Preview - Dragon Riders: Chronicles of Pern : Dragon Riders: Chronicles of Pern

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Nalaya, die Weyrherrin des Weyrs 'Fort' und gleichzeitig die Reiterin der goldenen Drachenkönigin 'Morath' ist tot und der ewige Pakt zwischen Reiter und Drachen gebrochen. Versunken in tiefster Melancholie droht Morath ihr Gehege zu verlassen, deren Inhalt ein seltenes goldenes Ei ist, ein goldener Drache, ihr Nachfolger. Nun muss eine Reiterin für den ungeboren Drachen gefunden werden, dies ist eure Aufgabe.

Nach der Vorlage des Science Fiction Romans 'Die Chroniken von Pern' von Anne McCaffrey entsteht gerade unter dem Banner von Ubi Soft ein nicht ganz klassisches 3D-Action Adventure. Mit der etwas eigenartigen Kameraführung und dem sicher stark verbesserungswürdigen Dialogsystem haben die Designer wohl einen Schritt zu weit nach vorne gewagt, was der wunderschönen und innovativen Story, nämlich die der Welt von Pern, gar nicht zugute kommt.

Dragon Riders: Chronicles of Pern
Für die Dialoge zoomt die Kamera nahe an die detaillierten Personen ran.

Die Zukunft ist kalt und metallen? Nicht immer, denn auf der Suche nach einer neuen Heimat haben die Menschen den Planeten Pern besiedelt. Dort vergaßen und verdrängten sie schnell alle Technik, doch vorher erschafften sie aus den Genen einer Echsenart die Drachen, von denen man unterscheidet in grüne, braune, bronzene und goldene, letztere sind die Drachenköniginnen und sehr selten. In 'Dragonriders' übernimmt der Spieler die Rolle von D'Kor, einem jungen Drachenreiter, dessen bronzener Drache 'Zenth' eigentlich seinen Bruder als Reiter wählen sollte, wie es von allen an der Zeremonie teilnehmenden Menschen, wie auch seiner Familie, erwartet wurde. Nach uralter Tradition sucht sich der frisch geschlüpfte Drache seinen Reiter selber aus, mit dem er dann einen ewigen, geistigen Pakt eingeht, den nur der Tot trennt. Natürlich überkam seinen Bruder die Eifersucht und D'Kor wurde zusammen mit seinem neuen Lebensgefährten Zenth von seiner Familie ausgestoßen.

Dragon Riders: Chronicles of Pern
Die Engine hat mehr zu bieten, als schlichte Innenlevel...

Als D'Kor habt ihr nun die Aufgabe erhalten, eine neue Weyrherrin für den Fort Weyr zu finden, die den ewigen Pakt mit der ungeborenen Drachenkönigen eingeht. Dies erweist sich als schwieriger als erwartet, da im Fort Weyr keine geeignete Nachfolgerin aufzufinden ist. So müsst ihr Euren Weyr verlassen und in den Burgen des Landes, die alle Weyrs mit Vorräten versorgen, nach einer Nachfolgerin für Nalaya Ausschau halten. Da dies jedoch ein Bruch der alten Regeln ist, wird Euch die Suche von Stunde zu Stunde von Gegnern der Aktion schwieriger gemacht. Und als wenn das noch nicht genug wäre, wartet noch eine weitere Gefahr auf euch: Alle 200 Jahre fliegt ein Roter Stern an Pern vorbei und sendet seine Todesboten auf diesen herab. Sich gegen diese zu verteidigen ist der eigentliche Grund, warum die Drachen geschaffen wurden. Die Story hat also mehr als nur 'Gut gegen Böse' auf Lager...

Dragon Riders: Chronicles of Pern
...wie man auch hier eindrucksvoll sehen kann.

