Test - Donkey Kong Country Returns : Ich glaub, mich laust der Affe

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Es wird Zeit, die Banane auszupacken, denn Donkey Kong kehrt zurück. Bereits in den 90er-Jahren sorgte der Affe mit Krawatte für jede Menge Begeisterung und offene Münder. Die vorgerenderten Grafiken von damals gehörten zum Schönsten, was eine 16-Bit-Konsole zu bieten hatte. Aber auch spielerisch überzeugten die drei Donkey-Kong-Country-Titel. Entwickler Retro Studios hat sich an diesen Spielen orientiert und liefert mit Donkey Kong Country Returns nun das Ergebnis ab. Kann der alte haarige Bettvorleger auch heute noch punkten?

Statt zu versuchen, das Rad neu zu erfinden, haben sich die Retro Studios auf die alten Stärken des Affen konzentriert. Ähnlich wie bei New Super Mario Bros. bekommt ihr eine technische Neuinterpretation alter Tugenden. Das bedeutet, ihr werdet rennen und springen, was das Zeug hält, und dabei in den Levels mit allerlei Gegnern, Fallen und Boni konfrontiert. Und warum? Weil irgendein neuer Bösewicht Donkey Kong all seine Bananen gestohlen und alle Tierfreunde hypnotisiert hat. Eine Rückkehr von K.Rool und den Kremlings gibt es dieses Mal nicht. Dafür aber neue Feinde und vor allem auch Endbosse.

Hart, aber fair

Insgesamt sind auf der Insel acht unterschiedliche Levelwelten untergebracht, die euer ganzes Können fordern, denn Donkey Kong Country Returns ist alles andere als ein leichtes Spiel. Ihr könnt euch sicher sein, dass ihr viele Bildschirmtode sterben werdet, denn präzise Sprünge auf sich bewegenden Plattformen und brenzlige Situationen, in denen ihr unter Zeitdruck agieren müsst, gehören hier zum Alltag. Wer eine niedrige Frustgrenze hat, sei also schon mal gewarnt.

Im Gegensatz zum leichter zugänglichen Kirby werdet ihr hier auf die Probe gestellt und mit schwitzenden Händen am Gamepad kleben. Oder besser gesagt an der Wiimote. Eine Unterstützung des Classic Controllers gibt es leider nicht, denn manche Bewegungen müsst ihr durch Schütteln der Wiimote ausführen, wie zum Beispiel die Bodenrolle. Das ist zwar eine nette Idee, führt aber durchaus hin und wieder ungewollt in den Tod. Eine optionale Classic-Controller-Unterstützung wäre hier optimal gewesen.

Donkey Kong Country Returns - Staaart! Die ersten 10 Minuten
Da laust uns der Affe: Wir zeigen euch die ersten Minuten von DKC Returns.

Daddeln mit Diddy

Zur Unterstützung steht euch der kleine Diddy Kong zur Seite, der hin und wieder in Fässern auf dem Weg versteckt ist. Eure Energie steigt so nicht nur um zwei Herzen, ihr könnt mit dem Kleinen auf dem Rücken nach einem Sprung auch kurzzeitig in der Luft schweben. Das erleichtert einem das Leben in manchen Situationen schon ganz schön. Spieler zwei darf zwar in die Rolle des kleinen Kompagnons schlüpfen und dann sogar ballernd zur Seite stehen. Allerdings kann es hier schnell passieren, dass einer der Spieler außerhalb des Bildschirms landet. Ein richtig vollwertiger Koop-Modus ist das nicht, aber immer noch eine nette Dreingabe. In Shops kauft ihr gegen Goldmünzen weitere Leben und auch den Schlüssel zum Bonuslevel einer jeden Welt.

Altes und Neues

Natürlich trefft ihr im Spiel auf viele bekannte Elemente, wie die berühmten Minenkart-Fahrten. Oder dass ihr Donkey Kong von Fass zu Fass ballert, um durchs Level zu kommen. Auch sammelt ihr wieder jede Menge Boni ein, wie Puzzlestücke und KONG-Buchstaben. Zudem dürft ihr auf Rambi durch die Levels reiten und seid dann so gut wie unantastbar. Neu ist, dass Donkey Kong jetzt auch klettern kann. Durch das Gedrückthalten eines Controller-Knopfs kann sich Donkey Kong zum Beispiel an Gras festhalten und dann an Wänden entlanglaufen. Gerade das passt perfekt zur Spielmechanik. Außerdem kann Herr Kong nun auch blasen und somit Pusteblumen enthaupten. Irgendwie wirkt das aber etwas zu aufgesetzt und stört auch etwas den Spielfluss.

Grafisch einfach schön

Donkey Kong Country Returns verlässt die Pfade der vorgerenderten Grafiken und setzt auf Echtzeitoptik. Dadurch geht zwar das bekannte Flair etwas verloren, die Grafik ist für Wii-Verhältnisse dennoch wunderschön. Die Welten bieten unterschiedliche Szenarien und, was noch viel wichtiger ist, nutzen diese Szenarien für kreative Ideen, die sich hervorragend in die Spielmechanik einfügen. Wie zum Beispiel das Raketenfass, mit dem ihr Donkey Kong durch die Levels steuert. Optisch besonders extravagant und dennoch unglaublich charmant ist das Sonnenuntergangslevel, in dem der ganze Vordergrund und Donkey Kong selbst, bis auf seine rote Krawatte, schwarz sind.

Auf hohem Niveau ist auch die Musik: Die Originallieder des Klassikers wurden in ein frisches Gewand gepackt und umschmeicheln das Ohr genauso schön wie damals.

Fazit

Felix Rick - Portraitvon Felix Rick
Donkey Kong Country Returns ist eine Ode an alle Spieler, die mit Nintendo groß geworden sind und schon damals mit dem Affen von Liane zu Liane sprangen. Das merkt man auch am Schwierigkeitsgrad, denn Freizeit-Jump-'n'-Runner werden hier komplett überfordert sein. Dennoch ist das Spiel immer motivierend, auch wenn die Steuerung per Wiimote manchmal nicht ganz mitspielt. Die abwechslungsreichen Levels sind vollgepackt mit genialen Ideen und strotzen nur so vor Kreativität, auch wenn sich manche Elemente hin und wieder wiederholen. Dennoch: Während die einen nun Avatare kreieren, haben die Retro Studios das Zepter der Old-School-Jump-'n'-Runs von Rare aufgenommen und wunderbar in die heutige Zeit transportiert.

Überblick

Pro

  • sehr abwechslungsreiche Szenarien
  • sehr schöne Grafik
  • gute Musik
  • viele Boni zu entdecken
  • kreatives Level-Design
  • macht einfach Spaß

Contra

  • Steuerung per Wiimote nicht immer optimal
  • manche Spielelemente wiederholen sich
  • Spiel hat durchaus ein gewisses Frustpotenzial

Wertung

  • Wii
    89
    %