08.05.2012 - Thomas Weise
Der Fall John Yesterday beginnt alles andere als witzig. In New York werden Obdachlose umgebracht und verbrannt. Keinen scheint das weiter zu interessieren. Nur der junge Henry White, der für eine Hilfsorganisation arbeitet, will der Sache auf den Grund gehen und landet zu Beginn des Spiels in einer verlassenen U-Bahn-Station, wo er mit einer bizarren und gefährlichen Sekte konfrontiert wird.
Doch im neuen Pendulo-Abenteuer ist nichts so, wie es scheint. Jeder Spielabschnitt bringt neue Wendungen mit sich. Oft wird an Spielen bemängelt, dass die Erzählweise zu linear sei. Diesen Vorwurf hat Der Fall John Yesterday nicht zu befürchten. Die Geschichte wird in immer neuen Rückblenden erzählt und es dauert eine geraume Zeit, bis überhaupt klar wird, wo oder besser: wann die Jetzt-Zeit angesiedelt ist.
Diese Erzählweise kann natürlich für Verwirrung sorgen und auf Kosten der Spannung gehen. Hier ist genau das Gegenteil der Fall. Der Aufbau ist so ausgeklügelt und mit mehr oder weniger subtilen Hinweisen gespickt, dass ihr immer wissen wollt, wie es weitergeht und wie wohl die nächste Wendung aussehen mag. Das Spiel bleibt die ganze Zeit über spannend. Der Fall John Yesterday ist damit für Adventures so etwas wie "Memento" für das Filmgenre.
Ein weiterer Grund, warum keine Langeweile aufkommt, ist die Tatsache, dass sich das Spiel so gut wie nie in Kleinkram verliert oder die Spielzeit durch konstruierte Aufgaben künstlich streckt. Auf diese Weise ist ein ununterbrochener Spielfluss gewährleistet. Die Rätsel selbst fallen im Großen und Ganzen recht einfach aus. Auch wenn Adventure-Profis deshalb vielleicht einen Grund zum Meckern sehen, ist ein moderater Schwierigkeitsgrad doch nur konsequent, da so der Spieler immer in der Geschichte gehalten wird.
Kinderkram sind die Rätsel dennoch nicht. Trotzdem sollten Einsteiger keine Probleme haben, denn wenn ihr wirklich einmal nicht mehr weiterwisst, greift euch eine ausgeklügelte Hilfsfunktion unter die Arme. Mit Klick auf das Hilfssymbol gibt es bei Bedarf einen erst recht vagen und im Verlauf immer genauer werdenden Hinweis. Damit es nicht zu einfach wird, ist diese Funktion so eingerichtet, dass sie sich ″verbraucht″. Weitere Hinweise müsst ihr euch dann erst wieder verdienen, indem ihr zumindest versucht, das offene Rätsel zu lösen. Viele Rätsel müssen übrigens gar nicht zwangsläufig gelöst werden, sondern geben nur Hinweise zur Geschichte. weiter...
Y: Der Fall John Yesterday - Preview [2]
Die Runaway-Macher Pendulo bringen uns ein neues Point-&-Click-Adventure, das ungewöhnlich düster ausfallen wird.
Der Fall John Yesterday - Demo
Demo: Adventure-Prolog jetzt antesten [1]
Der Fall John Yesterday - Release Trailer
Offizielles Video zum Verkaufsstart
Der Fall John Yesterday - Komplettlösung
Aufgeklärter Fall
Der Fall John Yesterday - Tipp
Allgemeine Tipps
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Kommentare zu Der Fall John Yesterday
Ich bin froh, dass ich nicht allzu allein mit meiner Meinung da stehe.
Ich muss meine Vorrednern leider rechtgeben, dass Spiel ist eher mittelprächtig und viel zu kurz :/

"
Ich habe nur einen Nachmittag damit zugebracht bis ich den Abspann gesehen habe und dabei noch eine gemütliche Kaffepause eingelegt.
Es hat einen netten Artstil, aber storytechnisch war nur die Herangehensweise interessant... in Wirklichkeit war die Geschichte sehr vorhersehbar und es gab keinerlei Wendungen, dass man im letzten Drittel bereits sehr genau wusste, wie die Geschichte sich entwickeln würde.
