Test - Die Sims 4 : Der Add-on-Baukasten

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Seit vielen Jahren schart Die Sims eine sehr große Fan-Gemeinde um sich. Mit jedem neuen Teil kamen Neuerungen hinzu, die von der Community zumeist gut aufgenommen wurden. In Die Sims 4 wurde jedoch mehr gestrichen als Neues hinzugefügt. Kann das funktionieren?

Fünf Jahre lang war Die Sims 3 das Maß der Sims-Dinge. Viele kleine und große Erweiterungen kamen in dieser Zeit hinzu und blähten Die Sims 3 zu einem Rundum-glücklich-Paket auf. Ein neuer Teil hat es da natürlich schwer, da ihm viele Feinheiten fehlen, die beim Vorgänger erst nach und nach ins Spiel kamen. Aber seien wir ehrlich, als langjähriger Sims-Spieler, dabei seit dem ersten Teil, erwartet man zum Start weder Tiere noch Urlaubsorte. Wenn dann jedoch, wie bei Die Sims 4 der Fall, im Vorfeld bekannt wird, dass elementare Dinge nicht mehr dabei sind, die man seit 14 Jahren als Standard empfindet, schaut man kritischer auf das, was dafür neu ins Spiel kommt.

Lange Nase, dicker Bauch

Neuerungen sind nicht immer gut, aber fast immer zumindest interessant. Bei Die Sims 4 machen sich die ersten schon beim Spielstart bemerkbar. Klar, dass ein neuer Ladebildschirm auf den Spieler wartet, versteht sich von selbst. Dass das Spiel jedoch so schnell in den Speicher des PCs geladen wird, verwundert hingegen. Insbesondere dann, wenn man die langen Ladezeiten aus dem Vorgänger gewohnt ist. Schon nach kurzer Zeit gelangt ihr beim ersten Spielstart in den Sims-Editor, in dem ihr euch einen Sim erstellen sollt. Hierbei fallen die ersten gravierenden Unterschiede im Vergleich zu Die Sims 3 auf.

Statt mit Schiebereglern an Feinheiten des Aussehens eures Sims zu feilen, könnt ihr das nun auf eine sehr direkte Art und Weise erledigen. Per Drag und Drop „greift“ ihr euch zum Beispiel eine Gesichtspartie und verändert deren Beschaffenheit, indem ihr die Maus in unterschiedliche Richtungen bewegt. So erstellt ihr sehr leicht den Sim eurer Träume - einfacher als im Vorgänger. Auch diesmal könnt ihr sehr viele Feinheiten des Aussehens eures Sims bearbeiten, hier sind euch kaum Grenzen gesetzt. Die treten jedoch bei der Kleidung eures Sims zutage. Durftet ihr im Vorgänger noch die Farben der Klamotten eures Sims recht frei bestimmen, geht dies in Die Sims 4 nicht mehr. Ihr könnt nur aus fest vorgegebenen Farbvorschlägen wählen, was auf Dauer stark einschränken kann.

Neben der Stimme legt ihr ab jetzt zum Beispiel die Gangart eures Sims fest. Soll er sich durch die Weltgeschichte schleppen und dadurch allen verdeutlichen, dass die gesamte Last der Welt auf seinen Schultern liegt? Oder soll er lieber munter beschwingt durch die Gegend wandern? Klar, euer Sim kann auch die Nase hoch tragen, damit gleich jeder sieht, dass er hier den tollsten Sim überhaupt vor sich hat. Bei dieser neuen Einstellung habt ihr recht viele Optionen, für jeden sollte das richtige dabei sein. Im Großen und Ganzen könnt ihr im Editor nun mehr Feinheiten einstellen, werdet jedoch zumindest bei den Farben der Kleidung eingeschränkt.

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Ist der Sim erschaffen, findet ihr euch in der Spielwelt wieder. Zwei Nachbarschaften stehen zu Beginn zur Auswahl, sie wirken jedoch sehr klein. Euer Sim ist nicht mehr an nur eine Nachbarschaft gebunden, sondern kann zwischen allen hin- und herreisen. Das bringt spätestens mit den ersten Erweiterungen, die neue Features ins Spiel integrieren, einen großen Vorteil mit sich. Nehmen wir als Beispiel die Haustiererweiterung des Vorgängers: Mit ihr kam eine neue Nachbarschaft, in der ein Reitplatz, Tierläden und mehr zu finden waren. Die Integration dieser neuen Aspekte in bestehende Nachbarschaften war immer etwas problematisch. Und in der neuen Nachbarschaft konnte man nur spielen, wenn die gewünschten Sims dorthin gezogen waren.

Die Sims 4 - Launch Trailer (fr.)
Nicht mehr lang bis zum Release von Die Sims 4.

Das ist nun nicht mehr der Fall. Wie gesagt, euer Sim kann zwischen allen integrierten Nachbarschaften wechseln und auch jederzeit in eine andere umziehen, ohne dabei seine sozialen Kontakte in der bisherigen aufzugeben. Habt ihr euch für ein Grundstück entschieden, auf das euer Sim ziehen soll (ein bestehendes Haus könnt ihr natürlich auch wählen) und das er sich leisten kann, klickt ihr es auf der Übersichtskarte an und nach kurzer Ladezeit seid ihr schon dort. Hierbei bemerkt man jedoch unweigerlich eine gravierende Änderung im Vergleich zum dritten Teil: Es gibt keine komplett offene Welt mehr. Gerade diese Neuerung machte Die Sims 3 so besonders, denn in den ersten beiden Teilen musstet ihr immer erst reisen, wenn ihr einen Nachbarn besuchen wolltet.

Leider ist dies nun wieder so, dazu aber später mehr. Im Bau-Modus hat sich einiges getan. Nicht nur, dass der Editor viele Erleichterungen mit sich bringt, auch die Auswahl an Fenstern, Türen und mehr ist wesentlich größer als im Vorgänger. Räume platziert ihr auf Wunsch direkt komplett. Wenn ihr wollt, könnt ihr sogar aus einer Auswahl Räume, die bereits möbliert sind, aufs Grundstück setzen. Auch dort könnt ihr das Design zumindest eingeschränkt anpassen.

Auch für den Bau-Modus gilt das, was schon beim Erstellen der Sims negativ auffiel: Ihr dürft nur noch aus einigen Designs auswählen, eine freie Farbpalette gibt es nicht mehr. Das führt leider dazu, dass ihr euch zwar im ersten Moment über die vielen neuen Fenster und Türen freut, auf Dauer schränkt euch die fehlende Farbpalette jedoch stark ein. Wer bisher die meiste Zeit mit dem Bauen von Häusern verbracht hat, stößt schnell an die Grenzen des Möglichen. Beim Bau der Häuser werdet ihr jedoch einiges vermissen, was zuvor zum Sims-Standard gehörte. Keller und Swimmingpools zum Beispiel gibt es derzeit nicht.

Seid ihr mit dem Bau des Hauses zufrieden und möchtet nun noch schnell ein Dach auf euer Werk setzen, werdet ihr euch wahrscheinlich wundern: Konnte man in den Vorgängern das Dach automatisch platzieren lassen, geht das jetzt nicht mehr. Umständlich müsst ihr ab sofort Dachstück für Dachstück platzieren, was schon nach kurzer Zeit dazu verleitet, dem Haus einfach ein Flachdach zu verpassen. Geht es um Dinge wie Teppiche und Tapeten, wird euch wieder einmal die Farbpalette fehlen, denn auch hierbei dürft ihr nur auf einige Designs zugreifen.

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