Test - Driven : Driven

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BAM! Entertainment wirft einen neuen Arcade-Racer für die PlayStation 2 auf den Markt, der zudem mit einer Filmlizenz aufwarten kann. Da ist von Natur aus bereits für Spannung gesorgt, egal ob es sich wieder um einen der üblichen Lizenz-Flops handelt oder eine angenehme Überraschung ins Haus steht.

Driven
'Driven' - BAM!s PlayStation 2-Debut.

Driven - Ein Spiel zum Film
Für alle denen dies entgangen sein sollte: 'Driven' basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm mit Sylvester Stallone und Till Schweiger, der erst vor kurzem im Kino lief. Es handelt sich hierbei um einen Film rund um schnelle, Formel-Eins-ähnliche Fahrzeuge. Und gleiches trifft auch auf das Spiel zu: Wir haben es also mit einem actionbetonten Rennspiel zu tun, das nebenbei mit einer Filmlizenz daherkommt. Allein hierbei dürfte schon ein wenig Skepsis an den Tag gelegt werden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 'Driven' von BAM! Entertainment geschaffen wurde, die somit ihr Rennspiel-Debut geben, wird die Skepsis da noch grösser - zu Recht, wie wir euch gleich erklären werden.

'Driven' bietet euch unterschiedliche Rennoptionen in einem sauber aufgeräumten Hauptmenü. Es gibt einen 'Film'-Modus, einen 'Zwei-Spieler'-Modus, sowie reichlich Arcade-Rennen für einen Einzelspieler. Alle Modi stehen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Auswahl. Einige Rennarten für den Singleplayer-Modus und etliche Strecken für die Einzelrennen müssen erst hart erkämpft werden. In dieser Hinsicht bietet 'Driven' durchaus Genre-übliche Optionen. Im 'Film'-Modus bekommt ihr 14 verschiedene Aufgaben vorgesetzt, die ihr erfüllen müsst. Gestartet wird mit einem Trainingsrennen, später reichen die Aufgaben bis hin zu etlichen Einzelrennen auf zahlreichen Strecken, die sich an denen des Films orientieren. Hier habt ihr sicherlich eine Zeit lang zu knabbern, denn diese Herausforderungen zu erfüllen, gestaltet sich in der Praxis als äußerst schwierig.

Als Arcade-Modi stehen neben den erwähnten Einzelrennen auf einer Strecke eurer Wahl, in denen ihr gegen bis zu sieben Gegner antretet, drei verschiedene Meisterschaften (Euro-, US- und Weltmeisterschaft) und ein 'Blockaden'-Modus zur Auswahl. Bei den Einzelrennen könnt ihr zunächst nur zwischen zwei verschiedenen Strecken wählen. Während die erste bereits beim ersten Versuch mit dem Sieg endet, ist die zweite Strecke bereits sauschwer, da sie aus vielen scharfen Kurven besteht, vor denen ihr grossen Respekt haben werdet. Warum? Wegen der versauten Steuerung.

Driven
Im Einzelrennen dürft ihr ein Gefühl für die Strecken entwickeln.

Hilfe, mein Bolide spinnt
Viele Strecken in 'Driven' bieten scharfe Kurven, die nicht unbedingt mit der Steuerung konform sind. Die Entwickler haben scheinbar zu grossen Wert auf Realismus gelegt. Und so ist es euch beispielsweise nicht möglich an eine Kurve heranzufahren, abzubremsen und im Scheitelpunkt wieder Gas zu geben, wie es bei normalen Renntiteln eigentlich üblich ist. Stattdessen fängt der Wagen an durchzudrehen und dreht sich einige Male im Kreis. Dieses schreckliche Ereignis ereilt euch auch bei zu hohen Geschwindigkeiten auf unebener, aber gerader Strecke. Auch dann gerät der Bolide ins Schleudern, obwohl es keinen Grund dafür gibt.

Die beiden Beispiele sollen euch vor Augen führen, dass sich das Gameplay schwierig gestaltet und selbst normale Kurven ein echtes Problem darstellen. Einmal zu spät gebremst, schon liegt ihr im Gras oder klebt an einer Mauer. Bremst ihr zu früh ab und lenkt in die Kurve, dann werdet ihr ebenfalls keine Möglichkeit mehr haben, einen Ausrutscher in die Mauer zu verhindern. Die Boliden sind so träge, dass eine Reaktion eine Weile auf sich warten lässt. Einmal falsch oder zu früh gelenkt, dann gibt es kaum noch Möglichkeiten zur Korrektur. Daran müsst ihr euch als Spieler in einigen Übungsstündchen gewöhnen. Wer eine Chance haben möchte, muss jede Strecke auswendig kennen und die richtigen Bremspunkte finden. Intuitives Fahren ist bei 'Driven' nicht gewährleistet.