Nach einem mittelprächtigen Intro begrüßt euch eine wunderschöne Animation des Hauptmenüs, die aber nicht zu überspringen ist und spätestens nach dem fünften Spielstart langweilig wird. So verhält es sich im Verlaufe des Spieles häufig, Dialoge laufen größtenteils automatisch ab und sind nicht zu überspringen. Das größte Hindernis bezüglich des Spielspaßes ist aber sicherlich die gewöhnungsbedürftige Kameraführung. So verschwindet der Protagonist D'Kor oft komplett aus dem Bild und die Orientierung geht verloren. Der Versuch, eine ähnliche Steuerung wie in 'Resident Evil' zu erreichen, schlug leider fehl. An einigen Außenlevels ändert sich die Perspektive auf herkömmliche 3rd-Person - Perspektive, was dem Spielspaß enorm zu Gute kommt, warum nicht immer so? Stattdessen fliegt die Kamera an einige Orten sogar über dem Spieler und zeigt das Geschehen aus der Vogelperspektive. Dabei bewegt sich die Kamera selber kein Stück, was der Landschaft einen starren Charakter verpasst.

Dragon Riders: Chronicles of Pern
Zenth ist immer im Kontakt mit D'Kor, jederzeit bereit, ihm Aukunft zu geben.

Aufgrund der hochauflösenden Texturen wäre dies aber gar nicht nötig gewesen. Technisch braucht sich 'Dragonriders' nicht vor der Konkurrenz zu verstecken, leider jedoch wurde die Welt von Pern leblos umgesetzt und kaum Liebe ins Detail gesteckt, obwohl viel mehr in der Engine steckt. Ubi Soft hat allerdings auch bereits signalisiert, dass sich besonders in diesem Bereich noch einiges tun wird. Man darf also auf Besserung hoffen. Auch das vom Titel zu erwartende Drachenreiten bleibt außen vor. Lediglich zum Wechsel der Ortschaft schwingt sich D'Kor auf den Rücken von Zenth, wobei der Spieler selber kein Einfluss auf den Flug hat, soll heißen, der Ortswechsel läuft auf Kommando und ab dann automatisch ab. Die Quests beschränken sich auf typische Botengänge bis mittelmäßige Rätsel. Weiteres Manko sind die Kämpfe, vor denen sich D'Kor jedoch fern hält, sobald er merkt, dass sein Gegenüber ihm überlegen ist, denn dann lässt er es gar nicht erst zum Kampf kommen. Somit werden Geschick und Können des Spielers gar nicht erst geprüft.

Rollenspieltypisch ist auch das Charaktersystem. D'Kor gewinnt mit der Erfüllung von Quest, durch Gespräche oder Kämpfe an Erfahrung. So wird er dann im Laufe des Spiels geschickter und stärker. Einen Multiplayermodus wird es vermutlich nicht geben. Einziger wirklich lobenswerter Aspekt ist die Soundkulisse im Spiel. Die Musikstücke klingen melodisch und passen angenehm zum Geschehen. Die Sprachausgabe und Lokalisierung war in dieser Version noch nicht ausgereift, lässt aber durch viele Optionen, wie zum Beispiel 'EAX' oder 'Direct3D Sound' einiges erwarten. Natürlich kann man aufgrund der frühen Beta noch keinen endgültigen Schlüsse ziehen und wenn sich Ubi Soft noch mächtig anstrengt, werden sicher noch Verbesserungen in den kritisierten Punkten eintreten.

 

Fazit

Gameswelt Redaktion - Portraitvon Gameswelt Redaktion
Tja, was soll man dazu sagen. Den meisten Spielen fehlt es an einer guten Story, die das Spiel beleben. Bei 'Dragonriders' ist es genau andersherum, wir haben eine wunderschöne Story, aber das Drumherum ist etwas leblos. Mein Appell an die Designer: Nehmt euch noch ein paar Monate Zeit, ändert die Kameraführung und merzt Spielspaßbremsen wie das Dialogsystem aus. Dann noch ein wenig an dem Leveldesign feilen und 'Gothic' und 'Ultima 9' bekommen ernste Konkurrenz.

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