Test - Echoshift : Wer hat an der Uhr gedreht?

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"Das sieht ja aus wie ein Browser-Spiel!", hallte es aus den Reihen der Videospieler, als Echochrome Mitte 2008 für die PSP erschien. Tatsächlich war die Grafik gewöhnungsbedürftig. Doch damals hätte wohl keiner damit gerechnet, dass das Knobelspiel mit den optischen Illusionen derart fesselt. Kann der Nachfolger Echoshift ein ähnliches Suchtverhalten auslösen?

Und täglich grüßt das Murmeltier

Auf eine Geschichte verzichtet der Puzzler wie sein Vorgänger komplett. Wo bei Echochrome noch das Kippen und Drehen eines dreidimensionalen Gebildes auf dem Tagesplan stand, spielt sich Echoshift deutlich anders. Hier geht es um Zeitmanipulation. Wer an Titel wie Braid denkt, liegt nicht ganz daneben. Im Gegenteil, denn beide Logikspiele sind sich in gewisser Hinsicht ähnlich.

Grundsätzlich müsst ihr eine Spielfigur durch ein 2D-Levelkonstrukt führen, das mit allerlei Schalterrätseln gespickt ist. Um das Level abzuschließen, müssen Knöpfe zum Öffnen von Blockaden betätigt werden. Zeit spielt in Echoshift eine essenzielle Rolle. Daher empfiehlt es sich, den Level vor Beginn gut zu studieren. Welchen Knopf muss ich wann aktivieren, damit ich mir nicht womöglich selbst eine Falle stelle? Reicht die Zeit, mit einem Charakter alle Schalter umzulegen? Oder gehe ich auf Nummer sicher und opfere mehrere meiner Lakaien?

Lakaien? Ja, denn es gibt kleine Unterschiede zu Braid. So stehen euch für jeden Spielabschnitt neun Charaktere zur Auswahl. Sobald die Zeit eines Charakters abgelaufen ist, wird die Zeit zurückgespult und eure Aktionen werden als Geist, im Spiel „Echo" genannt, getätigt. Währenddessen führt ihr mit einem anderen Protagonisten parallel weitere Aktionen aus. An anderer Stelle müssen die Spielfiguren strategisch klug platziert werden. Zum Beispiel wird eine Zugbrücke erst dann aktiviert, wenn sich ein Gewicht auf dem entsprechenden Schalter befindet. Ziel ist am Ende stets das Erreichen der Ausgangstür mit einer Spielfigur.

echoshift - PSP Trailer
Das Knobelspiel echoshift erscheint auch für die PlayStation Portable; diese Version wird in einem neuen Trailer, der hier vorliegt, vorgestellt.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Timing eine tragende Rolle spielt und die Levels oftmals mit unerwarteten Fallen gespickt sind. In einigen Levels fällt beispielsweise ein Kasten von der Decke, der nur mit schnellem Button-Smashing hochzuheben ist. Da dies aber eine Spielfigur alleine kaum bewerkstelligen kann, müssen weitere akquiriert werden. Mit der Zeit werden immer neue und fiesere Fallen eingeführt. Dann machen euch beispielsweise tödliche Roboter das Leben schwer, die nur mit der richtigen Taktik zu bändigen sind, oder Blockaden werden mit Zeitschaltuhren versehen.

Glaubt uns, das Ganze hört sich in der Theorie einfach an, doch schon in den ersten Abschnitten werdet ihr das eine oder andere Mal wütend die UMD in die Ecke werfen wollen. Vom Anspruchsniveau her legt das Rätselspiel aus dem Hause Sony noch mal einen obendrauf, ist mit der nötigen Zeit aber gut durchzuspielen.

Simpel, aber knackig

Echoshift ist zwar knackig schwer, aber zugleich auch motivierend. Dazu trägt die eingängige Steuerung bei. Sorgte diese bei Echochrome aufgrund der Dreidimensionalität hin und wieder für Probleme, baut Echoshift auf einer 2D-Darstellung auf. Dirigiert werden die Spielfiguren mit dem Analog-Stick, während Aktionen mit der X-Taste ausgeführt werden - einfacher geht's kaum. Auch beim Umfang punkten die Entwickler. Die 56 Levels halten auch locker 10 bis 15 Stunden bei der Stange. Schön ist die Idee, jeden Level in drei Durchgängen mit unterschiedlichen Zielen absolvieren zu müssen. Nachdem ihr im ersten Durchlauf die Ausgangstür erreicht habt, muss im zweiten ein Schlüssel auf dem Weg eingesammelt werden. In der dritten Runde muss schließlich die Zeit für drei Sekunden gestoppt werden, um zusätzlichen Fallen auszuweichen.

Die Präsentation orientiert sich an seinem Vorgänger - schlicht und einfach, ohne großes Aufsehen zu erregen. Die Grafik war in Echochrome größtenteils in Schwarz-Weiß gehalten und setzte auf simple Strichmännchenzeichnungen, jetzt erspäht ihr auch den einen oder anderen Farbtupfer. Damit werden wichtige Schalter, Türen und Wände hervorgehoben. Die Musik hält sich indes brav im Hintergrund.

Fazit

Patrick Schröder - Portraitvon Patrick Schröder
Echoshift ist kein bloßer Nachfolger. Das Konzept der Zeitmanipulation sorgt für jede Menge fordernder Rätselaufgaben, bis die Köpfe qualmen. Das Level-Design ist nicht besonders abwechslungsreich, wartet aber mit jeder Menge Facetten auf. Wer unterwegs knobeln möchte, macht hier nichts falsch, zumal der Preis von gerade mal 20 Euro mehr als fair ist.

Überblick

Pro

  • viele Knobeleien
  • fordernde Aufgaben
  • gut umgesetzte Zeitmanipulation
  • einfache Steuerung

Contra

  • kein Level-Editor
  • später sehr schwere Logikrätsel
  • insgesamt wenig Abwechslung

Wertung

  • PSP
    79
    %