Test - Final Fantasy Explorers : Monster Hunter, aber anders

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Eine Sache vorneweg: Wer von Final Fantasy Explorers eine ausgiebige Haupt-Story erwartet, wird recht schnell enttäuscht werden. Genreüblich bekommt ihr eine kurze und sehr generische Einleitung in die Welt und die Monster, auf die ihr trefft. Kurz darauf findet ihr euch auch schon in Libertas wieder. Hier werdet ihr einen großen Teil eurer Spielzeit verbringen, denn die Stadt ist Dreh- und Angelpunkt für neue Quests, Rüstungen und Fertigkeiten.

Libertas selbst erinnert sehr stark an die üblichen Städte und Dörfer, die ihr zum Beispiel in Monster Hunter besucht. Es gibt einen Queststand, einen Händler, bei dem ihr Ausrüstung sowohl kaufen als auch herstellen könnt, und sogar einen Ersatz für die Felyne-Küche in Form einer Wahrsagerin, die euch für zukünftige Quests verschiedene Vorteile zur Verfügung stellt. Was euch schnell auffallen dürfte: Es gibt keine deutsche Lokalisierung. Englisch und Französisch sind die einzigen beiden Sprachoptionen.

Nachdem ihr euch mit der Stadt vertraut gemacht habt, dürft ihr eure ersten Quests annehmen. Die bestehen anfangs natürlich zum Großteil aus einfachen Tutorials, die euch grundlegende Spielmechaniken erklären und euch mit der näheren Umgebung der Insel Amostra vertraut machen sollen. An dieser Stelle werden die Unterschiede zu den üblichen Genrevertretern klar.

Von Innovation und Simplifizierung

Während Spiele wie Monster Hunter oder Toukiden Kiwami ihren Fokus ganz klar auf den optimalen Umgang mit Waffen und die Ausarbeitung von Strategien gegen die größeren Monster legen, fühlt sich Final Fantasy Explorers eher wie ein etwas abgespecktes MMORPG an. Alle Waffen spielen sich größtenteils gleich, was unter anderem daran liegt, dass es nur eine Angriffstaste gibt und dadurch nur sehr simple Kombos möglich sind. Anders sieht es bei den Fähigkeiten aus, die zum einen aus den üblichen Verdächtigen der Final-Fantasy-Serie bestehen, zum anderen aber auch aus spezialisierten Fähigkeiten für die aktuell gewählte Klasse.

Bis zu acht dieser Fähigkeiten kann man vor einer Quest ausrüsten. Allgemeine Zauber wie Heil- oder Feuerzauber können von allen Klassen (im Spiel serientypisch "Jobs" genannt) ausgerüstet werden. Das Ausführen dieser Fertigkeiten kostet wie das Sprinten Ability-Punkte (AP), die aber jederzeit zurückgewonnen werden können wenn man kämpft oder stillsteht. Die richtige Wahl der Fähigkeiten für die jeweilige Quest ist also besonders wichtig, vor allem im Koop-Modus.

Interessant sind auch die sogenannten Ability-Mutationen. Während man seine Fertigkeiten im Kampf einsetzt, sammelt man Harmoniepunkte. Sobald diese einen bestimmten Schwellenwert erreichen, kann man die "Crystal Surges" freisetzen und für einen gewissen Zeitraum nicht nur Buffs erhalten, sondern auch seine ausgerüsteten Fähigkeiten mit zusätzlichen Effekten verstärken. Diese Spezialeffekte könnt ihr dann am zentralen Kristall in der Hauptstadt speichern. Dadurch können erlernte Fähigkeiten im Spielverlauf immer weiter individualisiert werden.

Final Fantasy Explorers - Launch Trailer
Ab dem 29.01.16 ist Final Fantasy Explorers für den 3DS erhältlich; hier könnt ihr euch den passenden Launch-Trailer ansehen.

Aber trotz dieser Individualisierungsoptionen werden sich besonders Veteranen anderer Hunter-Games wahrscheinlich hoffnungslos unterfordert fühlen. Schlussendlich führt man eben doch nur seine funktionierenden Ability-Rotationen wieder und wieder aus. Ein durchweg spannendes und sich immer wieder veränderndes Spielgefühl wie bei anderen Genrevertretern will hier nicht aufkommen. Dafür ist das Kampfsystem zu simpel gestrickt.

Fan-Service für Serienkenner

Ein wichtiger Schwerpunkt sind natürlich die besonders großen Monster, im Spiel "Eidolons" genannt, gegen die ihr im Spielverlauf antreten müsst. Hierbei handelt es sich in der Regel um die bekannten Beschwörungen aus der Final-Fantasy-Serie, wie zum Beispiel Ifrit, Shiva oder Ramuh. Diese Eidolons findet ihr grundsätzlich in Gebieten, die von der restlichen Oberwelt abgegrenzt werden. Sie können sich also nicht wie größere Monster aus der Monster-Hunter-Serie frei über die Karte bewegen. Das ist zwar schade, sorgt aber auf der anderen Seite auch für zumindest einige interessante Arenen.