Test - Def Jam Fight for NY : Def Jam Fight for NY

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Der Kampf ist aus, die Blutfehde beendet. Der übermächtige Gangboss D-Mobb liegt nach der finalen Konfrontation mit dem Helden aus 'Def Jam Vendetta’ geschlagen und entwürdigt am Ringboden. Als ihm zu allem Übel auch noch zwei Polizeibeamte bestimmt und nicht besonders herzlich Kost und Logis auf Staatsrechnung im heimeligen Gefängnis um die Ecke anbieten, scheint eine Ära zu Ende zu gehen – oder etwa doch nicht?

Der Ausbruch

Auf dem Weg in seine neue 'Minus Fünf Sterne'-Unterkunft zeigt sich, dass D-Mobb anscheinend doch noch ein paar Freunde hat: Der Dienstwagen der Polizisten wird von einem schwarzen SUV in 'Alarm für Cobra 11'-Manier von der Straße befördert und der unfreiwillige Insasse aus dem polizeilichen Gewahrsam befreit. Image-Pflege ist also angesagt. Als Retter und von nun an rechte Hand des Ghetto-Paten gilt es den angeschlagenen Ruf wiederherzustellen und das Club-Imperium gegen den aufstrebenden Ganoven Crow zu behaupten.

Kenner des Vorgängers wissen, dass der Aufbau eines jungen, dynamischen Unternehmens in der New Yorker Unterwelt nicht durch eine Partie Schach oder Schnick-Schnack-Schnuck geschieht. Vielmehr werden die Club-Vorherrschaften mit harten Bandagen in der jeweiligen Location ausgetragen. Die Wrestling-Experten der Firma Aki greifen natürlich erneut auf ihr bewährtes, auf Schläge, Tritte und Griffe fokussierte Beat'em-Up-Gameplay zurück. Fäuste bzw. Füße lasst ihr per Quadrat- und Dreiecktaste auf eueren Widersacher los, während ihr ihn mit dem X-Button packen könnt, um ihn mit Würfen oder Clinch-Kombos zu bearbeiten. Per gleichzeitig gedrücktem L1-Knopf vollführt ihr besonders harte Attacken, während man per Kreis-Taste rennt oder einen einmal gegriffenen Schurken in eine Richtung seiner Wahl schleudert.

Wrestling evolved!

Zu Beginn des Story-Modus wählt der Spieler einen von fünf individuellen Kampfstilen: Neben Wrestling, Kickboxen, Streetfighting und einem Martial Arts-Stil steht es euch frei, euch auf die Kunst der Aufgabegriffe zu spezialisieren. Euren bevorzugten Stil kombiniert ihr später im Tausch gegen erspielte Entwicklungspunkte mit bis zu zwei weiteren Kampfkünsten, was je nach Kombination auch stets andere Bewegungsmuster zur Folge hat - großes Lob an die Entwickler! Übrige Entwicklungspunkte steckt ihr in die Verbesserung eurer fünf körperlichen Attribute, um zum Beispiel in Sachen Schnelligkeit oder Stärke zuzulegen.

Nicht nur an der Wahl der Kampfvorlieben zeigt sich, dass man sich mit der neuesten 'Def Jam'-Episode ein gutes Stück vom Wrestling-Einerlei distanzieren wollte. Anno 2004 kämpft man ausschließlich bis zum KO (welcher je nach Kampfstil auf unterschiedliche Weise herbeigeführt wird) oder bis zur Aufgabe des Kontrahenten. Schauplatz für die brutalen Scharmützel sind zumeist die Dancefloors der Clubs, Tiefgaragen und U-Bahn-Stationen - einen klassischen Wrestling-Ring seht ihr im Gegensatz zu 'Def Jam Vendetta' eher selten von innen.

Und das ist auch gut so: Die Kämpfe entwickeln unter Einbezug der blutgierigen Zuschauermenge, zahlreicher verschiedener Schlagwerkzeuge und des kompletten Interieurs der Tanztempel eine ganz neue Dynamik. So werft ihr euer Gegenüber zunächst gegen die Jukebox, um ihn dann zu greifen und den Dudelautomaten mithilfe der Visage eures Gegners einer Neugestaltung zu unterziehen. Mithilfe des Publikums vollführt ihr knochenbrechende Double-Team-Moves, bevor ihr mit aufgeladener 'Blazing-Move'-Leiste einen von 82 freispielbaren Finishing Moves vom Stapel lasst. Die Wucht der Attacken kommt besonders bei diesen brutalen und artistischen End-Küren stets so gut rüber, dass man schon vom Hinsehen blaue Flecke bekommt - die Einstufung der USK ist mit 'keine Jugendfreigabe' also keinesfalls zu hoch gegriffen.

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