Special - Zensurmaßnahmen : Mit geschärfter Schere

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Kürzlich wurde bekannt, dass am kommenden Fire Emblem: Fates in der westlichen Version einige Änderungen aufgrund einer vermeintlichen Diskriminierung des homosexuellen Charakters Soleil vorgenommen werden. Was folgte, war viel Lärm um fast nichts. Doch es gibt auch andere abstruse Fälle von Zensur in Videospielen, über deren Rechtfertigung sich streiten lässt.

Platz 6: Fire Emblem: Fates

Die Meldungen überschlugen sich aufgrund der Fehlinterpretation eines Dialoges, in dem der zumindest bisexuelle weibliche Charakter Soleil dem Protagonisten gegenüber eröffnet, beim Anblick eines hübschen Mädchens in Ohnmacht zu fallen. Der Spieler hilft ihr, indem er ihr heimlich ein magisches Pulver in ein Getränk mischt, mit dem sie jeden Mann kurzzeitig als Frau sieht. Nachdem sie über den Umstand aufgeklärt wurde, versucht der eigentlich männliche Protagonist, sie an an den Rand ihrer Toleranzgrenze im Kontakt mit Mädchen zu führen. Auch wenn sich Soleil im mit wachsendem Zuneigungswert in den Charakter des Spielers verliebt, sind die Dialoge nicht als Heilung von Homosexualität zu interpretieren.

Vielmehr wird Soleil geholfen, ihr Kreislaufproblem bei Begegnungen mit hübschen Mädchen zu kurieren, nicht aber ihre Gefühle selbst. Trotzdem scheint das Thema zu heikel oder zumindest zu missverständlich für den westlichen Markt, sodass wir gespannt sein dürfen, wie dieses „Problem“ umgangen wird.

Platz 5: Silent Hill: Homecoming

In Silent Hill geht es gewohnheitsmäßig nicht zimperlich zu. So fiel das Spiel an mehreren Stellen der Schere zum Opfer und wurde in der UK-Fassung sogar beschlagnahmt. In Konamis Horror-Trip lassen sich besonders brutale Angriffe mit Stahlrohren, Äxten oder Messern nicht gegen menschliche Gegner ausführen. Der Rotstift wurde auch bei einigen Zwischensequenzen angesetzt. In Anbetracht der vielen humanoiden Kreaturen ist das kein geringfügiger Eingriff. Zu Recht? Das ist schwer zu beurteilen. Schließlich gibt es immer das Argument, erwachsene Menschen nicht zu bevormunden. Fakt ist aber auch, dass Jugendliche immer Wege finden, an Spiele zu gelangen, die nicht für sie geeignet sind.

Platz 4: Devil May Cry: Definitive Edition

Zwar ist Devil May Cry kein besonders blutrünstiges Spiel, doch ganz von Zensuren blieb die Definitive Edition von Capcom nicht verschont. Konkret wurde ein Dialog zwischen Mundus und Lilith gekürzt. „Ich werde die Welt durch Schulden kontrollieren. Ich habe die absolute Macht!“ Darauf antwortet Letztere: „Endlich ist die Welt deine Hure, so wie ich. Es gibt nichts anderes mehr zu tun, als sie sich bei den Haaren zu packen, sie sich bücken zu lassen und ...“ Der Schere fiel dabei der Rest der Unterhaltung ab dem Wort „Hure“ zum Opfer. Zugegeben, eine recht pikante Aussage, doch mit einer Freigabe ab 16 Jahren eigentlich noch zu vertreten.

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