Preview - Far Cry 5 : Ausführliche Infos: Das müsst ihr jetzt über Far Cry 5 wissen

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Fall’s End in Hope County wirkt wie ein klassisches Nest irgendwo im amerikanischen Nirgendwo: In einem leicht runtergekommenen Baseball-Stadion spielen die Cougars und nur ein paar Blocks weiter geht’s auf die Einkaufsstraße. Viel Hoffnung versprüht sie allerdings nicht: Durchgerüttelt von der Wirtschaftskrise zieren „Geschlossen“-Schilder aus Metall kleine Läden, die hier früher die Dinge des täglichen Lebens verkauften. Heute lehnt dort nur noch ein älterer Mann in seinem Schaukelstuhl, krault seinem Hund die Ohren und pafft Pfeife. Es sind ruhige Minuten in der Weltpremiere von Far Cry 5 – so unaufgeregt kennt man die Serie gar nicht.

Doch was machen weiße Jeeps in diesem kleinen Kaff, an deren Drehtürmen dicke Miniguns befestigt sind? Kommt hier etwa gleich Präsident Trump vorbei? Wäre die Kolonne schwarz, könnte sie auch zum Secret Service gehören. Oder in Afghanistan auf Patrouille gehen. Nach Vaas und Pagan Min bringt ein anderer Irrer seine Privatarmee mit: Joseph Seed, Anführer der Sekte Project at Eden’s Gate, die eher zum Typus „Wir werden alle sterben“ zählt und sich für den Weltuntergang rüstet. Oder zumindest den Zusammenbruch des amerikanischen Staates und dafür ganz Hope County, von der Kettle Ranch über Sunrise Farms bis Fall’s End, unter ihre Kontrolle bringen will. Klingt verrückt, ist aber gar nicht so weit entfernt von realen Ereignissen in den USA. Nur vollbewaffnete Mustang P51 sind eher selten am Himmel über Montana zu sehen.

Amerikas gottgegebenes Recht auf Waffen

„Zum Valentinstag 15 Prozent Rabatt auf alle Schusswaffen“ – eine Anzeige, an die ich spontan denken musste, als Ubisoft Far Cry 5 enthüllte. Denn sie zeigte herrlich den ganzen Wahnsinn, der die Waffenlobby der USA charakterisiert und dem Szenario einen spannenden Drive gibt. Ubisoft Montreal wagt sich in ganz heißes Territorium, denn die Story dreht sich im Kern um das Second Amendment, Amerikas per Verfassung verbrieftes Recht, jederzeit eine Waffe tragen zu dürfen. In einigen Bundesstaaten werden sogar Schießprügel im Supermarkt verkauft – ein M4A3-Karabiner kostet bei Walmart nur 900 US-Dollar. Ist übrigens die Standardwaffe des US-Militärs, also kein Spielzeug.

Entsprechend schlüssig wirkt die Storyline, denn es braucht nicht mal sonderlich viel Geld, um in einigen Bundesstaaten eine kleine Privatarmee auszurüsten. Genau das tut Anführer Joseph: „Er hört Stimmen, fühlt sich von Gott geleitet. Er glaubt, die Menschen vor dem Unheil bewahren zu müssen, egal ob sie wollen oder nicht“, erklärt Creative Director Dan Hay. Die ersten Szenen lassen auf einen herrlich durchgeknallten, überzeugten und gut geschriebenen Antagonisten hoffen. Eine Figur wie Vaas, nur religiöser orientiert und vielleicht etwas ziviler in seinen Umgangsformen.

Joseph ist ein Typ, der geliebt werden will – die Morde, das Foltern, die Zwangstaufen, das extrem brutale Einbrennen der sieben Sünden auf die Haut passieren hinter geschlossenen Türen. Far Cry 4 konnte hier nicht punkten, weil Pagan Min zwar gut geschauspielert war, aber kaum Präsenz zeigte und dadurch nicht bedrohlich wirkte. Far Cry 5 verspricht mehr wie Mafia 3 zu werden. Ein Ensemblestück mit mehreren Familienmitgliedern, die alle ihre Rolle spielen.

Eine Geschichte mit der Tiefe und Intensität von Mafia 3?

In der Ära von Präsident Trump fühlt sich selbst Kevin Spacey alias Frank Underwood in House of Cards eingeholt und auch vorher passierten schon Dinge im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die an Absurdität kaum zu überbieten sind: Am 2. Januar 2016 stürmte eine schwer bewaffnete Miliz das Büro der Ranger des National Wildlife Reservats in Harney County, Oregon. 40 Tage lang gab es eine Pattsituation zwischen 26 Milizionären und einer ganzen Armee aus Spezialeinheiten des FBI und ATF.

Von der wilden Aktion der Familie Bundy und ihren Freunden hat sich Ubisoft Montreal maßgeblich inspirieren lassen. Das Studio arbeitet mit einem Ensemble vergleichbar mit dem von Mafia 3: Da gibt es Jacob, Josephs Bruder. Als Exmilitär weiß er, wie man foltert und Menschen dazu bringt, genau das zu tun, was man verlangt. Sein anderer Bruder kann mit Finanzen jonglieren: „Das System ist laut unseren Recherchen immer ähnlich: Man kauft Land und siedelt dort sehr viele Mitglieder einer Sekte an. Die anderen Bewohner ziehen weg, die Preise fallen, man kauft mehr Land hinzu und die Sekte wächst.“

Far Cry 5 - Announcement Trailer
Das Warten hat ein Ende: Ubisoft hat endlich den ersten Trailer zu Far Cry 5 veröffentlicht.

Faith hingegen fungiert als PR-Managerin und Sprachrohr der Organisation, das beschwichtigt. Natürlich ist es zu früh, eine Einschätzung zur Story abzugeben, aber es ist gut zu wissen, dass Ubisoft hierauf einen stärkeren Fokus legt. Während Far Cry 3 einen sehr interessanten Kniff auf der Meta-Ebene hatte und Shooter-Spielern einen Spiegel vorhalten wollte, waren die Figuren aus Far Cry 4 erstaunlich blass, die Dialoge mitunter hölzern und die Beweggründe kaum ersichtlich.

Hier hingegen ist alles klar: Joseph Seed terrorisiert die Bewohner von Hope County, zwingt sie mit brutalen Methoden, zu Anhängern zu werden. Da kann der neue, noch namenlose Sheriff-Deputy – also wir – natürlich nicht einfach wegschauen. Und auch wir haben ein paar sehr spezielle Freunde …

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