Ich weiß ebenfalls nicht was der Author des Titels an der Steuerung so innovativ fand, sie geht gut von der Hand aber sonst entspricht sie dem Genrestandart.
Rätseltechnisch gab es relativ leichte Kost, bis auf die Augenblicke wo man verwirrt in der Gegend steht und nicht weiß was denn nun die Aufgabe ist... wobei allderings einfach alles anklicken, eventuell dann auch zum Ziel führt.
Ich denke das Spiel ist hauptsächlich für Adventureneulinge geeignet. Die werden bei dem Schwierigkeitsgrad sicher am meisten Freude daran haben und das Hilfesystem scheint auch eher für diese Zielgruppe geeignet, da es sich um eine Komplettlösung handelt und nicht um ein Hinweissystem
Ich bin froh dass ich mir das Spiel nur geliehen habe, weil für knapp 30 Euro hätte ich mich doch sehr geärgert wenn ich es gekauft hätte
Ich kann mir nicht helfen, aber der Artikel stinkt ganz furchtbar nach Geld.
Richtigstellung
Da haben sich einige Fehler in den Artikel geschlichen.
"Noch ungewöhnlicher ist die Bedienung, wenn ihr Gegenstände mit der Umwelt oder im Inventar kombinieren wollt. Dies geschieht einfach durch ziehen und ablegen."
Ob die Bedienung via Drag&Drop in einem Adventure so ungewöhnlich ist, wage ich zu bezweifeln. Innovativ ist an der Steuerung tatsächlich überhaupt nichts. Dass sich beim Klick auf ein Objekt ein kleiner Comicframe öffnet, ist keine Innovation - es passt einfach zum Artstil des Spiels.
"Dabei kommt es aber auf den richtigen Moment an: Fahrt ihr mit der Maus über einen Gegenstand, erscheint nach kurzer Zeit ein Pfeil und ihr könnt den Gegenstand bewegen. Klickt ihr zu früh, bekommt ihr eine Information."
Diese Aussage ist einfach nur falsch. Der animierte Pfeil soll lediglich andeuten, dass das Objekt aus dem Inventar hinausgeschoben werden kann (Drag&Drop), und zwar jederzeit, nicht erst im "richtigen Moment". Klickt man ein Objekt an, erhält man eine Info. Zieht man es, bewegt man es - so einfach ist das.
Zur Wertung kann ich nur sagen, dass 92 % viel zu hoch gegriffen sind. Der Redakteur merkt selbst an, dass die Geschichte viel zu kurz ist (einziger Kontrapunkt), vergibt aber eine relativ hohe Umfangsnote. Ich war in 3-4 Stunden durch, die Zeitangabe im Artikel haut vorn und hinten nicht hin. Des Weiteren wird auf technische Macken - wie die holprigen oder teilweise gänzlich fehlenden Animationen sowie hin und wieder Spielstandverluste - gar nicht erst eingegangen. Die Steuerung plötzlich mit einem Award zu prämieren, wo sie sich doch an dekadenalte Genrestandards orientiert, ist ebenso fragwürdig.
Insghesamt war John Yesterday ein schönes Spiel, aber in meinen Augen nicht mehr als 85 % wert.
Uff das hätte ich nicht erwartet.Hab schon ein paar Artikel zu dem Game gelesen und war eher ernüchtert.Mal gucken, evtl. schau ich jetzt doch mal rein aber aktuell habe ich einfach zuviel auf der Platte um noch ein Adventure dazu zu packen....
An sich fand ich das Spiel viel zu kurz. Die Story war in meinen Augen jetzt auch nicht wirklich überzeugend. Der Anfang konnte mich noch überzeugen. Das Ende war dann so plötzlich, dass ich das Spiel am liebsten gegen die Wand geklatscht hätte. Davon ab hab ich lediglich 4 statt 7 Stunden gebraucht und dabei hab ich mir eigentlich genügend Zeit gelassen.
An sich schon ein Gutes Spiel, aber 92% hätte ich nicht vergeben. Tendiere da eher zu 85% als gute Kost für zwischen durch....