Test - Full Spectrum Warrior : Spiel der Woche 28/04

  • Xbox
Von Kommentieren

Auch die Munition muss im Auge behalten werden. Im Sperrfeuer schmilzt die Munitionsanzeige wie Eis in der Sonne. Nachschub erhaltet ihr an Erste-Hilfe-Stationen. Dort könnt ihr auch verwundete Teammitglieder wieder flott machen - allerdings ist der Weg vom 'Unfallort' zur Krankenstation gefährlich und aufgrund des zu tragenden Kameraden beschwerlich. Werden mehrere Soldaten verwundet oder sterben gar, ist der Einsatz zu Ende und ihr müsst vom Missionsanfang oder vom letzten Checkpoint neu starten. Um dies zu verhindern, sollte man öfters einen Blick auf sein modernes Positionsbestimmungssystem werfen. Das mobile Gerät bietet eine Karte der Umgebung und verzeichnet Feindpositionen, wenn man einen Aufklärungshubschrauber angefordert hat. Des Weiteren erhält der Truppenführer mehr oder weniger hilfreiche Hinweise über Funk.

Realistische Atmosphäre und Soldaten mit Aussetzern

Wie schon erwähnt, bieten die Missionen spielerisch nicht sonderlich viel Neues. Immerhin sind die Aufgaben abwechslungsreich gestaltet. Mal müsst ihr einem anderen Trupp zur Hilfe kommen, dann für nachrückende Einheiten Abwehranlagen säubern, einen Experten zu versteckten Raketen führen, Scharfschützen ausschalten, die Ausgänge eines Hotelkomplexes überwachen und so weiter. Nicht so ganz gelungen ist die Intelligenz der Gegner und eurer Teamgefährten. Da passiert es schon mal, dass ein Kamerad nicht richtig in Deckung geht oder einfach einen frei herumstehenden Feind nicht treffen will. Auch Teambefehle werden hin und wieder erst beim wiederholten Erteilen befolgt. Zum Glück sind solche Aussetzer aber nicht die Regel und man kann sich insgesamt auf seine CPU-Kumpels verlassen.

An der Grafik gibt es dagegen kaum etwas zu bemängeln. Visuell ist 'Full Spectrum Warrior' klar eines der beeindruckendsten Strategie-Games. Die staubigen Stadtszenarien mit leergefegten Wohnblocks, verwaisten Parkanlagen, überdimensionierten Diktator-Gemälden, hüttenartige Bauten in der Vorstadt, prunkvollen Anlagen im Stadtkern und verwinkelten Gassen sowie Hinterhöfen wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und wirken mit ihren Autowracks, Schutthaufen, zerbombten Häusern, Rauchsäulen in der Ferne, Explosionserschütterungen und umherwehendem Schmutz äußerst atmosphärisch und realistisch. Darüberhinaus sorgen Elemente wie sich im Wind bewegende Bäume, flatternde Fahnen, über euch hinweg knatternde Hubschrauber sowie wegfliegende Raben für ein lebendiges Szenario. Dem stehen die sehr detaillierten und realistisch animierten Soldaten in Nichts nach.

Diese Kameraden sind alle unterschiedlich gestaltet und besitzen eine eigene Persönlichkeit, was man vor allem an den regen Sprüchen hört - die Soldaten kommentieren die Situation, motivieren sich gegenseitig, albern auch mal herum und geben Infos zur Lage. Dabei ist die Sprachausgabe in Englisch gehalten und mit deutschen Untertiteln versehen. Die Sounduntermalung besteht neben der Sprachausgabe aus realistischen Soundeffekten, ordentlicher Surround-Unterstützung und atmosphärischer Musik, die zwischen orientalischen Klängen und kinoartigen Arrangements angesiedelt ist.

Fazit

von David Stöckli
Abseits des problematischen Hintergrunds bietet ’Full Spectrum Warrior’ ein packendes Strategie-Erlebnis, das durch seine realistische Inszenierung und sein Echtzeit-System für viel Spannung sorgt. Dank des gelungenen Tutorials und dem langsam ansteigenden Schwierigkeitsgrads eignet sich der Titel auch für Strategie-Neulinge. Genre-Experten dürften dagegen etwas Abwechslung und mehr Spieltiefe vermissen. Auch der Umfang hätte ruhig größer ausfallen können – in diesen Punkten hoffen wir bereits auf einen aufgemotzen Nachfolger.

Überblick

Pro

  • spannendes Strategie-Gameplay
  • gelungene Steuerung
  • realistische und atmosphärische Inszenierung

Contra

  • wenig Abwechslung
  • KI zuweilen mit Schwächen
  • mäßiger Umfang

Wertung

  • Xbox
    85
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel