Test - Fallout 4 VR : Stell dir vor, es ist Endzeit und du mittendrin

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Greift zu, wenn...

… ihr euch sehnsüchtig einen AAA-Titel für die HTC Vive wünscht und dafür zahlreiche gewöhnungsbedürftige Steuerungsmacken in Kauf nehmt.

Spart es euch, wenn...

… ihr auf eine innovative, VR-taugliche Steuerungsmechanik hofft, die mehr als Knöpfchendrücken bietet.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Eindrucksvoll, aber mit verschenktem Potenzial

Ich weiß nicht so recht, was ich von Fallout 4 VR halten soll. Vorweg: Persönlich habe ich bislang sehr gute Erfahrungen mit meiner HTC Vive gemacht. Seit der Anschaffung spiele ich regelmäßig AudioShield, verliere mich in der offenen Welt von Windlands und hatte mit FORM atmosphärische Momente des Staunens im Minutentakt.

Die gute Nachricht: Bethesda Softworks schafft es, mich mit Fallout 4 VR aufgrund der gewohnt genialen Endzeitwelt zu fesseln. Dem Entwickler gelingt es, das Being-there-Gefühl auszulösen, obwohl das Spiel meine leicht betagte Hardware an ihre Grenzen bringt. Darüber möchte ich mich auch gar nicht beschweren, weil Fallout 4 VR rein technisch betrachtet eine große Nummer ist und die Mischung aus VR-Grafik sowie offener Welt einfach ihren Tribut verlangt. Trotzdem habe ich einige „Boah, ist das geil!“-Momente erlebt, beispielsweise als ich das erste Mal die Metropole Diamond City mit ihren zerstörten Hochhäusern erreichte oder gegen die gewaltige Mirelurk-Königin kämpfte.

Leider lässt die Steuerung Fallout 4 VR wie ein Zwangsehe aus klassischem RPG und moderner VR-Technologie aussehen. Es fehlt an immersiven Kontrollmechanismen, die entweder einen spielerischen oder zumindest einen atmosphärischen Bonus zur Joypad-Variante beisteuern könnten. Die einzige Ausnahme ist das Betrachten des Pip-Boys, was allerdings aufgrund der fummeligen Bedienung mehr ein Ärgernis ist.

Unterm Strich ist Fallout 4 in der VR-Version ein nach wie vor gutes Spiel, dem ich allein der Hardware wegen viel Erfolg wünsche und das ich nun trotz seiner Macken eigentlich nicht mehr am Fernseher mit Joypad zocken möchte. Das Gefühl, praktisch mitten in der Welt zu stehen und zu laufen, ist schlichtweg prägend. Jedoch solltet ihr euch bewusst sein, dass es kein Laden-installieren-zocken-Titel ist. Ihr müsst Zeit investieren, viel stehen und mit einer halbgaren Steuerung zurechtkommen, die alles andere als intuitiv ist. Ist es euch das wert, dann greift zu.

Zum Vergleich: Skyrim VR Test und Doom VFR Test

Überblick

Pro

  • das komplette Fallout 4 in VR ...
  • inhaltlich genauso genial wie das Original
  • dank VR deutlich atmosphärischer
  • trotz Steuerungsmacken unterm Strich spielbar

Contra

  • ... allerdings ohne DLCs
  • einfallslose Steuerung
  • fürchterlich fummelige Pip-Boy-Handhabung
  • nur im Stehen vernünftig spielbar
  • keine virtuellen Hände
  • hohe Hardwareanforderungen

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