Special - Die Final-Fantasy-Serie : Die gesamte Serie im Überblick

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Die RPG-Revolution: Final Fantasy VII – IX

Wie sollte das nur übertroffen werden? Allen war klar: Ein Final Fantasy 7 würde folgen, diesmal für das brandneue Nintendo 64. Doch ganz überraschend entschieden sich die Japaner sowie Regisseur Yoshinori Kitase für eine exklusive Veröffentlichung auf Sonys PlayStation. Schließlich ermöglichte dessen CD-Rom Laufwerk viel mehr Speicherplatz für noch mehr Epos im Vergleich zur alten Modultechnologie. Das finale Werk erschien im Jahre 1997 auf drei Datenträgern und es sollte die Welt der Videospiele verändern.

Vorgerenderte Hintergründe hier, geschmeidig animierte Polygonfiguren dort: Der Ersteindruck unterscheidet sich gewaltig von den Vorgängern. Ständig gibt es toll inszenierte Zwischensequenzen, die den Filmcharakter der Serie zementieren. Nahezu größenwahnsinnig muten die Zaubersprüche an, deren epische Darstellung teilweise bis zu eine Minute (!) Zeit in Anspruch nehmen.

Spielerisch hat sich gar nicht so viel getan, denn abseits des interessanten Materia-Systems, das dem Spieler recht flexible Magieoptionen gewährte, sparte Square bei den Innovationen. Dafür revolutionierte man das Charakter-Design: Allein Held Cloud und Bösewicht Sephiroth zählen zu den verstörendsten und markantesten Persönlichkeiten. Dazu kommt eine der traurigsten und mutigsten Sterbeszenen der Videospielgeschichte – es ist kein Wunder, dass Final Fantasy 7 bis heute nur so mit Superlativen überschüttet wird.

Noch etwas änderte sich: Das Spiel erschien als erster Serientitel auch in Europa. Dem Zahlenwirrwarr wurde weltweit ein Ende bereitet, weshalb auch nachträglich konvertierte Episoden für neue Systeme ihre ursprüngliche Ziffer beinhalten.

Für Final Fantasy 8 (1999) traf Square einige umstrittene Entscheidungen. Aus den kleinen Manga-Figürchen wurden große, stattliche Männer und Frauen, die mancher als zu “westlich“ und zu “geschönt“ bezeichnet. Die Geschichte fängt interessant an, hört aber mit einem arg übertriebenen Happy End auf. Dazwischen gibt es Ungereimtheiten bei der Charakterentwicklung und der Fokus der Liebesgeschichte zwischen Squall und Rinoa wirkt dezent kitschig.

Unterm Strich ist es kein schlechtes Spiel: Die Grafik klotzt mit gerenderten Zwischensequenzen, in denen gleichzeitig Polygonfiguren herumhuschen. Das Kampfsystem lebt von der Draw-Idee, mit der ihr die Magie aus den Gegnern heraussaugt, um sie selbst in späteren Kämpfen zu nutzen. Das System lässt sich zwar leicht ausnutzen, aber es motiviert.

Final Fantasy 9 (2000) geht zurück zu den kleinen Männchen und zählt als eine Hommage an die ersten sechs Teile. Es ist beschwingter und mit Abstand das lustigste Spiel der Serie. Allein Steiner, der griesgrämige Bodyguard von Prinzessin Garnet, ist herrlich verpeilt. Und Vivi, der kleine schwarze Feuermagier, ist einfach nur zum Knuddeln toll – so sehr, dass der Schreiber dieser Zeilen seinen Kater nach dem Kerlchen benannte. Ebenfalls ein Extralob verdient die Musik von Uematsu, der sich dem neuen Tonfall anpasste und weg von der Epik hin zur Fröhlichkeit komponierte.

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