Test - Dragon Ball Xenoverse 2 : Erweiterung zum Vollpreis?

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Es ist gerade einmal eineinhalb Jahre her, dass Dragon Ball Xenoverse die Fans trotz durchwachsener Wertungen beglückte. Actionreiche Kämpfe standen im ersten Teil im Vordergrund, das umfangreich angepriesene Missionssystem hingegen bot eher Magerkost. Dieses System wollte Entwickler Dimps für Dragon Ball Xenoverse 2 überarbeiten. Hat das geklappt? Und, wenn ja, was hat sich sonst in der recht kurzen Zeitspanne verändert? Erwartet die Fans vielleicht nicht mehr als ein Update zum Vollpreis?

Genau das könnte man denken, wenn man sich die Story des Spiels ansieht. Wie bereits im Vorgänger Dragon Ball Xenoverse wurde die Zeitlinie verändert. Eure Aufgabe besteht nun darin, sie mit eurem selbst erstellten Helden wieder in die richtigen Bahnen zu lenken und dabei einen Schurken nach dem anderen zu vermöbeln. Bereits die ersten Kämpfe lassen unweigerlich den Gedanken durch den Kopf rasen, genau diese Szenen doch schon gespielt zu haben. Sobald ihr jedoch den Start hinter euch gelassen habt, gibt es erste Veränderungen.

Neue Stadt, neues Glück?

Wart ihr im Vorgänger noch im eher beschaulichen Örtchen Toki Toki City unterwegs, dürft ihr nun die recht große Stadt Conton City erforschen. Conton City bietet wesentlich mehr zum Entdecken als die Stadt des Vorgängers und besteht aus mehreren Teilgebieten. Der Zweck der Stadt, nämlich zum einen als Multiplayer-Hub zu dienen und zum anderen die Story-Missionen und Nebenaufgaben zu präsentieren, bleibt jedoch unverändert. So trefft ihr immer wieder auf „Dragon-Ball“-Charaktere, mit denen ihr euch eine handfeste Keilerei liefern könnt, aber auch auf solche, die euch um einen Gefallen bitten.

Hierbei handelt es sich oftmals um Nebenaufgaben, von denen es nun eine ganze Menge gibt. Dabei erlebt ihr meist kleine, in sich abgeschlossene Geschichten, die sich um die Person drehen, der ihr gerade helft. Ob ihr nun als Hausangestellter euer Bestes geben wollt oder einem anderen Auftraggeber helft, genug Nahrung zu sammeln, um dessen Familie am Leben zu erhalten, ist eure Sache. Erfüllen werdet ihr diese Nebenaufgaben vermutlich sowieso alle, während ihr vor euch hin spielt.

Das eigentliche Spiel hat sich leider im direkten Vergleich zum Vorgänger so gut wie gar nicht verändert. Weder bieten die Kämpfe etwas Neues noch wurde die Technik aufgebohrt. Da wäre zum Beispiel die störrische Kamera, dank der ihr auch diesmal eure Gegner immer wieder aus der Sicht verliert. Selbst die Musikstücke stammen fast durchweg aus dem ersten Teil. Dadurch strapazieren sie euer Trommelfell extrem schnell und wirken eher störend als unterhaltsam.

Veraltete Technik

Die Grafik konnte bereits im Vorgänger nicht überzeugen, auch daran hat sich nichts geändert. Zwar gehören die kleinen Ruckler nun der Vergangenheit an, richtig schön sieht Dragon Ball Xenoverse 2 aber nicht aus. Ihr dürft euch auf matschige Texturen, Umgebungen, die als reine Kulisse dienen, und einige sehr langweilige Arenen einstellen. Auch die teils sehr langen Ladenzeiten nerven. Immerhin kann sich der Charaktereditor sehen lassen. Die Charaktererstellung lässt euch recht viele Freiheiten, eurem Traumcharakter steht daher nichts im Wege.

