Preview - Dungeons & Dragons Online : Dungeons & Dragons Online

  • PC
Von Kommentieren
Memorieren oder nicht Memorieren?

Eines der größten Probleme, die sich für die Entwickler bei der Umsetzung des ’D&D’-Regelwerks ergab, ist das Magiesystem. So stehen den Magiern pro Tag nur eine festgelegte Anzahl von Zaubersprüchen zur Verfügung. Sind diese aufgebraucht, ist der Zaubernde erschöpft und muss neue Energien tanken. Was in ’Pen & Paper’-Partien problemlos funktioniert, da die Anzahl der memorierten Zauber den Ansprüchen genügen, erwies sich bei der Entwicklung des MMORPGs hinsichtlich der Kämpfe als hartnäckiges Problem: Weil Kämpfe dort in der Regel sehr viel schneller ablaufen, ist mit der klassischen Regelauslegung im Prinzip nach vier Kämpfen Feierabend für den Zauberer, die Höhle aber noch längst nicht von den Unholden gesäubert. Das Beschaffen der benötigten Komponenten soll hingegen ohne größeren Aufwand bewerkstelligt werden können.

Aus diesem Grund wagte man bei Turbine den entscheidenden Schnitt und passte das Kampfsystem an die neuen Anforderungen an, denn einfach eine Erhöhung der speicherbaren Zaubersprüche steigerte das Problem noch zusätzlich, da die sich daraus ergebende Vielzahl an zu memorierenden Zaubern das Interface des Titels zu sprengen drohte. Heraus kam das klassische Mana-System gängiger Fantasy-Rollenspiele. Nun bestimmt eine begrenzt zur Verfügung stehende Anzahl an Magie-Punkten das Zaubern, mit denen alle Sprüche ’finanziert’ werden. Des Weiteren werden die Kämpfe nicht rundenbasiert, sondern generell in Echtzeit ablaufen. Erfahrung erlangt man ausschließlich für das Lösen von Aufgaben und nicht durch das einfache Töten von Monstern. Speziell für Heldengruppen wird es deshalb auch möglich sein, an lang ausgedehnten Abenteuern teilzunehmen, um an reiche Beute zu kommen.

Das Herz von Dungeons & Dragons

Die wohl intensivste Erfahrung, die Spieler in ’Pen & Paper’-Rollenspielen erleben, sind die gemeinsamen Erlebnisse in der Gruppe. Hier möchte man nach eigenen Angaben den Schwerpunkt auch bei ’Dungeons & Dragons Online’ setzen, um dieser Tradition zu folgen. Dies wird wohl einer der Hauptpunkte sein, an dem sich das MMORPG messen lassen muss. Gab es während der letzten 16 Jahre durchaus gute Umsetzungen auf dem Computer, vermisste man jedoch die soziale Komponente der klassischen Vorlage. Doch da man sich jetzt erstmals an die Portierung des ’D&D’-Universums in die Welt der Online-Rollenspiele mit ihren tausenden Teilnehmern wagt, könnte endlich dieser zentrale Bestandteil von ’Dungeons & Dragons’ hoffentlich zufriedenstellend gelöst werden.

Über die technischen Daten von ’Dungeons & Dragons Online’ ist derzeit noch sehr wenig bekannt. Aktuell hat das MMORPG den Alpha-Status erreicht und es werden im Moment die Voraussetzungen für den Beta-Test geschaffen. Sobald dieser gestartet ist, werden wir euch selbstverständlich wieder, wie gewohnt, vor Ort über den Stand der weiteren Entwicklung des Online-Rollenspiels auf dem Laufenden halten.

Fazit

von Stephan Lindner
Turbine versucht bei der Entwicklung von ’Dungeons & Dragons Online’ die Gratwanderung, die legendäre Pen & Paper-Vorlage, die Seele der beliebten Videospiel-Umsetzungen sowie das Regelwerk in ein permanent existierendes Online-Universum zu transferieren. Wie eingefleischte ’D&D’-Fans die ersten Modifizierungen am komplizierten Regelwerk aufnehmen und ob noch weitere Änderungen folgen werden, dürfte eine der spannendsten Angelegenheiten bei der weiteren Entwicklung von ’Dungeons & Dragons Online’ werden.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel