Special - Dead Island 2 : Ärger im Zombieparadies

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Zwischen Publisher Deep Silver und Entwickler Yager scheint die Chemie nicht mehr zu stimmen. Wie kürzlich bekannt wurde, gehen die beiden Unternehmen getrennte Wege – das deutsche Entwickler-Team Yager ist also nicht länger an Dead Island 2 beteiligt. Da stellt sich die Frage, wie es zu der Entscheidung kam, und natürlich, was jetzt aus dem Spiel selbst wird. Wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Als Dead Island 2 auf der E3 2014 angekündigt wurde, warf der Titel bereits allerlei Fragen auf. Da Entwickler Techland, verantwortlich für Dead Island und Dead Island: Riptide, sich seinem neuen Projekt namens Dying Light widmete, sollte der deutsche Entwickler Yager, der zuvor unter anderem Spec Ops: The Line realisiert hatte, einspringen und ein würdiges Sequel auf die Beine stellen. Würde das funktionieren? Ein erstes Anzeichen für Probleme gab es schon, als der Release des Spiels vom Frühjahr 2015 auf „irgendwann 2016“ verschoben wurde.

Eine Trennung, viele Erklärungsversuche

In einem offiziellen Statement erklärt der Publisher, man sei nach einiger Bedenkzeit zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden, um das Sequel abliefern zu können, das die Fans der Marke verdient haben. Man wolle weiterhin daran arbeiten, die eigene Vision von Dead Island 2 zum Leben zu erwecken. Wie genau dieses Vorhaben realisiert werden soll, ist bislang nicht bekannt. Liest man zwischen den Zeilen, so ist anzunehmen, dass Deep Silver schlichtweg nicht mit der von Yager abgelieferten Qualität zufrieden war. Ein wenig später bezieht auch CEO Timo Ullmann von Yager Stellung.

Demnach seien die Visionen der beiden Parteien in solchem Maße auseinandergegangen, dass eine Trennung der unausweichliche logische Schritt war. Laut Ullmann hat das Team enthusiastisch daran gearbeitet, mit Dead Island 2 ein neues Qualitätslevel zu erreichen. Er betont vor allem, wie wichtig es dem Studio sei, die Entwicklung von AAA-Titeln und die eigene Unabhängigkeit unter einen Hut zu bekommen – ein Vorhaben, das in der modernen Spiele-Industrie wohl nicht allzu leicht umzusetzen ist. Mit Dreadnought hat das Team schon einen weiteren Titel in Arbeit, zu dem es wohl im Rahmen der diesjährigen gamescom nähere Informationen geben wird.

Spekulationen über Spekulationen

Die ganze Angelegenheit macht neugierig: Wem darf man die Schuld in die Schuhe schieben, wo liegt der Fehler und was ist von Dead Island 2 zukünftig zu erwarten? Mehr als mutmaßen kann man an dieser Stelle natürlich nicht. Aufgrund der damaligen Release-Verschiebung darf angenommen werden, dass sich bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung technische Probleme abzeichneten und eventuell Ziele nicht erreicht werden konnten. Eines ist sicher: Leichtfertig wurde die Entscheidung nicht gefällt. Mit dem Wechsel des Entwicklerstudios werden viele bereits erreichte Fortschritte auf null zurückgesetzt. Und das ist für den Publisher vor allem eines – verdammt teuer.

Dead Island 2 - Gameplay Trailer
Fünf Minuten Zombie-Schnetzelei in Dead Island 2!

Eventuell waren die Ziele auch schlichtweg zu hoch gesteckt. Für Dead Island 2 war ein Koop-Multiplayer-Modus für acht Spieler geplant mit der Möglichkeit, jederzeit ein- oder auszusteigen, sowie eine offene Spielwelt mit eigenen Abenteuern und generierten Missionen anstelle einer reinen Solokampagne. Gerade mit dem Konkurrenten Dying Light im Nacken sah man sich vielleicht dazu gezwungen, immer mehr Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale anzupacken. Eine eigentlich lobenswerte Einstellung, die dem Projekt jedoch möglicherweise mehr geschadet als geholfen hat. Ob der Übermut seinen Ursprung bei Deep Silver oder Yager hatte, lässt sich nicht sagen.

Wie geht es weiter mit der toten Insel?

Dead Island ist noch immer eine starke Marke. Vielleicht bedeutet der Neustart nicht das Ableben der Serie, sondern eine zweite Chance, um vieles besser zu machen. Bei Deep Silver handelt es sich um ein Tochterunternehmen des Medienunternehmens Koch Media. Ebenfalls bei Koch Media tummelt sich das Team von Volition, das zuletzt vor allem mit Saints Row IV auf sich aufmerksam machte und eine gewisse Erfahrung mit offenen Spielwelten hat. Daher wird gerade heftig spekuliert, ob die Entwicklung dorthin verlagert werden könnte. Wohin auch immer die Reise gehen mag, allzu bald wird man sich wohl nicht auf Neuigkeiten zu Dead Island 2 freuen dürfen.

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