Test - Expeditions: Viking : XCOM mit Wikingern

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Mit Expeditions: Conquistador hat Logic Artists bereits einen Achtungserfolg erzielt. Nun wird der Taktik-Rollenspiel-Mix aufs populäre Wikingerszenario übertragen und dürfte damit noch mehr Blicke auf sich ziehen. Wohlbekannte Handlungsstränge werden verwoben und geben euch als frisch erkorener und umstrittener Anführer eures Clans erstaunlich viel Freiheit, eure ganz eigene Geschichte bei der Erkundung von Großbritannien zu schreiben.

Als Fan der Fernsehserie Vikings werdet ihr euch in Expeditions: Viking von der ersten Sekunde an wohlfühlen. Seltsam vertraut wirken die einzelnen Handlungsstränge, denn ähnlich wie in der Ragnar-Saga beginnt ihr als junger und heftig umstrittener Anführer eures Clans. Euer Vater, der zwar ein großer Krieger war, darüber hinaus aber offenbar wenig andere Qualitäten besaß, hinterlässt euch einen ziemlichen Scherbenhaufen. Gestorben ist er bei einer Expedition nach Großbritannien. Bevor ihr jedoch an eine ähnliche Überfahrt auch nur denken könnt, müsst ihr erst euren eigenen Clan hinter euch versammeln.

Genau darum dreht sich die erste, kürzere Kampagne in Dänemark. Ihr heuert eine Crew an, organisiert den Bau eines Bootes und gewinnt die Gunst eures eigenen und die des benachbarten Clans. Um euren Anspruch als Oberhaupt bis zur nächsten großen Versammlung zu festigen, braucht ihr aber ein Ass im Ärmel. Daher geht es in der zweiten, umfangreicheren Kampagne nach Großbritannien, wo ihr selbst entscheidet, ob ihr als Eroberer, Händler oder Allianzpartner auftretet. Diese Wahl ist kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern manifestiert sich in jeder eurer Entscheidungen – mit entsprechenden Konsequenzen.

Viele Freiheiten, viele Probleme

Falls ihr jetzt befürchtet, dass dies bereits ein großer Spoiler war, dann seid unbesorgt. Der Ausblick auf die kommenden Ereignisse wird euch im Spiel bereits zu Beginn gegeben. Generell wartet der grobe Handlungsrahmen mit wenigen Überraschungen auf. Vieles ist wie gesagt vertraut aus Ragnars Geschichte, ihr landet sogar ebenfalls in Northumbria. Das Spiel findet aber rund 70 Jahre vor der Ragnar-Saga statt, weshalb ihr auch nicht auf bekannte Charaktere stoßen könnt, da beispielsweise König Ælle noch gar nicht geboren ist. Die Überfahrt nach England ist interessanterweise deutlich entmystifiziert – euer eigener Vater war schon vor euch dort und bei eurer Reise trefft ihr auf andere Wikinger.

Expeditions: Viking - Devs Play The Northmen Raid Trailer
In diesem Video präsentieren euch die Entwickler persönlich 14 Minuten lang Spielszenen aus Expeditions: Viking.

Aus rollenspielerischer Sicht liegt die Stärke daher weniger im Handlungsrahmen als mehr in der Freiheit in den Dialogen und der Fortbewegung. Ihr kommt mit unterschiedlichen Fraktionen in Berührung, die ihr in beliebiger Reihenfolge – auch parallel – abarbeiten könnt. Ereignisse auf der einen Seite können Konsequenzen auf der anderen nach sich ziehen. Bei multiplen Antwortmöglichkeiten fällt die Wahl oft schwer, weil jeder Standpunkt auf seine Weise Sinn ergibt. Es gibt übrigens für beide Kampagnen ein Zeitlimit in Form von In-Game-Tagen, das aber extrem großzügig ausfällt. Je nach Spielweise könnt ihr rund 30 bis 40 Stunden veranschlagen, der Umfang ist also durchaus in Ordnung.

Zumindest in unserer Testversion brachte diese Freiheit aber auch die Entwickler selbst an ihre Grenzen. Möglicherweise hatten wir einfach nur großes Pech, aber wir sind gleich mehreren Bugs begegnet, die ein Weiterspielen entweder unmöglich machten oder zumindest den Handlungsstrang einzelner Quests oder gar einer kompletten Fraktion unbrauchbar machten. Immerhin kam kurz vor Veröffentlichung ein großer Patch, der besagtes Problem behob. Unter Umständen sei dennoch empfohlen, noch ein wenig mit dem Kauf zu warten, bis sämtliche Probleme ausgemerzt sind.

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