Test

Fable III

Ein Spiel, sie zu rechenknechten

  • PC

Lionhead hat sich Zeit gelassen. Viel Zeit. Ursprünglich sollte die PC-Version von Fable III gleichzeitig mit der Fassung für Xbox 360 in den Handel kommen. Am Ende mussten die Computer-Zocker aber noch ein halbes Jahr länger auf ihren Pfoten sitzen, um in die Welt von Albion eintauchen zu können.

Molyneux' dritter Wurf knüpft an die Geschehnissen von Fable II an, das PC-Spielern mangels einer entsprechenden Umsetzung allerdings bis heute verwehrt blieb. Ein gemeinsamer roter Faden zieht sich aber ohnehin nicht durch die beiden Geschichten, sodass ihr euch auch ohne Vorkenntnisse in der Welt zurechtfindet. Während ihr im zweiten Teil einen Jungen oder ein Mädchen von Kindheit an begleitet und zum Herrscher über Albion gemacht habt, schlüpft ihr - fünfzig Jahre später - in die edlen Kleider dessen Kindes. Ob Prinz oder Prinzessin, auf die Handlung hat die Wahl des Geschlechts keinen Einfluss.

Arbeitsloser Prinz auf Abwegen

Auf dem Thron hockt aber zu Beginn nicht ihr, sondern euer älterer Bruder Logan, der das Land mit seiner Schreckensherrschaft terrorisiert. Bibliotheken wurden geschlossen, alte Stämme vernachlässigt und Menschen durch Maschinen ersetzt. Es herrscht eine düstere Zeit der Industrialisierung, die auch an euch nicht unbemerkt vorbeigeht. Geplagt von Gewissensbissen entschließt ihr euch, etwas gegen die Gräueltaten zu unternehmen, und flüchtet aus den königlichen Gemäuern. Mit dabei: der treue Hofdiener Jasper und euer Mentor Sir Walter Beck.

Habt ihr anfangs nur einen magischen Handschuh, der Feuerkugeln verschießen und einen brennenden Kreis heraufbeschwören kann, fallen euch kurz darauf auch Nah- sowie Fernkampfwaffen in die Hände. Unterschied zur Konsolenversion: Sind dort alle drei Waffentypen mit einem extra Knopf auf dem Controller belegt, schaltet ihr sie auf dem PC mit dem Mausrad durch. Die spezielle Anpassung ist zwar löblich, allerdings bisweilen umständlich und gerade für wilde Gefechte zu langsam. Praktischerweise wird der Xbox-360-Controller aber vollumfänglich und mit der klassischen Belegung unterstützt.

Das macht 83,50 Gildensiegel

Bis an die Zähne bewaffnet seid ihr aber erst nach der geglückten Flucht, die euch über ein Portal direkt in euer Hauptquartier befördert. Es ersetzt beim Druck auf den Startknopf nicht nur das dröge Menü, sondern dient in erster Linie als Schaltzentrale. Von hier aus könnt ihr einzelne Räume betreten, um in neue Gewänder zu schlüpfen, euch einen freundlichen Schnauzbart samt modischer Kopfbedeckung zu verpassen und eure Mordwerkzeuge auszuwählen.

Fable III - Entwicklertagebuch #4: PC-Version

Über eine große Karte im Mittelpunkt reist ihr durchs ganze Land und gewinnt durch Mut und Tapferkeit immer mehr Anhänger für den Sturz des Königs. Euren Fortschritt könnt ihr dabei auf der Siegesstraße verfolgen, auf der euch nicht nur immer wieder Mut zugesprochen wird, sondern ihr auch eure in den Haupt- und Nebenquests erworbenen Gildensiegel verprassen könnt.

Mit dieser Währung verbessert ihr auf der Siegesstraße Magie sowie Nah- und Fernkampf oder investiert sie in verschiedene Fähigkeiten, etwa das Vermieten von Häusern oder mehr Kommunikationsmöglichkeiten mit den Bürgern. Letzteres steht bei Fable III noch mehr im Vordergrund. Durch freundliche Gesten gewinnt ihr zum Beispiel das Herz eurer großen Liebe und schleppt sie für eine vergnügliche Nacht in eure Gemächer.

Aber Vorsicht: Wer sich nicht schützt, wird Vater und muss bei einer Trennung für Unterhaltszahlungen tief in die Tasche greifen. Schmerzhaft, aber immerhin besser als die Krankheiten, die ihr euch ebenfalls einfangen könnt. Entgegen aller Versprechen von Peter Molyneux ist Fable III zwar keine komplexe Lebenssimulation, ein derart ausgeprägtes System gibt es bis dato aber dennoch in keinem anderen Rollenspiel.

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