Test - Donkey Kong Country: Tropical Freeze : Nochmal eiskalt abgeliefert

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Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist einer jener Titel, die angesichts des Wii-U-Flops nicht annähernd die verdiente Aufmerksamkeit erhalten haben. Nun landet der Jump-'n'-Run-Diamant auf der weit erfolgreicheren Switch. Neben ein paar Detailänderungen steht vor allem der Funky Mode im Mittelpunkt der Neuerungen. Für wen lohnt sich die Anschaffung des Ports?

Ich habe Tropical Freeze bereits auf der Wii U durchgespielt und frage mich daher: Was gibt es über ein Spiel zu sagen, das schon vor vier Jahren mit vier von fünf Fingern am Rand der Perfektion hing? Daher im Folgenden die Erneuerung eines Liebesgelöbnisses, weil Donkey Kong und ich uns in den vergangenen Wochen wieder daran erinnert haben, warum wir uns mal ineinander verliebt hatten.

Wie mein geschätzter Vorgängerkollege David Kepler schon beim ursprünglichen Release von Donkey Kong Country: Tropical Freeze (zur Gameswelt-Review von Donkey Kong Country: Tropical Freeze) bemerkte, gibt es an dem Spiel kaum etwas auszusetzen. Das Jump 'n' Run ist einer jener Hochkaräter, der vielen Spielern allein aufgrund der Plattform entging, auf der er erschienen ist. Eine Schande, wie ich finde. Sechs Welten, prall gefüllt mit den abwechslungsreichsten Leveln, die ihr in einem Hüpfspiel finden könnt, lassen die Liebe, die in dieses Werk geflossen ist, an jeder Ecke erkennen.

Kein Level gleicht dem nächsten. Strände, Prärie, natürlich Eis und die einzigen Wasserlevel in der Videospielwelt, die Spaß machen – das alles ist natürlich immer noch vorhanden. Und noch immer steht der Soundtrack (übrigens von David Wyse, der schon Donkey Kong Country zu einem Ohrenschmaus gemacht hat) der Optik und dem Leveldesign in nichts nach. Was soll ich sagen, es greift alles Hand in Hand.

Donkey Kong Country: Tropical Freeze - Donkey Kong Character Trailer
Der Auftakt einer Charakter-Videoreihe zu Donkey Kong Country: Tropical Freeze beschäftigt sich mit Protagonist Donkey Kong.

Nach wie vor gibt es unglaublich viel zu entdecken, von den K.O.N.G.-Buchstaben über Puzzleteile bis hin zu den gut versteckten Bonusräumen, die sich natürlich nicht verändert haben und auch in der Switch-Version ein wenig Abwechslung vermissen lassen. Der hohe Wiederspielwert ist also definitiv gegeben und wird mit den später anwählbaren knüppelharten Zeitrennen sogar noch verstärkt.

Viele Geheimnisse erreicht ihr nur mit der Hilfe von Donkeys Freunden, Dixie, Diddy und Cranky, die im Singleplayer-Modus auf dem Rücken des Gorillas verweilen. Spielt ihr zusammen mit einem Freund, schnappt sich jeder einen Joy-Con und ihr könnt die Level unabhängig voneinander erkunden. Alles beim Alten so weit. Was mich wirklich interessiert, ist die Frage, was sich in den vier Jahren getan hat, die zwischen Original und Portierung liegen.

Neu: Jetzt auch mit New Funky Mode!

Was die beiden Versionen am meisten voneinander unterscheidet, ist der neue Funky Mode, der exklusiv auf der Switch verfügbar ist. Ob dieser Modus ein Kaufgrund für Tropical Freeze ist? Kommt darauf an, da es sich dabei gewissermaßen um einen God-Mode handelt. Der coolste Kong hat einfach zu viel „Swag“, um groß Schaden zu nehmen. Einmal vor Beginn eines neuen Spielstandes ausgewählt, spielt ihr als Surferaffe mit fünf statt den üblichen zwei Herzen, was für sich genommen den Schwierigkeitsgrad schon deutlich entschärft.

Hinzu kommt, dass Funky auf seinem Surfbrett über sonst tödliche Stacheln springen und sogar sehr gemächlich schweben kann. Panik kommt in kniffligen Sprungpassagen so jedenfalls nicht mehr auf. Zu guter Letzt verfügt der neue Affe dank Schnorchel über unbegrenzt Sauerstoff unter Wasser. Ein Leben verliert ihr folglich nur mehr dann, wenn ihr euch sehr ungeschickt anstellt. Als Ausgleich für den stark vereinfachten Schwierigkeitsgrad stehen euch als Funky eure drei Kompagnons nicht mehr zur Verfügung.

Ist das nun schlecht? Wie ich finde, nicht. Der Funky Mode ist vom herkömmlichen Modus klar getrennt und wird euch nicht vor die Nase gehalten, wenn ihr euch schlecht schlagt, wie es vor einigen Jahren in fast jedem Nintendo-Spiel der Fall war. Ich sehe den Modus als Chance, Donkey Kong Country: Tropical Freeze auch weniger geübten Spielern schmackhaft zu machen. Wer sich jedoch von vornherein bei halsbrecherischen Lorenabschnitten und punktgenauen Sprüngen pudelwohl fühlt, braucht den zusätzlichen Modus nicht als Kaufargument. Doch durch ihn kann jeder Spielertyp gleichermaßen das perfektionistische Leveldesign von der ersten bis zur letzten Sekunde genießen.

Affe mit Nasen-OP

Technisch war Tropical Freeze schon auf der Wii U alles andere als Banane. Auf der Switch bekommt das Spiel nun seinen endgültigen Feinschliff. Knackscharf und mit deutlich kürzeren Ladezeiten hüpft es sich noch viel schöner. Nie gerät das Bild ins Stocken. Kurios allerdings: Aus irgendeinem Grund wurde die Beschaffenheit von Donkeys Nase während des Spielens verändert. Der Unterschied lässt sich gut in den merkwürdigerweise nicht geänderten Zwischensequenzen erkennen. Was früher zwei Löcher im Gesicht des Affen waren, sind heute schlitzförmige Nüstern: ein Kuriosum, das sich selbstverständlich nicht aufs Spielvergnügen auswirkt, einen aber auch nicht loslässt, weil man gar nicht anders kann, als ständig darauf zu achten.

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