Test - Enclave : Enclave

  • Xbox
Von Kommentieren

Jedes Spiel durchgeht zahlreiche Phasen der Entwicklung, bevor es schließlich in den Händlerregalen steht und auf Käufer wartet. Eher selten hingegen ist es, dass der Inhalt eines Spiels fast komplett verändert wird, so dass man schon fast meinen könnte, es handle sich um einen anderen Titel. Ein Beispiel dafür dürfte 'Enclave' sein, auch wenn man sich hier über die Wichtigkeit der Veränderung streiten kann. Zuerst wurde von einem Online-Ego-Shooter mit ausgeprägten Team-Elementen gesprochen, dann war von einem Third Person-Action-Titel die Rede, der mit umfangreichen Multiplayer-Modi aufwartet. Nun ist 'Enclave' für die Xbox erschienen und das Spekulieren hat ein Ende. Was aus dem viel versprechenden Fantasy-Titel mit Mittelalter-Thematik nun schlussendlich geworden ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Enclave
In dieser Gefängniszelle beginnt euer Abenteuer.

Um den enttäuschenden Teil gleich vorweg zu nehmen: Multiplayer-Modi, genauso wie Online-Kompatibilität, sucht ihr bei 'Enclave' vergebens. Keines dieser beiden geplanten und eigentlich wichtigen Elemente hat es ins finale Spiel geschafft. Der Grund dafür war wohl Zeitmangel seitens der Entwickler Starbreeze, die sich wohl dazu entschlossen haben, lieber keine, als unausgereifte Multiplayer-Modi in ihr Erstlingswerk zu integrieren. Übrig geblieben ist ein nach wie vor viel versprechendes, mittelalterliches Abenteuer mit einer interessanten Story, die folgendermaßen aussieht:

Es war einmal vor langer Zeit
Wie so oft sind wichtige Geschehnisse in der Vergangenheit für die eher missliche Lage verantwortlich, in der sich euer virtuelles Alter Ego befindet. Bei 'Enclave' handelt es sich hierbei um eine große Schlacht, die vor vielen Jahren stattfand. Als die Armee der Stadt Celenheim sich nämlich im Kampf gegen die finsteren Horden des Dämons Vatar schon fast geschlagen geben musste, war plötzlich eine in Zaubergewand gekleidete Figur zu sehen, die sich dem Dämon in den Weg stellte. Sie erhob ihren Zauberstab und schleuderte ihn wieder auf den Boden, um anscheinend übermächtige Kräfte zu entfesseln.

Enclave
Schon das Hauptmenü beweist Stil.

Was danach geschah, würde die Bewohner Celenheims stets an die Geschehnisse dieser Nacht erinnern: Der Himmel verfinsterte sich und die Erde bebte, bis sich schließlich die Erdkruste in zwei Teile teilte. Rund um Celenheim entstand eine riesige Kluft die unendlich tief zu sein schien und trennte die Horden von Monstern und die Bewohner Celenheims. Aus dieser Zeit stammen auch die für die jetzigen Bewohner zum Alltag gehörenden Bezeichnungen für beide Seiten: Während man sich selber als Bewohner der Enklave bezeichnete, wurden die gefährlichen Gestalten auf der anderen Seite des Abgrunds Outlanders genannt.

Leider scheint der mutige Einsatz der mysteriösen Zaubergestalt von damals das Unheil nur bedingt abgewendet, oder vielmehr verzögert zu haben. Mittlerweile beginnt die Erde nämlich damit, sich langsam zu heilen, so dass auch der Abgrund, der die blutrünstigen Horden der Outlander von den eigentlich friedfertigen Bewohnern von Celenheim trennt, immer weiter schrumpft. An einigen Stellen ist es mittlerweile sogar möglich, die Kluft zu überqueren, so dass immer wieder vereinzelte Gruppen von Outlandern einen Angriff wagen.

Enclave
Über diese Karte wählt ihr die nächste Mission.

Aller Anfang ist schwer
Da Celenheim trotz oder gerade wegen der drohenden Gefahr großen Wert auf seine Gesetze legt, beginnt euer Abenteuer eher unspektakulär in einer dreckigen Gefängniszelle. Als ihr nämlich eine Gruppe von Dorfbewohnern gegen die rücksichtlosen Steuereintreiber der Stadt verteidigt habt, habt ihr euch selber strafbar gemacht. Glücklicherweise ist euer Ausflug in diese eher unsympathischen Gefilde von kurzer Dauer, da eine Gruppe von Outlanders bei ihrem Angriff auf den Außenposten, in dem ihr euch befindet, mal eben ein riesiges Loch in die Mauer der Burg reißt. Dank dieses Lochs könnt ihr nun aus der Gefangenschaft entkommen, nur um euch gegen ganze Horden von Angreifern zu verteidigen.

 

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel