Preview - Flucht von Monkey Island : Flucht von Monkey Island

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Und da sage noch einer, das Adventure-Genre wäre still und heimlich den Heldentod gestorben. Nichts da, denn Guybrush Threepwood, der trottelige Möchtegern-Pirat ist wieder da, und wie! Im neuen 3D-Gewand mit der Besinnung auf alte Tugenden schickt sich Lucas Arts an, unsere Herzen wieder mit einem der Spiele zu erobern, durch die das Entwicklerstudio von George Lucas bekannt geworden ist, nämlich einem knackigen und humorvollen Adventure.

Als Electronic Arts mich einlud, die neueste Beta-Version von 'Escape from Monkey Island' direkt vor Ort in Aachen anzuspielen, konnte ich natürlich nicht Nein sagen, gehörten doch die ersten beiden 'Monkey Island'-Adventures seinerzeit zu den ersten Spielen, die meinen Atari ST und meinen ersten PC, eine Kraftmaschine aus der 486 SX25-Reihe, wochenlang blockierten. Und die Spannung war gross, denn der dritte Teil, 'Curse of Monkey Island', war gut, konnte aber nicht an die Qualität der anderen beiden Teile voll anknüpfen. Pochenden Herzens durfte ich nach kurzer Einleitung mich voll dem Spiel widmen und war nur nach Anwendung physischer Gewalt vom Präsentationsrechner zu trennen.

Flucht von Monkey Island
Ein alter Bekannter, der fiese Pirat Le Chuck.

Zu Beginn kam eine kleine Ernüchterung, denn zum einen lief der Präsentationsrechner alles andere als stabil, zum andern musste ich mit leisem Erschrecken feststellen, dass die Engine aus 'Grim Fandango' für das Spiel recycelt wurde. Das wäre grundsätzlich nicht so schlimm, optisch gibt die Engine zwar nicht mehr viel her, aber für diese Zwecke reicht es allemal, aber die Steuerung... Ich war schon von der Steuerung bei 'Grim Fandango' nicht gerade begeistert, und bin es weiterhin nicht, denn sie ist schon arg gewöhnungsbedürftig. Denn gesteuert wird nicht mit der Maus und dem allseits beliebten S.C.U.M.M.-Interface, das seinerzeit bahnbrechend für das Genre war und in etlichen anderen Spielen nachempfunden wurde. Statt dessen geht es per Tastatur, Joystick oder Gamepad zur Sachen. Ich kann jetzt schon den Aufschrei der Adventure-Puristen hören. Aber das, was folgte, liess mich dieses Manko schnell vergessen.

Flucht von Monkey Island
Kurze Wege: per Übersichtskarte von einem Ort zum andern.

Meine ersten Bedenken wurden bereits im mehrminütigen Intro zerschlagen. Hatte ich noch vage Zweifel, ob Möchtegern-Held Guybrush in 3D seinen alten Charme entwickeln könnte, wurde ich schnell davon überzeugt, dass die Grafiker bei Lucas Arts gute Arbeit geleistet haben. Guybrush wirkt zwar erwachsener, hat aber einen Charme, dass sich die Planken biegen. Besagtes Intro, das übrigens wie alle Zwischensequenzen voll mit der Ingame-Engine erstellt wurde, erzählt uns die Hintergrundstory des Spieles.

Guybrush Threepwood ist nun endlich rechtmässiger Gemahl von seiner Angebeteten Elaine Marley, die ihrerseits Piratin und Gouverneurin von Melee Island ist. Oder auch nicht, denn nach der Rückkehr von einer Seereise ist auf Melee Island einiges im Argen. Elaine wurde für tot erklärt, das Haus von Guybrush und Elaine wird von einem Katapult beschossen, ein gewisser Charles L. Charles ist Anwärter auf den Gouverneursposten und dazu reisst ein seltsamer Australier gewaltsam nahezu alle Grundbesitze auf der Insel an sich. Das können unsere beiden Helden natürlich nicht tatenlos Mitansehen, und Guybrush bekommt die Aufgabe, diese Umtriebe zu stoppen. Nachdem auf Melee Island der Beschuss des Hauses gestoppt wird, und eine Crew zusammengestellt ist, geht es weiter nach Lucre Island, wo Guybrush sich auf die Suche nach Elaines Anwälten macht, welche die Gute wieder für lebendig erklären sollen.

 

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