Test - Destiny: Das Erwachen der Eisernen Lords : Eiserne Lords in eisigen Umgebungen

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Destiny hat eine etwas wechselhafte Geschichte hinter sich. Schon kurz nach dem Release warfen nicht wenige Spieler das Handtuch, weil sowohl Umfang als auch Loot-System ziemlich unbefriedigend waren. Einige Updates und die erste Erweiterung Haus der Wölfe halfen dem Titel nur bedingt auf die Sprünge. Erst mit dem großen Add-on rund um den König der Besessenen machte Bungie vieles wieder wett und holte sehr viele alte und neue Spieler an Bord. Nun ist mit den Eisernen Lords ein weiteres Add-on erschienen. Machen die Entwickler auch dieses Mal alles richtig?

Eine neue Gefahr bedroht das Universum. Ein Durchbruch in den Grenzen des Kosmodroms wurde geschaffen nachdem die Gefallenen des Hauses der Teufel die SIVA-Technologie entdeckt hatten. Eine neue Art von Spleißer-Gefallenen ist entstanden, ausgestattet mit Nanotechnologie und dadurch mutiert. Saladin, letzter der Eisernen Lords und Wächter dieser Grenze, bittet uns um unsere Unterstützung, um die Gefahr durch die Spleißer zurückzudrängen.

Genau darum geht es dann auch in der Story-Kampagne der Erweiterung. Habt ihr allerdings ein episches, mehrstündiges Abenteuer erwartet, seht ihr euch getäuscht. Wer nicht gerade die Wumme falsch herum hält, erlebt bereits nach rund zwei Stunden die letzte Mission der eigentlichen Geschichte. Immerhin, die Handlung nebst ihren Dialogen und Zwischensequenzen ist etwas klarer und transparenter und weniger esoterisch verquast als die des Hauptspiels.

Viel Kleinkram als Ergänzung

Das heißt natürlich nicht, dass Das Erwachen der Eisernen Lords damit schon komplett ausgelutscht ist. So entdeckt ihr mehr oder minder durch Zufall noch zwei Missionsreihen, die euch die exotischen Waffen Gjallarhorn und Khvostov in die Tasche schmuggeln. Zudem gibt es eine ganze Menge versteckter Objekte, einen neuen Strike sowie ab dem 23. September auch einen neuen Raid.

Auch ein neuer, öffentlicher Arenamodus ist dabei sowie drei (vier für PS4) neue Karten für den PvP-Schmelztiegel. Mit „Vorherrschaft“ gibt es zudem einen neuen Spielmodus, quasi ein (Team-)Deathmatch, bei dem ihr von getöteten Gegnern fallen gelassene Engramme sammeln müsst, um an Punkte zu kommen. Klingt so weit in Ordnung, ist für 30 Euro allerdings etwas dünn. Sicher, es gibt neue Waffen und Ausrüstungsteile und das Lichtlevel wurde auf 385 erhöht, aber wir haben für den Preis schon deutlich fleischigere DLCs gesehen.

Ein bisschen Neubau, ein bisschen Renovierung

Leider war Bungie auch beim Level- und Gegner-Design ein wenig geizig. Waren die Besessenen mit ihren neuen Tricks noch recht interessante Feinde, unterscheiden sich die Spleißer-Gefallenen nur geringfügig von ihren nicht mutierten Verwandten. Frischere Opponenten hätten der Erweiterung sicherlich gutgetan.

Destiny: Das Erwachen der Eisernen Lords - Wrath of the Machine Raid Trailer
Dieser neue Trailer zu Rise of Iron stellt euch den frischen Raid im Add-on vor.

Hinsichtlich der Umgebungen gibt es einige neue Zonen, die ringförmig angeordnet und sehr hübsch gestaltet sind. Die Küste mit ihren riesigen Wracks in eisigem Schneegestöber sieht verdammt gut aus, ebenso die SIVA-verseuchten Umgebungen mit ihren blutroten Farbelementen. Dennoch wurden große Areale des „alten“ Kosmodroms einfach recycelt und in Schnee getunkt, sind also im Grunde nichts Neues.

Der Destiny-Alltag kehr schnell zurück

Hat man die Story hinter sich gebracht, den neuen Strike gedaddelt und die beiden Waffensuchen erledigt, geht es also recht schnell zurück in die Routine: Schmelztiegel-Matches, generierte Beutezüge und Strike-Playlisten sowie den Raid, sobald er zur Verfügung steht. Wer sich damit nicht so ausgiebig beschäftigen will, hat das Add-on im Grunde nach maximal zwei Abenden „durchgespielt“. König der Besessenen hinterließ da einen deutlich befriedigenderen Eindruck. Am Ende bleibt also die Möhre des Lichtlevels nebst Rekordbuch vor der Nase.

Ansonsten bleibt fast alles beim Alten. Die Shooter-Mechanik ist weiterhin ziemlich makellos und geht toll von der Hand. Die Klassenfähigkeiten sind sinnvoll einsetzbar und die Gegner weiterhin harte Brocken mit teils massiv vielen Hitpoints. In Sachen Spielbarkeit ist Bungie kein Risiko eingegangen, und das ist auch gut so.

Greift zu, wenn...

… ihr ohnehin noch nicht die Finger von Destiny lassen konntet oder ihr euch auf eine Rückkehr in den Shooter freut.

Spart es euch, wenn...

… ihr damit rechnet, für knapp 30 Euro ein richtig dickes Erweiterungspaket zu bekommen.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Ein bisschen wenig für das Geld

Versteht mich nicht falsch, Das Erwachen der Eisernen Lords ist keine schlechte Erweiterung und macht rein spielerisch Spaß. Die Story ist zwar etwas kurz und belanglos, unterhält für die kurze Zeit aber recht gut, zumal sie etwas geradliniger erzählt wird. Die neue Ausrüstung nebst Lichtlevel locken zum Daddeln und der PvP-Modus wird mit neuen Maps und einem neuen Modus etwas variantenreicher. Gerade nach König der Besessenen bleibt allerdings ein flauer Nachgeschmack. Die erste Euphorie verflog bei mir bereits am zweiten Abend.

Zu schnell hat man die Story und die Handvoll Neuerungen hinter sich, während Gegner und ein Teil der Umgebungen lediglich aus der Recycling-Kiste stammen und nur etwas frisch angemalt wurden. Für 15, maximal 20 Euro wäre das Paket für mich in Ordnung gewesen. 30 Euro sind aber für das, was letztendlich geboten wird, ein wenig arg teuer. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft.

Überblick

Pro

  • hübsche neue Gebiete
  • versteckte Objekte und Missionen
  • erhöhtes Lichtlevel
  • weniger verquaste Geschichte
  • öffentlicher Arenamodus
  • neue Ausrüstung

Contra

  • keine neuen Gegner
  • sehr kurze Story-Kampagne
  • viele recycelte Umgebungen
  • eher schwache deutsche Synchronisation
  • mäßiger Umfang für den Preis

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