Test - Diablo III : Gut gemacht, Chance verpasst

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Praktisch ist, dass auf Basis eures Questfortschritts und der entdeckten Teleportpunkte kontinuierlich Spielstände angelegt werden. Somit könnt ihr jederzeit sowohl solo als auch im Mehrspielermodus direkt an bestimmten Stellen des Spiels einsteigen, sofern ihr diese bereits entdeckt habt. Von Nachteil ist allerdings, dass ihr augenscheinlich bei der Auswahl der Mehrspielersitzungen keinen Partien unterhalb des von euch erreichten Schwierigkeitsgrades beitreten könnt. Wer also bereits in „Hölle“ ist, aber gern noch mal Akt IV in „Alptraum“ machen möchte, der muss schon selbst ein Spiel starten und dieses öffentlich machen. Ganz harte Brocken wagen sich in den Hardcore-Modus. Wer hier stirbt, bleibt tot – die ultimative Herausforderung, das Spiel in diesem Modus in allen Schwierigkeiten zu schaffen. Sammler hingegen freuen sich über wahre Unmengen an Achievements.

Simpel, aber facettenreich

Während wir uns von Missionspunkt zu Missionspunkt hangeln, sammeln wir Erfahrung und leveln unseren Charakter. Dort findet sich dann tatsächlich etwas Neues, denn das Charaktersystem hat mit dem früherer Zeiten nur noch wenig zu tun. Das Verteilen von Attributpunkten gibt es nicht mehr und Fähigkeiten sowie deren Modifikation durch Runen werden zu bestimmten Zeitpunkten automatisch freigeschaltet. Vorbei die seligen Zeiten des Experimentierens? Nicht ganz. Während Attribute nur noch durch Ausrüstung verändert werden, bietet das Fähigkeitssystem reichlich Raum für Basteleien. Speziell, wenn man in den Optionen den kleinen Haken entdeckt, der es einem ermöglicht, die Fähigkeiten frei den beiden Maustasten sowie den vier Zahlentastenplätzen zuzuordnen, die uns maximal geboten werden.

Für die eigene Klasse die bestmögliche und zur Spielweise passende Kombination aus eben maximal sechs nutzbaren Fähigkeiten zu finden, mit den jeweils zur Fähigkeit gehörenden Runen, macht umso mehr Laune, wenn mehr und mehr Fähigkeiten und Runen auf der Liste auftauchen. Wo Einsteiger mit simplen Entscheidungen herangeführt werden, können sich Level-60-Veteranen trotz aller Vereinfachung herrlich dabei austoben, noch das letzte Quäntchen Effektivität aus ihrem Helden herauszukitzeln. Zumal die insgesamt vier Schwierigkeitsgrade nebst dem Gruppenspiel durchaus Ansätze bieten, noch ein wenig zu basteln. Vielleicht der einzige echte Nachteil ist, dass die Kampfstärke der Spielfigur letztendlich doch deutlich mehr von der Ausrüstung als von ihren Fähigkeiten abhängt.

Der Tod lauert überall

Der Kampf fühlt sich an wie in alten Zeiten. Die Spielfigur huscht dahin, wo der Mauszeiger hinklickt, der Kampf selbst besteht aus simplem Klicken und gelegentlichem Drücken von vier Fähigkeitstasten nebst einer für den Heiltrank. Das heißt allerdings nicht, dass die Kämpfe einfach wären. Mal warten einzelne Gegner, mal große Gruppen, dann wieder Bossgegner in verschiedenen Variationen auf euch. Besonders die Zufallsgegner, die Blizzard uns als Bosse vor die Nase setzt, können je nach Fähigkeiten überaus unangenehm werden. Was im normalen Modus noch schnell und unkompliziert von der Hand geht, wird in den anderen drei Graden immer mehr zur Herausforderung. Bewegung, Geschick und ein gewisses Maß an Taktik werden mit der Zeit unerlässlich, will man nicht durch das eigene Ableben - nebst Wiederbelebung durch Mitspieler oder am nächsten Speicherpunkt - seine Reparaturkosten erhöhen.

Solisten geraten mitunter an ihre Grenzen, spätestens ab „Hölle“ gibt es ab und an Gegnerkombinationen, die kaum zu schaffen sind. Sofern man sich aufgrund des unschönen, aber offenbar nötigen und im Hinblick auf die Auktionshäuser verständlichen Online-Zwangs überhaupt solo auf die Socken machen möchte. Ohnehin blüht Diablo III erst so richtig auf, wenn ihr zu viert in einer Gruppe unterwegs seid. Einfacher wird das Spiel dadurch nicht, denn mit jedem Mitspieler werden die Gegner stärker und widerstandsfähiger. Über Freundes- und Questliste kann man schnell und unproblematisch Spielen beitreten oder man erstellt einfach selbst eins. Praktisch: Im Spiel reicht ein Klick auf das (selbst erstellbare) Banner eines Mitspielers, um direkt zu ihm teleportiert zu werden.

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