Preview - Extinction : Wenn schon abgucken, dann so!

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Dass Extinction stark an Attack on Titan erinnert, lässt sich nicht abstreiten. In diesem Fall ist das aber gar nicht schlecht! Wir verraten euch, was uns an dem Kampf gegen kolossale Gegner so gefällt und warum Entwickler Iron Galaxy sein Werk nicht als Rip-off betrachtet.

Riesige Titanen, die auf eine Stadt zumarschieren und von vergleichsweise winzigen, aber agilen Menschen nach allen Regeln der Kunst zerlegt werden. Nein, die Rede ist nicht von Attack on Titan, dem erfolgreichen Manga, zu dem es inzwischen auch eine Videospieladaption gibt. Iron Galaxy, das unter anderem an BioShock Infinite und Batman: Arkham Knight mitgearbeitet hat, verfolgt aber einen ganz ähnlichen Ansatz. Extinction sieht auf den ersten Blick wie ein dreister Klon aus, der sich hinter einer klassischen Fantasy-Maske zu verstecken sucht, und in einigen Punkten stimmt das sogar.

Doch laut eigenen Angaben ist Iron Galaxy mit einem anderen Gedanken an das Thema herangegangen. Extinction orientiert sich eher an Spielen wie Shadow of the Colossus. Da in dem Klassiker aber kein Kampf gegen die Kolosse im eigentlichen Sinne geführt wurde, wollte man diese Lücke mit einem eigenen Spiel schließen. Was steckt wirklich dahinter?

David gegen Goliath

In Extinction wird eine Schlacht geschlagen, die im Grunde schon längst verloren ist. Denn die Giganten haben den Großteil der Bevölkerung schon längst dezimiert. Es gilt nicht mehr, die Oberhand zu gewinnen, sondern zu retten, was noch zu retten ist. Inwiefern sich das in der Handlung möglicherweise ändern wird, wissen wir nach der Anspielstunde noch nicht. Die Prämisse des Titels ist also klar, aber worin unterscheidet sich Extinction von Attack on Titan?

Im Gegensatz zum japanischen Pendant handelt es sich bei den Titanen nicht um albtraumhafte Fratzen, sondern um gigantische Oger. Während in Attack on Titan eigentlich nur Titan wahrhaft ungeheuerliche Dimensionen hat, ist das für die Monster in Extinction die Regel. Prinzipiell geht es darum, Menschenleben zu retten. Bevor oder während ein Gigant herannaht, müsst ihr normalerweise so viele Menschen wie möglich an Kristallen evakuieren. Währenddessen machen euch kleine Schergen am Boden und in der Luft das Leben schwer. Besiegt ihr sie, füllt sich eine Leiste, durch die es später möglich ist, den Ravenii genannten Ogern die Gliedmaßen zu entfernen.

Übergänge sind fließend

Hier kommen wir zum ersten Mal mit dem Kampfsystem in Berührung. Grundsätzlich gehören Schläge, Sprünge, Dashes, Zeitlupenangriffe und Peitschenhiebe, die euch in die Luft befördern, zum Repertoire. Durch unterschiedliches Timing mit der Schlagtaste offenbart sich ein sehr dynamisches Kampfsystem, dessen Kombomöglichkeiten, die primär gegen kleine Gegner zum Einsatz kommen, wir nur erahnen können.

Das Wichtigste aber ist: Es fühlt sich verdammt gut an, da es keine Übergänge zwischen Attacken und Bewegungen gibt. Erst einen kleinen Goblin abmurksen, um sofort an einem Gebäude hochzulaufen und dort mit der nächsten Gruppe in der Luft kurzen Prozess zu machen. Es geht unglaublich leicht von der Hand, und das ist die vielleicht größte Stärke von Extinction. In Sachen Steuerung hat sich Iron Galaxy alle Mühe gegeben, etwas hinreichend Komplexes, aber gleichzeitig Intuitives zu schaffen.

Grundkurs: Filetieren

Ebenso übergangslos tauchen im Verlauf einer Mission die riesigen Oger auf. Auch wenn es nebenher kleinere Aufgaben gibt, sind jene natürlich das Highlight eines Abschnitts. Später können durchaus auch mehr als einer versuchen, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Prinzipiell gilt es, die haushohen Kreaturen zu enthaupten. Die sind aber nicht blöd und gegen derartige Versuche gewappnet. Damit man an den Giganten überhaupt erst emporklettern kann, hilft es, ihnen ein Körperteil abzutrennen, zum Beispiel ein Bein. Dafür muss aber erst die Rüstung entfernt werden, die sich von Oger zu Oger unterscheidet, wodurch jeweils eine andere Herangehensweise nötig wird.

Extinction - Gameplay Trailer
Dieser Gameplay-Trailer zu Extinction hält einige neue Spielszenen für euch bereit.

Sobald der Weg zum Körperteil frei und die bereits erwähnte Finisher-Anzeige durch kleinere Gegner gefüllt ist, muss der Zeitlupeneffekt ausgelöst und im richtigen Moment deaktiviert werden. Dadurch ist es viel einfacher, den Rücken zu erklimmen. Aber Achtung, nach einer Weile wachsen Gliedmaßen wieder nach. Was anfangs noch ziemlich einfach ist, erweist sich später als fordernd, da die Ravenii zufällig erstellt werden. Im Grunde wisst ihr also nie, was euch erwartet. Zu den Aspekten, die sie ausmachen, zählen unter anderem ihre Ziele (manche wollen primär dem Protagonisten zu Leibe rücken, während andere nur Zerstörung im Sinn haben), ihre Rüstung, ihre Typen und ihr Temperament.

Das sollte ziemlich lange für abwechslungsreiche Herausforderungen sorgen. Das scheint auch nötig zu sein, denn zumindest in der uns gezeigten frühen Version konnten wir noch nicht so viele unterschiedliche Aufgaben abseits der Evakuierung und der Ogerkeilerei entdecken, obgleich mehr versprochen wurde. Darüber hinaus wird es Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Spielern, aber keinen Multiplayer geben. In Planung sind Bestenlisten und tägliche Herausforderungen.

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