Test - Dark Souls Remastered : Das beste Spiel der letzten Generation jetzt auch für die neue

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Was taugt Dark Souls als Remastered nun eigentlich?

Leider hat das Remastered nicht die Generalüberholung erfahren, die sich Fans erhofft haben und wie sie beispielsweise Shadow of the Colossus unlängst auf ein völlig neues Niveau gehoben hat. Die Texturen sind nun schärfer, und ein paar neue Animationen, etwa bei sich wiegendem Laub, und zusätzliche Lichteffekte bei Fackeln und Leuchtfeuern verschönern das Spiel zwar leicht, fallen aber großteils nur bei ganz genauem Hinschauen überhaupt auf und ordnen das Remastered damit ungefähr auf derselben Ebene ein wie die insgesamt recht lustlose Next-Gen-Überarbeitung von Dark Souls 2: Scholar of the First Sin.

Tatsächlich tritt sogar unter der neuen blank polierten, hochaufgelösten Oberfläche der Rost stärker zutage, der sich über die Jahre auf dem Spiel angesammelt hat. Alles wirkt deutlich kantig, und Gebäudefassaden aus dem immergleichen Copy-&-Paste-Texturmatsch erscheinen heutzutage schon nahezu peinlich antiquiert. Von der grafischen Opulenz aktueller Spiele, aber auch den neueren From-Software-Werken wie Dark Souls 3 und Bloodborne ist Dark Souls Remastered jedenfalls leider weit, weit entfernt.

Dark Souls war allerdings schon bei seinem Erscheinen 2011 nicht der technisch ausgefeilteste Titel. Dieses Manko machte es seinerzeit mit einem Stil wett, der auch heute noch fasziniert: eine verwunschene Welt, die in jedem bröckelnden Mauerstein eine Geschichte erzählt, die Jahrtausende umspannt, deren Landschaften ein Lied von Zerfall und Einsamkeit raunen und die in jedem moosbewachsenen Stein am Wegesrand mehr Seele hat als alle Triple-A-Monster sie mit ihren aufgedunsenen Leibern nur vor sich hertragen. Immerhin die Bildwiederholrate von konstanten 60 FPS bewirkt ein deutlich flüssigeres Spielerlebnis. Und ja, liebe Fans, die für euch wichtigste Frage kann ich aus eigenem Erleben ein für allemal beantworten: Schandstadt läuft jetzt ruckelfrei. Aber mal unter uns: Angesichts des veralteten Grafibreis rettet das nicht mehr viel.

Unter dem Staub der Jahre, die Dark Souls mittlerweile angesetzt hat, wird nämlich umso deutlicher, wie altbacken das Spiel in vielen Bereichen bereits seinerzeit war: Das Interface beispielsweise wirkte schon bei der Veröffentlichung des Originals wie aus einer längst vergangenen Zeit gefallen. Auch das noch deutlich trägere Kampfsystem des ersten Teils dürfte Spielern des flotteren Dark Souls 3 wie das mühevolle Waten durch hüfthohes Wasser vorkommen – daran muss man sich erstmal wieder gewöhnen.

Die größte Änderung des Remastered betrifft zweifellos den Mehrspielermodus: Wie schon bei Dark Souls 3 unterstützt das Spiel nun bis zu sechs Spieler gleichzeitig. Weitere Änderungen betreffen lediglich kleinere Komfortverbesserungen, die sich an die Standards der Nachfolger anpassen: Ihr könnt nun mehrere Seelen im Inventar auf einmal verbrauchen und müsst nicht mehr jede einzeln ausquetschen. Ein zusätzliches Leuchtfeuer beim Schmied Vamos in den Katakomben erspart euch müßige Laufwege.

Für wen lohnt sich Dark Souls Remastered?

Grob gesagt: für alle, aber irgendwie auch niemanden. Einsteiger, die Dark Souls bislang noch nicht gespielt haben, bekommen mit dem Remaster die unschätzbare Gelegenheit, eines der besten Spiele aller Zeiten nachzuholen – wenngleich leider nicht in einer Version, die es (und ihr) verdient gehabt hättet. Insofern verlangt es Neulingen noch mehr Leidensfähigkeit ab, als sie Dark Souls ohnehin schon einfordert. Um sich nach den letzten Grafikfeuerwerken wie God of War, Far Cry 5 oder Hellblade auf ein derart offenkundiges Last-Gen-Niveau herabzubegeben, benötigt es vom Spieler schon einiges an gutem Willen und ein überzeugtes Bekenntnis zu der Floskel: Es sind die inneren Werte, die zählen. Ob sich From Software mit dieser Version einen Gefallen und Neulingen eine Freude macht, wage ich zu bezweifeln.

PC: PC-Spieler, die im Besitz der Prepare to Die Edition sind, verfügen bereits über eine Version des Spiels, die mit den Patch-Verbesserungen seit Release weitestgehend an das Remastered herankommt – speziell bei der Verwendung von Mods, die das Spielerlebnis nochmal deutlich aufwerten. Dass Besitzer von Dark Souls: Prepare to Die das Remastered zum halben Preis bekommen, ist zwar ein sehr feiner Zug von Bandai Namco. Dennoch sollte jeder genau abwägen, ob ihm die wenigen Unterschiede das zusätzliche Geld wert sind. Denn abgesehen vom erweiterten Online-Modus halten sich die Vorteile in Grenzen.

Xbox One: Xbox-One-Besitzer können dank Abwärtskompatibilität die Urversion von Dark Souls bereits auf der aktuellen Konsolengeneration spielen. Auch hier gilt es also ganz ähnlich wie für die PC-Version abzuwägen, ob einem die höhere Framerate und der erweiterte Online-Modus das Geld wert sind.

Playstation 4: Aufgrund der nicht vorhandenen Abwärtskompatibilität lohnt sich Dark Souls Remastered am ehesten für PS4-Besitzer, die das Spiel noch nie gespielt haben oder es unbedingt auch auf der aktuellen Konsolengeneration besitzen wollen. Illusionen sollte man sich allerdings keine machen: Zwar ist Dark Souls weiterhin spielerisch über jeden Zweifel erhaben und steckt in vielen Belangen auch seine Nachfolger locker in die Tasche, grafisch ist es aber dennoch meilenweit von Teil 3 und Bloodborne entfernt.

Switch: Am interessantesten ist Dark Souls Remastered sicherlich auf der Switch, da es das erste Dark Souls für eine Nintendo-Konsole ist und in dieser Version auch unterwegs genossen werden kann. Endlich könnt ihr mit euren Jubelschreien und Flüchen die Mitreisenden eines ganzes Zugabteil auf längeren Bahnreisen in den Wahnsinn treiben. Die Switch-Version wurde allerdings auf Sommer 2018 verschoben. Den Test liefern wir zu gegebener Zeit nach.

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