Dragon Ball Xenoverse 2 - Launch Trailer
Das Video zeigt euch anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung weitere Szenen aus Dragon Ball Xenoverse 2.

Die Charaktere sind gelungen, was sowohl für ihr Aussehen gilt als auch für ihre Animationen. Trotzdem wirkt das Spiel wie ein Titel aus grauer PS3-Anfangszeit. Die Kämpfe, um die es bei Dragon Ball Xenoverse 2 ja in erster Linie geht, laufen ähnlich actionreich wie im Vorgänger ab. Ihr entscheidet euch für eure Kombinationen und spult im passenden Moment die dazugehörigen Tastenkombinationen ab.

Das ist zwar nicht zwingend schlecht, bietet auf Dauer aber zu wenig. Schon nach wenigen Stunden verkommt das Kampfsystem eher zu müdem Button-Mashing, da ihr immer und immer wieder die gleichen Aktionen ausführt. Euren Charakter könnt ihr auch diesmal leveln und ihm so nach und nach bessere Werte verpassen. Gegenstände können gebaut und spezielle Outfits gesammelt werden, auch hier hat sich also nichts geändert. Selbst das Multiplayer-System ist so, wie man es vom Vorgänger kennt. Bis zu sechs Spieler können zusammen gegen starke Gegner antreten oder sich in den Ranglisten nach oben arbeiten.

Greift zu, wenn...

… ihr nicht viel Wert auf aktuelle Grafik legt und ein schnörkelloses Action-Spiel zocken wollt.

Spart es euch, wenn...

… ihr kein Update zum Vollpreis erwerben möchtet und euch das simple Kampfsystem zu langweilig ist.

Fazit

Sven Wagener - Portraitvon Sven Wagener
Zu wenig Neues

Entwickler Dimps hätte sich ein wenig mehr Zeit nehmen sollen. Zwar dürfen sich alle Dragon-Ball-Fans schon nach eineinhalb Jahren über ein neues Spiel freuen, wirklich neu ist es aber nicht. Mir genügt es nicht, wenn ich zwar eine neue Stadt und Nebenaufgaben erhalte, mich dafür aber mit bekannten Musikstücken, der immer noch schwachen Kamera und veralteter Optik begnügen muss.

Die Kämpfe machen mir auch in diesem Teil Spaß, können aber auf Dauer nicht motivieren. Das liegt auch daran, dass die ersten Spielstunden sehr einfach sind, der Schwierigkeitsgrad dann aber in manchen Kämpfen zu massiv angehoben wird. Hier wäre mir ein leichter Anstieg lieber gewesen, der natürlich zum Ende hin in einer echten Herausforderung gipfeln sollte. So bekommt ihr immer wieder zwischendurch einen Dämpfer verpasst, der einfach nicht sein müsste.

Immerhin hat man die Ruckler in den Griff bekommen, dafür sorgen nun teils sehr lange Ladezeiten für eine Unterbrechung des Spielflusses. Auch wenn Dragon Ball Xenoverse 2 kein schlechtes Spiel ist, bietet es im direkten Vergleich zum Vorgänger viel zu wenig Neues. Nur für ein Update dann den Vollpreis zu verlangen, ist mehr als unschön. Dragon-Ball-Fans werden Spaß haben, alle anderen, die den Vorgänger bereits besitzen, sollten sich den Kauf gut überlegen.

Überblick

Pro

  • neue und recht große Stadt
  • viele Nebenaufgaben
  • gut 70 bekannte „Dragon-Ball“-Charaktere
  • Singleplayer und Multiplayer
  • guter Charaktereditor
  • Charakter aus dem Vorgänger kann übernommen werden

Contra

  • sture Kamerasteuerung, die oft die Sicht auf die Action verwehrt
  • Kampfsystem artet schnell in simples Button-Mashing aus
  • altbackene Grafik
  • so gut wie keine neuen Musikstücke
  • teils sehr lange Ladezeiten

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