Test - Divinity: Original Sin : Detektivarbeit

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Eigentlich könnte man meinen, dass die Zeit der großen Old-School-Rollenspiele vorbei wäre. Titel wie Baldurs Gate 2 oder Planescape Torment sind zwar immer noch geliebte Klassiker, aber bei vielen Spielern dürften solche Titel heutzutage eher auf Ablehnung stoßen. Der belgische Entwickler Larian Studios ist aber nicht dieser Meinung. Er war sich sicher, dass es da draußen noch Spieler gibt, die ein klassisches Rollenspiel mit offenen Armen empfangen. Lange musste er nicht nach einem geeigneten Gerüst für sein Mammutprojekt suchen. Im Lebenslauf des Studios steht nämlich die Divinity-Rollenspielreihe, in die sich nun auch Divinity: Original Sin einreiht. Ein bekannter Name ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn man in unserer heutigen Zeit ein Hardcore-RPG auf die Beine stellen möchte. Er lockt Fans an, die wiederum neue Spieler darauf aufmerksam machen. Dass dieses Vorhaben Früchte getragen hat, beweist die erfolgreiche Kickstarter-Kampagne.

Dort knackte Divinity: Original Sin die Millionenmarke und verkaufte sich danach auch auf Steam im Early-Access-Status anständig. Nun ist das Spiel endlich fertig und seit Kurzem auf Steam als Vollversion erhältlich. Doch haben die Larian Studios tatsächlich all die Versprechen für dieses ehrgeizige Projekt halten können? Ist die Welt wirklich so offen wie angepriesen? Wie sieht es mit dem Kampfsystem aus, das so viel Tiefe versprach? Aber was uns vor allem interessiert: Gibt es wirklich dutzende Wege, um die Kämpfe zu bestehen und die unterschiedlichen Aufgaben zu lösen? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir uns in das vielversprechende Abenteuer gestürzt.

Verschmelzende Charakterklassen

Wie es sich für ein typisches Rollenspiel gehört, beginnt die Reise mit der Erstellung eures Charakters. Dabei passt ihr euer Aussehen ebenso an wie eure Charaktermerkmale. Doch ihr werdet schnell bemerken, dass hier etwas anders ist. Es wird nicht nur ein Charakter erstellt, sondern zwei. Zwischen beiden könnt ihr dann je nach Lust und Laune wechseln. Währenddessen wird der andere von der KI oder von einem weiteren Spieler gesteuert, denn Divinity: Original Sin hat einen Koop-Modus. Beide Spieler können sich in der Welt frei bewegen. Der eine quatscht ein wenig mit den Einheimischen, während der andere die Häuser leerräumt.

Das Spiel lässt euch da Freiraum. Im Kampf solltet ihr aber vorsichtig sein, da ein kraftvoller Zauberspruch den anderen Spielcharakter verletzen kann. Aber seien wir ehrlich, das macht doch am meisten Spaß. Fans von Charakterwerten werden bereits im Vorfeld Freude haben. Bei der Erstellung der Charaktere wird nämlich klar, dass es sich hier um ein etwas komplexeres Rollenspiel handelt. Viele unterschiedliche Klassen stehen zur Auswahl. Jede Klasse kann jedoch von euch so verändert werden, das sie nichts mehr mit dem Original zu tun hat. Ihr steckt Punkte in bestimmte Attribute oder Fähigkeiten, die dann spezielle Zauber freischalten, wählt aber zu Beginn auch zwei Talente aus.

Divinity: Original Sin - Die Elemente Featurini Gameplay Trailer
Der neueste Featurini-Clip zu Divinity: Original Sin widmet sich den Elementen im Spiel.

Komplexität, die überwältigt

Ihr möchtet gerne mit Tieren reden oder ein Fünf-Sterne-Koch sein? Kein Problem. Allerdings bleiben euch die anderen Talente dann vorerst verwehrt. Einen Talentpunkt erhaltet ihr nur bei jedem vierten Level-up. Dazu gibt es noch Punkte für Fähigkeiten, mit denen ihr neue Zaubersprüche freischaltet oder bessere Tränke herstellen könnt. Punkte für eure Attribute gibt es bei jedem anderen Levelaufstieg. Hier ist viel Köpfchen gefragt, da ihr nicht alles freischalten werdet. Im weiteren Verlauf des Spiels besteht aber die Möglichkeit, die vergebenen Punkte neu zu verteilen.

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