Special - GameCube – Der Rückblick: Die Hardware : Special

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GameCube

Nintendo sorgte mit zahlreichen First- sowie Second-Party-Entwicklungen trotzdem für gute Unterhaltung. Neue Spielserien wie die ’Pikmin’-Reihe wurden geboren, zudem wurde mit ’Eternal Darkness – Sanity´s Requiem’ das erste Nintendo-Spiel mit einem M-Rating in den USA veröffentlicht.

Bedauerlich für Nintendo-Fans war dagegen die Meldung des Verkaufs der Edelschmiede Rare an Microsoft. Rare hatte Kultstatus unter den Nintendo-Jüngern, nicht zuletzt wegen der vielen N64-Klassiker. Auf dem GameCube erschien als Abschiedsgeschenk der ’Zelda’-Klon ’Starfox Adventures’, der spielerisch nicht mehr an die Glanzzeiten der Firma anknüpfen, dafür aber grafisch überzeugen konnte. Nach dem Verlust von Rare wandte sich allerdings ein alter Bekannter wieder Nintendo zu – Square-Enix. Zwar wurde das exklusive ’Final Fantasy: Chrystal Chronicles’ kein ’Final Fantasy’ im klassischen Sinne, überzeugte dafür aber mit einem gelungenen Mehrspielermodus und einer gut funktionierenden GBA-GCN-Connectivity.

Des Weiteren kehrte die wohl berühmteste Schlange der Videospielgeschichte, Solid Snake, im exklusiven Remake ’Metal Gear Solid: The Twin Snakes’ auf eine Nintendo-Konsole zurück. Für die Umsetzung war allerdings nicht Konami selbst zuständig, sondern Silicon Knights, die zuvor mit ’Eternal Darkness’ auf sich aufmerksam gemacht hatten. Trotz der vielen guten Spiele blieb der Konsole der Erfolg auf dem Massenmarkt verwehrt. Zwar führte Nintendo zusammen mit GBA und GCN den Markt an, die Heimkonsole alleine ging allerdings als großer Verlierer aus dem Kampf hervor. Nach unzähligen Preisreduzierungen bekam man den Würfel in den USA sogar für knapp 90 Dollar hinterhergeworfen. Zur damaligen Zeit war bereits der Nintendo DS erschienen und als Handheld sogar teurer als eine Heimkonsole.

Vom Trommeln, Tanzen und Importieren

Donkey Konga

Mit den beiden ’Mario Party-Teilen’ und dem skurrilen Flipper ’Odama’ veröffentlichte Nintendo ein Mikrofon für den GameCube. Mittels Mikro war es möglich, in ’Mario Party’ Fragen zu beantworten, was für spaßige Abende vor dem virtuellen Spielbrett sorgte. Damit aber nicht genug: Zusammen mit dem Musikspiel ’Donkey Konga’ entdeckte Nintendo nicht nur den gerade aufblühenden Markt der Musikspiele für sich, sondern veröffentlichte mit den Bongos gleich einen neuen Controller für den Würfel. Zu Cover-Versionen bekannter Lieder trommelte die gesamte Familie, was das Zeug hielt. Nintendo ging sogar noch einen Schritt weiter, als man in ’Donkey Konga: Jungle Beat’ den berühmten Affen per Bongo-Controller durch 2D-Levels scheuchte.

Getanzt werden durfte in ’Dance Dance Revolution Mario Mix’ zu passenden Mario-Melodien – Tanzmatte inklusive. Ein kabelloser Controller, dafür ohne Rumble-Motor, erschien unter dem Namen Wavebird ebenfalls. Wirklich interessant war der GB-Player. Einmal an der Unterseite des GameCubes befestigt, war man in der Lage, Game-Boy-Advance-Spiele auf dem heimischen Fernseher abzuspielen. Eine ähnliche Peripherie hatte der Konzern Jahre zuvor für das Super Nintendo System veröffentlicht. Damals war man mit dem Super Game Boy in der Lage, die Ur-Game-Boy-Spiele auf dem Fernseher zu spielen.

Ein wirkliches Mysterium löste allerdings die Firma Datel mit dem Freeloader aus. Diese nette Software ermöglichte es, den Regionalcode der Konsole zu umgehen und so Importspiele auf einem PAL-GameCube abzuspielen. Trotz mehrmaliger Verschiebung erschien der Freeloader doch noch und funktionierte bis auf ein paar Ausnahmen tadellos.

The Legend of Zelda: Twilight Princess

Vom GameCube wurden weltweit knapp 21 Millionen Einheiten verkauft. Ernst zu nehmende Videospielfans kamen dank der guten First- und Second-Party-Entwicklungen nicht um die Konsole herum. Mehr als den Charakter einer Zweitkonsole erreichte der GameCube allerdings nie. Dafür war das Angebot auf der PlayStation 2 einfach zu groß.

Mit der Veröffentlichung der Nachfolgerkonsole Wii ist die Ära des GameCubes beendet worden. Als letzter großer Titel erschien das lange von den Fans erwartete ’The Legend of Zelda: Twilight Princess’, das im Gegensatz zur Wii-Version eine spiegelverkehrte Welt sowie den eigentlich linkshändigen Helden Link bot. Schon jetzt stehen die Zeichen für Nintendo sehr gut, mit der Wii deutlich mehr Erfolg zu haben als mit dem GameCube.

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