Test - FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002 : FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002

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Electronic Arts versorgt uns nicht nur jedes Jahr mit einem neuen Teil der erfolgreichen 'FIFA'-Serie, auch bei großen Turnieren steuert der Publisher-Riese ein eigenes Spiel bei. Während 'Frankreich 98' und 'Euro 2000' kaum Änderungen gegenüber ihren Hauptprogrammen boten, gibt es bei 'FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002' weitere Neuerungen gegenüber 'FIFA 2002'. Zum neuen Pass-System gesellt sich nun ein Luft-System, welches die Kontrolle über Bälle in der Luft realistischer und somit simulationslastiger macht. Auch an der Grafik wurde noch mal der Korrekturstift angesetzt. Ein Kritikpunkt von gamesweb.com an 'FIFA 2002' hat sich EA Sports ebenfalls zu Herzen genommen: Die musikalische Untermalung ist wahrlich weltmeisterlich! Warum trotz alle dem der Kauf wohl überlegt sein will, lest ihr in diesem Review.

FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002
Das neue Luft-System in Aktion.

Magerer Umfang, aber endlich ein hübsches Menü
Nach einem spektakulärem Intro im klassischen 'FIFA'-Stil werdet ihr von einem farbenfrohen Menü begrüßt, dass wirklich um einiges besser aussieht als das von 'FIFA 2002'. Der Umfang des WM-Add-ons ist jedoch ziemlich mager: Lediglich Freundschaftsspiele stehen neben dem WM-Modus zur Auswahl. Ein Trainingsplatz ist auch diesmal nicht mit von der Partie, als Ersatz gibt es jedoch einen weiteren Schwierigkeitsgrad, der sich speziell an die absoluten Anfänger richtet. Die Schwierigkeit wurde noch einmal kräftig angezogen, das Durchkämpfen bis zur Stufe 'Weltklasse' ist so schwer wie noch nie geworden. Bei der Auswahl der Mannschaften steht auch gleich die Platzierung in der FIFA-Tabelle dabei, so dass ihr gut einschätzen könnt, wo sich Costa Rica im Gegensatz zum restlichen Mittelfeld der WM-Teilnehmer befindet. Leider ist diese Tabelle nicht mehr ganz aktuell, beispielsweise befindet sich Deutschland nicht mehr auf Platz 10, sondern nur noch auf Platz 12, aber trotz dieser Kleinigkeit ist die Anzeige der Platzierung in der Weltrangliste ein schönes Feature.

Eine WM mit Ersatz- und 'Starspielern'
Ein richtiger Minuspunkt hingegen ist die Bewertung der Spielerstärken. So stehen zwar die richtigen Namen in der Anfangself eines Landes, aber wenn ihr nach der Spielstärke geht, und bessere Spieler von der Ersatzbank zum Zuge kommen lässt, seht ihr eine Elf, die so wohl nie in Japan und Korea antreten würde. Was ist Spanien ohne Luis Enrique, Deutschland ohne Dietmar Hamann, sowie Portugal ohne Stürmer Pinto? Wenn Electronic Arts schon über die Lizenz verfügt, die original Namen zu benutzen, dann sollten diese aber auch konsequent eingesetzt werden. Es mindert die Realitätsnähe schon ein wenig, wenn man mit Ersatzspielern antreten muss, die man vom Namen her gar nicht kennt, und die bekannten Namen aufgrund falsch eingeschätzter Spielerstärke die Bank drücken müssen.

Ganz besonders große Stars haben von EA Sports die Bezeichnung 'Starspieler' verpasst bekommen. Diese Kicker verfügen über herausragende Fähigkeiten: So erhalten ihre Schüsse einen effektvollen Drall, der den Ball besser ins Tor befördert - im Gegensatz zur Bolzerei eines 'normalen' Spielers. Wenigstens ist die Bewertung der 'Starspieler' noch recht nachvollziehbar. Während schwache Mannschaften wie Polen über einen Akteur dieser Klasse verfügen, wartet Frankreich mit Zidane, Henry, Petit und Konsorten mit einer ganzen Gruppe 'Starspieler' auf.

FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002
Tacklings sind nun weniger effektiv.

Das neue Luft-System
Während 'FIFA 2002' mit einer Anzeige ausgestattet wurde, die die Stärke eines Schusses oder Passes preisgibt, wurde bei einem Ball in der Luft weiter wie in 'FIFA 2001' gekickt. Nun müsst ihr auch bei Bällen in der Luft die Stärke eures Kopfballes oder gar eines Fallrückziehers durch Drücken angeben. Dabei gilt wie beim Hauptprogramm: Je länger die Taste gedrückt wird, desto stärker wird der Kopfball. Allerdings solltet ihr nicht immer so lange wie möglich die Kopfballtaste drücken, da euer Gegenspieler euch bei voller Anzeige meist den Ball wegschnappt. Das richtige Gefühl für die Länge des Drucks bekommt ihr mit der Zeit ganz von alleine.

Entweder ihr macht einen Kopfball, der weit wie eine Flanke fliegt, oder ihr drückt die Pass-Taste und schickt den Ball somit elegant zum Mitspieler. Oft benutzt der Spieler auch gar nicht seinen Kopf, sondern wartet, bis der Ball den Boden erreicht hat, und schießt dann einen Pass oder eine Flanke. Dieses neue Luft-System macht den neuen Titel noch um einiges realistischer, vor allem aber kommt ein völlig neues Spielgefühl gegenüber 'FIFA 2002' auf. Ein einziger Dämpfer ist, dass eure Abwehrspieler doch ziemlich weite Kopfbälle machen, die zwar nicht ganz unüblich sind, jedoch in ihrer Regelmäßigkeit nicht in einem echten Fußballspiel vorkommen. Sprich: Eure Verteidiger können mit einem Kopfball einem Stürmer eine echte Vorlage geben, und dies passiert nicht nur einmal in einer Partie.

FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002
Das erste Tor im Match bekommt eine extra Sequenz spendiert. Hier jubelt Raul.

Weitere spielerische Änderungen
Viele 'FIFA'-Fans kennen diese Situation: Der Mittelfeldspieler schießt einen hohen Pass weit nach vorne und euer Außenstürmer rast ihm hinterher. Er gewinnt auch das Duell mit dem Verteidiger, doch anstatt den Ball, der kurz vor der Aus-Linie gelandet ist, anzunehmen, bugsiert er ihn schon beim Berühren ins Aus. Das geschieht, weil die 'FIFA'-Kicker den Ball immer vor sich herschieben und dieser so oft im Aus landet, auch wenn euer Schützling das Leder noch problemlos hätte erreichen können. In 'FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2002' gibt es dieses Problem nicht mehr: Bälle, die kritisch auf einer Aus-Linie oder kurz davor liegen, werden entweder auf der weißen Kreide gestoppt oder der Kicker grätscht dem Spielgerät hinterher und holt so einen verloren geglaubten Ball zurück.

Natürlich verfügt die WM-Edition über zahlreiche neue Animationen. Des Weiteren ist es mit einem doppelten Betätigen der Dribbel-Taste jetzt möglich, den Ball hoch zu halten und ein kleines Kunststück zu bieten: Hacke, Spitze, eins, zwei, drei wird sicherlich Lieblingshobby jedes zweiten 'FIFA'-Gamers. Etwas entschärft wurde die Wirkung des Tacklings: Bei den Vorgängern war das Benutzen dieser Funktion sehr effektiv und bescherte gerade bei 'FIFA 2002' meist mehr Bälle als das Einsetzen der Grätsche. Nun bringt das Tackling nur noch selten den Gewinn des runden Leders, meistens müssen schon drei Spieler auf einen Gegner losgehen, bevor ihr fair den Ball bekommen könnt. Sonst beharken sich die Akteure ein wenig, aber der angreifende Stürmer behält die Oberhand. Ganz klar: Ab sofort ist die Grätsche wieder viel wertvoller geworden. Gerade mit dieser Mischung orientiert sich EA Sports noch mehr an der Realität.

 

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