Special - Far Cry Primal : Ist das noch Far Cry?

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Als Ubisoft vor acht Jahren die Entwicklung von Far Cry übernahm, gab das Unternehmen mit der ehemaligen Crytek-Marke Vollgas. Die Franzosen strichen für den zweiten Teil kurzerhand die Aliens und konzentrierten sich auf krachende Action in einer spannenden, offenen Welt, die man je nach Lust und Laune auf den Kopf stellen konnte. Spätestens seit dem dritten Teil gilt Far Cry für viele als das Nonplusultra im Open-World-Shooter-Genre, den abgedrehten Bösewichten Vaas und Pagan Min sei Dank.

Ist das noch Far Cry? - Gameswelt NEXT - Far Cry Primal - Teil 1
Keine Ballermänner, keine Fahrzeuge: Far Cry Primal entführt euch in die Steinzeit. Doch ist der Trip in die weite Trip in die Vergangenheit überhaupt noch ein

Es ist ja nicht das erste Mal, dass Far Cry aus dem Rahmen der Jetztzeit springt. Schon Far Cry 3: Blood Dragon entführte euch in eine fremde Welt. Damals war es eine trashige Zukunftsversion mit Dinosauriern, die Laser aus ihren Augen feuern konnten. Im Gegensatz dazu soll Far Cry Primal jedoch ein ausgewachsenes Kapitel der Far-Cry-Reihe werden, das vom Umfang her dem vierten Teil in nichts nachsteht, wie Creative Director Maxime Béland versprach.

Auf den ersten Blick scheint Far Cry Primal jedoch viele bekannte Elemente dem neuen Szenario zu opfern. In der Steinzeit gab es nun mal keine Autos oder Wingsuits, geschweige denn Pistolen, Maschinengewehre oder Plastiksprengstoff. Wie soll man denn da gepflegt Dörfer in die Luft sprengen? Die kürzeste Antwort lautet: gar nicht. Doch bevor bei euch die Schnappatmung einsetzt: Far Cry Primal versprüht genügend Serien-Flair, um euch bei der Stange zu halten.

Anders, aber doch vertraut

Das liegt vor allem daran, dass viele Aufgaben in höchstens leicht abgewandelter Form ins prähistorische Abenteuer übernommen wurden. Ihr beschäftigt euch mit Dingen, die man als Fan der Serie schon aus den Vorgängern kannte. Außerhalb der Story-Missionen übernehmt ihr Dörfer der anderen Völker, könnt Pflanzen sammeln und selbstverständlich wieder die berüchtigten Ubisoft-Türme finden, auch wenn sie dieses Mal in etwas abgewandelter Form vorkommen.

So werden Fans nicht vor den Kopf gestoßen. Allerdings wird man abwarten müssen, ob Ubisoft so nicht die Gelegenheit verpasst, der Reihe frische Impulse zu verleihen. Das Entwicklerstudio aus Montreal hat es sich klar zum Ziel gesetzt, die bekannte Formel des Shooters nur in Nuancen abzuändern. Am wichtigsten ist unterm Strich, dass sich Far Cry Primal wie ein typisches Far Cry anfühlt. Einen Missionsplan zu schmieden und die Gegend auszukundschaften, nur um dann wenige Minuten später im Chaos zu improvisieren – solche Momente liefert der Open-World-Shooter so gekonnt wie kaum ein anderes Spiel.

Ein richtiger Jäger

Unterschiedliche Vorgehensweisen werden immer noch gefördert. Wer gerne schleicht, findet genügend Werkzeuge, um seine Gegner lautlos auszuschalten. Gehört ihr jedoch zur Fraktion der rabiateren Jäger, so gibt es auch für euch einige Mittel und Wege, um Feinde zu vermöbeln. Ihr kämpft in einer rauen Umgebung um das Überleben eures Volkes. Ihr bastelt euch eure eigenen Werkzeuge und könnt mit animalischer Aggressivität auf die Jagd gehen.

Zwar müsst ihr auf bleihaltige Ballermänner verzichten. Aber wer braucht die schon, wenn man mit einem massigen Braunbären in die Schlacht ziehen kann, während man selbst mit zwei Händen eine Keule schwingt? Eben.

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