahr an, auf Nimmerwiedersehen zu sagen. Gefühlt war es dieses Mal ein besonders kurzes Intermezzo. Doch so kurz es mir vorkam, so intensiv gestalteten sich die einzelnen prägenden Momente. Ich war in diesem Jahr viel unterwegs und verbrachte viele Nächte in Hotelbetten. Was ich in den vergangenen zwölf Monaten erlebte, fasse ich hier für euch zusammen.

    Tatsächlich brauchte ich eine gewisse Zeit, um mich wieder daran zu erinnern, wo ich in diesem Jahr überall war. Ich kann auch nicht jeden Trip hier unterbringen, das würde den Rahmen sprengen. Es war ein wichtiges Jahr, weil ich neue Erfahrungen sammeln konnte und mehr Verantwortung übernehmen durfte. 2015 war mit Abstand das stressigste Jahr in meiner beruflichen Karriere, aber ich bin verdammt stolz darauf.

    Fangen wir vielleicht relativ weit vorne an: Im Frühjahr flog ich nach Santa Monica, um den Entwicklern von Treyarch über die Schulter zu schauen, wie sie Call of Duty: Black Ops III produzierten. Ein Ausflug, der mich später noch das eine oder andere Mal in die Bredouille brachte. Ich kann mich daran erinnern, dass die Rezeption des Studios ziemlich imposant war. Es leuchtete an jeder Ecke, überall waren Trophäen und Monitore, auf denen die Spiele flimmerten, an denen die Entwickler in der Vergangenheit gewerkelt hatten.

    Noch heute ist David Vonderhaar etwas sauer auf mich, da ich ihn in einer Mehrspielerrunde (es war das erste Mal, dass wir Black Ops III anzocken konnten) richtig fertiggemacht habe. Er stürmte anschließend verstimmt aus dem Raum. Ich versank aus Angst etwas in meinen Sessel; David ist ein wirklich emotionaler Typ. Warum dieses Event aber so heikel war? Immer wieder, wenn ich in den kommenden Monaten auf Messen mit dem Spiel in Berührung kam, wurden Elemente besprochen, die ich bereits ausführlich bei den Entwicklern vor Ort vorgestellt bekommen hatte. Versucht dann mal, ausreichend Themenpunkte für einen neuen Artikel zu finden. Das ist nicht einfach, sage ich euch.

    Die Messen 2015: E3 und gamescom

    Wenn wir schon bei dem Thema Messen sind: Sowohl die E3 in Los Angeles als auch die gamescom in Köln waren für mich stellenweise eine völlig neue Erfahrung. Natürlich besuchte ich beide Messen regelmäßig in den vergangenen Jahren, doch dieses Mal leitete ich das Team vor Ort. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich etwas unter Strom stand. Gerade die gamescom, für die ich im Vorfeld die Terminplanung übernommen hatte, war eine spannende Angelegenheit. Im Großen und Ganzen verliefen beide Messen reibungslos. Auch wenn es immer in Stress ausartet, freue ich mich darauf.

    Ich möchte ehrlich sein: Die E3 ist auch deshalb immer ein Highlight, weil Felix uns mit den feinsten kulinarischen Köstlichkeiten versorgt: schmackhafte Hamburger, knusprig-krosse Pizzen, prall gefüllte Burritos und üppige Breakfast-Boxen. Jetzt habe ich Hunger. Also weiter im Text. Das für mich vielleicht eindrucksvollste Erlebnis dieses Jahr war sicherlich der Trip nach New York, als Tim Lenzen und ich den WWE Summerslam besuchten. Als riesiger Fan des Big Apple war es schön, mal wieder einige Tage in dieser Metropole zu verbringen.

    WWE Summerslam 2015 - Event-Bericht aus New York City
    Wrestling in der vieleicht besten Stadt der Welt? Da lässt sich Kuro nicht zweimal bitten.

    New York, New York!

    Natürlich nutzten wir die Zeit, besuchten ein Spiel der New York Yankees, die zeigten, dass Baseball eine verdammt langweilige (aber dafür ziemlich leckere) Sportart sein kann, und waren dabei, als im Barclay Center in Brooklyn bei NXT: TakeOver Wrestling-Geschichte geschrieben wurde. Es war ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm. Am Horizont zeichnete sich langsam der Herbst ab und mit ihm eine gigantische Welle von Spielen, denen Beachtung geschenkt werden wollte.

    Seit 2007 bin ich jetzt in der Spielebranche aktiv. Ich mache den Kram also schon etwas länger. Trotzdem überrumpeln mich die Monate Oktober, November und Dezember regelmäßig. Mittlerweile habe ich es aufgegeben zu versuchen, Herr der Lage zu werden. Da bewundere ich ja den Kollegen Lenzen, der einfach knallhart sagt, dass er Spiele wie Fallout 4 für später aufbewahrt. Super smarte Idee eigentlich, aber diese Geduld habe ich einfach nicht. Erscheint ein Titel, auf den ich mich freue, muss ich ihn zum Release zocken. Egal, was da gerade sonst noch in der Konsole rotiert.

    So ist der Haufen an Games, die ich aktuell spiele, ziemlich groß: Hier mal ein bisschen NBA 2K16, vielleicht noch mal Star Wars: Battlefront eine Chance geben und die Welt von Elite: Dangerous will ja auch noch erkundet werden. Destiny mit Freunden mogelt sich dazwischen, Super Mario Maker buhlt ebenfalls um Aufmerksamkeit und Fallout 4 raubt eine Menge Zeit. Die Plastikgitarre wird ebenfalls gelegentlich umgeschnallt, um Guitar Hero Live anzuwerfen, und dann wäre da ja noch Rocket League. Gerade, als ich irgendwie glaubte, das alles unter einen Hut zu bekommen, kommt From Software um die Ecke, wirft die Bloodborne-Erweiterung The Old Hunters auf den wohlgeformten Stapel und bringt alles zum Einsturz. Verdammt!

    Es war ein so vollgepacktes Jahr. Sicherlich habe ich noch eine ganze Menge vergessen. Nein, ich weiß es: Ich habe eine ganze Menge vergessen. Aber es gibt schlicht nicht genügend Zeit, um alles zu verarbeiten. Das nächste Jahr steht ja schon vor der Tür und klopft wild. Ich komme ja schon! Unfassbar, die Kalenderjahre hatten auch schon mal bessere Manieren. Und mehr Geduld.