Test - FIFA 10 : Same kick as last year?

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Nach der diesjährigen Pleite der PC-Fassung steht auch mit dem PSP-Ableger eine Version im Handel, die man getrost liegen lassen kann. Vorausgesetzt natürlich, dass man den Vorgänger nicht sein Eigen nennt. Lustiges Detail am Rande: Erneut findet sich ein deutscher Nationalspieler in Formkrise auf dem Cover.

Schon wieder ist genau ein Jahr vergangen seit FIFA 09, das ja plattformübergreifend die Referenz darstellte. In diesem Jahr sind die Unterschiede zur Konkurrenz allerdings nicht so gewaltig. Das mag zum einen an den wenigen Neuerungen liegen und zum anderen an ein paar dicken Patzern, weshalb nicht nur die PC-Fassung in diesem Jahr abstürzt, sondern auch die PSP-Version.

FIFA 09, Stand Oktober 2010?

An der eigentlichen Spielmechanik hat sich nicht viel geändert. Im Gegensatz zu den „großen" Versionen spielt sich der PSP-Ableger von FIFA 10 einen Tick einfacher, trotzdem werden alle Tasten des Handhelds genutzt. Typischerweise fehlt so auch viel vom realistischen Gefühl, viele Spielzüge und Aktionen sind stärker automatisiert. Besonders bei Tacklings und dem beliebten Ball-Ablaufen macht sich dies bemerkbar - blöderweise natürlich auch bei eigenem Ballbesitz. Dribblings und tödliche Alleingänge sind nur noch eine Seltenheit. Bei Schüssen und Pässen hat man auf diesen Automatismus größtenteils verzichtet. Besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden sind die Spielstile oft das Zünglein an der Waage. Ein Scout informiert euch deshalb vor jedem Spiel über den jeweiligen Stil des Gegners.

Ganz nützlich ist übrigens die unaufdringlich eingeblendete Abseitsfahne. Steht man vor der Entscheidung eines tödlichen Passes in den freien Raum, kann man so noch mal schnell anders reagieren. Eine solche Funktion hätte auch ein Luca Toni von Bayern München sicherlich gerne im realen Fußball ... Wenn ebenjener dann endlich mal ungedeckt im gegnerischen Strafraum in Ballbesitz kommt, wartet aber schon die nächste Hürde. Die Torhüter zeigen hier und da schon sehenswerte Glanzparaden, einige unverständliche Aussetzer würden jedoch selbst den „Pannen-Olli" zum Kopfschütteln verleiten. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel.

FIFA 10 - Adidas Lionheart Trailer
Adidas hat sich FIFA 10 aus dem Hause Electronic Arts zu Nutze gemacht, um diesen schönen Clip zu kreieren.

Modusvielfalt

Neben den bekannten Standardmodi wie Training, Anstoß, Saison, Turnier, Herausforderungen oder Quiz ist auch wieder eine Variante des Be-a-Pro-Modus vertreten. In diesem macht ihr einen Spieler vom ungeschliffenen Juwel zum Superstar in der Liga und folgerichtig dann auch zur unverzichtbaren Kraft in der jeweiligen Nationalmannschaft. So wird der Traum von Torsten Frings womöglich doch noch wahr, bei der WM 2010 dabei zu sein - zumindest in diesem motivierenden Spielmodus. Einen Torhüter könnt ihr leider nicht wählen. Armer Jens Lehmann.

Ganz nett ist wieder einmal der Managermodus: Wie der Name schon erahnen lässt, stehen hier auch echte Managerfunktionen zur Verfügung, beispielsweise die Verwaltung von Spielerverträgen und Finanzen. Die Spiele können hier selbst gespielt oder aber simuliert werden. Ein Textmodus wäre super gewesen, wäre jedoch wegen des zu kleinen Bildschirms nicht sehr augenfreundlich ausgefallen. Ein Ansatzpunkt, über den man für das kommende Jahr dennoch einmal nachdenken sollte. Ansonsten kann dieser Modus nicht mit einem vollwertigen Fussball Manager 10 mithalten.

Technisch hinterlässt FIFA 10 auf der PSP einen zwiespältigen Eindruck, was vor allen Dingen an ein paar unschönen Clipping-Fehlern bei den Spielfiguren und der einen oder anderen Ruckeleinlage liegt. Zudem sind viele Spielergesichter nicht so gelungen - das nagt natürlich am Wiedererkennungswert. Glücklicherweise ist das Geschehen dank der guten Perspektive und des eingeblendeten Radars aber jederzeit übersichtlich.

Das gleiche beim Sound: Zwei Originalkommentatoren, bei denen dieses Mal sogar noch weniger Sprüche zum Spielgeschehen passen und die sich ständig wiederholen. Hier ist noch Verbesserungsbedarf. Etwas enthusiastischer könnte das Publikum sein, die Begeisterungsskala bewegt sich derzeit auf dem Niveau des deutschen Rekordmeisters in der aktuellen Champions-League-Spielrunde.

Fazit

von Christian Schmitz
„Stillstand ist der Tod.“ Diese Zeilen sang einst Herbert Grönemeyer in all seiner Gleichgültigkeit. Würde ich hier ein Videoreview singen, würde es sich wohl ähnlich anhören. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Stillstand auch in den kommenden Jahren fortsetzt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich wenig verändert, zu wenig im Endeffekt. Die zwei Awards vom Vorjahr kann die PSP-Version nicht verteidigen.

Überblick

Pro

  • aktuelle Saisondaten
  • eingängige Spielmechanik
  • Originaldaten
  • gute Präsentation
  • Spaß im Mehrspielermodus
  • rockiger Soundtrack

Contra

  • Managermodus sehr eingeschränkt
  • Grafikfehler und Ruckler
  • zu wenige Neuerungen
  • schwache Kommentare

Wertung

  • PSP
    77
    %

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