Special - E3 2005 - Das Fazit : Drei harte Messetage

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    Erfreulich war, dass es neben den unzähligen Konsolentiteln auch endlich wieder ein paar interessante PC-Titel aller Genres geben könnte, wobei allerdings gesagt werden muss, dass der Sequel-Wahn erneut zuschlug und viele Titel nur durch ihre Technik, nicht aber neue Gameplay-Ideen überzeugen konnten. Meine persönlichen Highlights waren auf jeden Fall 'Prey' mit seinen abgefahrenen Gameplay-Elementen, das umwerfende 'Elder Scrolls 4', das bahnbrechende 'Spore', THQs Action-RPG 'Titan Quest' und die ersten Eindrücke von 'Alan Wake'. Auch einige Geheimtipps waren zu sichten, wie das originelle 'Snow' oder mit 'Shattered Union' endlich mal wieder ein rundenbasiertes Oldschool-Strategiespiel. Klar, es gab noch weitere potentielle Blockbuster wie 'Quake 4' oder 'Call of Duty 2', aber irgendwie hauten diese mich persönlich nicht ganz so vom Hocker.

    Allerdings habe ich auch einige Dinge schmerzlich vermisst. So stiefelte ich nichts ahnend am Bethesda-Stand vorbei, wo mich ein 'Fallout 3'-Plakat wohlig an frühere Rollenspiel-Zeiten erinnerte. Doch nix war's, 'Fallout 3' wurde nicht gezeigt, nicht mal ein müder Screenshot war Bethesda zu entlocken. Machten vor der E3 noch Gerüchte um 'Diablo 3' oder 'StarCraft 2' die Runde, so gab es auch hier eine Enttäuschung – außer dem (sehr guten) 'StarCraft Ghost' und 'World of WarCraft' hatte Blizzard nichts zu bieten. Rockstar benahm sich wieder dem Namen entsprechend und ließ Online-Journalisten gar nicht erst in den Trailer-Park in der Halle.

    Was ich auch unterm Strich etwas vermisst habe, war die Qualität der Präsentationen. Nur selten konnte man sich wirklich die Zeit nehmen, sich in Ruhe ein Spiel mit Entwicklern anzuschauen, Fragen zu stellen und nachzubohren. Mehr als fünf Minuten waren kaum irgendwo drin bei den durch den Andrang extrem eng gesteckten Terminen, oftmals gab es statt echtem Gameplay nur Trailer und heruntergeratterte Feature-Listen und bei Terminen, die direkt in den Hallen stattfanden, konnte man ob der Lautstärke eh kaum Informationen aufschnappen. Glücklicherweise gab es auch Ausnahmen, die mit schallisolierten Kabinen und ordentlichen Präsentation glänzen konnten.

    Dennoch, der immense Andrang und das hohe Medienauftreten beweisen, dass es mit der Spielebranche aufwärts geht und die öffentliche Akzeptanz im Steigen begriffen ist. Warum auch nicht? Blockbuster wie 'GTA' oder 'World of WarCraft' spielen mittlerweile mehr Kohle ein, als so mancher Kassenschlager aus Hollywood. Schade nur, dass Europa und ganz speziell Deutschland da dank voreingenommener Medien und starrköpfiger Politik noch weit davon entfernt ist. Immerhin arbeiten verschiedene Publisher mit Mainstream-Titeln kräftig daran, das Spielen auch dem bisher uninteressierten Publikum näher zu bringen – ein Schritt, der auch nötig ist, denn eine Expansion des gesamten Spielemarktes erzielt man nicht mit Hardcore-Spielen.

    Trotz aller Widrigkeiten war auch diese E3 wieder eine gute E3, es gab viel zu sehen und unsere Köpfe und Notizbücher sind voll von Eindrücken, die wir - soweit irgend möglich - auch an euch weitergeben werden.

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