Stattdessen warten Dreher auf euch, die nicht einmal selbst verursacht werden. Selbst wenn ihr eine Strecke relativ gut beherrscht, seid ihr noch nicht vorne mit dabei. Jeglicher Kontakt mit gegnerischen Fahrzeugen ist gefährlich. Wenn es zur Kollision kommt, dann seid ihr der Verlierer. Die KI der Gegner ist aber auch nicht sonderlich fortgeschritten: Eure Gegner weichen in brenzligen Situationen nicht aus, sondern schiessen euch oder einen andern Spieler zuweilen sogar absichtlich ab.

Driven
Juhu, an letzter Position - das ist bei 'Driven' normal.

Das Konzept von 'Driven' ist so ausgelegt, das ab einer bestimmten Zeit ohne Kontakt mit dem Seitenrand oder Gegnern eine Art Turbomodus zugeschaltet wird. In dieser Phase beschleunigt der Bolide des jeweiligen Fahrers schneller und erreicht auch eine höhere Endgeschwindigkeit. Selbstverständlich gilt das auch für die Computer-Gegner. Die ersten drei Fahrzeuge fahren quasi hauptsächlich mit Turbo. Um diese nun einzuholen, bedarf es sehr viel Glück und fahrerischen Könnens. Immerhin müsst ihr ja ebenfalls einen Grossteil im Turbo fahren, was die Kurvenproblematik nicht einfacher macht. Nein, 'Driven' ist fast unspielbar und bietet Frust pur. Selbst Hardcorespieler dürften an der Steuerung verzweifeln.

Aber gut sieht es aus
Die Mängel bezüglich der Steuerung sind umso tragischer, wenn man sich die überdurchschnittliche Grafik des Spieles näher anschaut. Die Strecken wissen nämlich von Anfang an zu gefallen. Die Landschaften wechseln stetig, von der Wüste bis hin zu Stadtkursen ist alles dabei. Das Spiel ist schnell und flüssig. Das rührt daher, dass auf sämtliche Animationen jenseits der Strecke verzichtet wurde. Die Fahrzeuge sind detailliert dargestellt, auch wenn die Crashs physikalisch nicht korrekt sind. Wenigstens verliert das Fahrzeug auch mal seine Räder oder andere Metallteile. Sollte dieser Fall eintreten und euer Wagen fahruntüchtig sein, dann könnt ihr ihn mitten auf der Strecke reparieren lassen. Fünf Crashs dürft ihr fabrizieren - danach ist das Rennen vorbei. Logischerweise ist der Zeitverlust danach nicht mehr wett zu machen. Ein besonderes Schmankerl ist der erwähnte Turbo-Modus, denn in diesem wird die Grafik an den Randbereichen verschwommen, was einen eindrucksvollen Effekt erzeugt.

Driven
Insgesamt könnt ihr immerhin acht Strecken befahren.

Es gibt verschiedene Ansichten, die allesamt spielbar sind. Mein Favorit ist nach wie vor die Ego-Ansicht, in der ihr nur die Strecke einsehen könnt, was wirklich wichtig ist, um die richtigen Bremspunkte zu finden. Soundtechnisch bietet 'Driven' nur dünnes Zeug, denn die Boliden klingen harmlos und unrealistisch. Ob der Soundtrack vom Film ist, entzieht sich meiner Kenntnis, jedenfalls ist auch der unterdurchschnittlich.

 

Fazit

von Jan Krause
'Driven' ist eines dieser Spiele, die von den Features her alles für einen unterhaltsamen Titel mitbringen. Auch die Bilder vermitteln den Eindruck eines guten Spieles. Wer aber erst einmal das Joypad seiner PlayStation 2 in die Hand nimmt, der wird schnell erkennen, wo die ultimative Schwachstelle von 'Driven' liegt: Es ist nahezu unspielbar und selbst diejenigen, die sich in einer langwierigen Phase mit der Steuerung vertraut gemacht haben, werden kaum eine Chance haben, auch mal ein Rennen zu gewinnen - Frustration pur. 'Driven ' sollte besser in den Regalen der Händler verstauben.  

Wertung

  • PS2
    44
    %

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