Test - Dark Souls II: Scholar of the First Sin : Sinnvoller Director’s Cut?

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Das bockschwere und fantastisch designte Dark Souls II gibt es nun auch für die aktuellen Konsolen, und zwar mit dem Zusatztitel Scholar of the First Sin und einigen Änderungen wie aufgehübschter Grafik, neuen Gegnerplatzierungen, mehr Story-Elementen und einem brandneuen NPC, dem titelgebenden „Schüler der Ersten Sünde“. Ob sich ein Trip in die düstere Welt von Drangleic für Serieneinsteiger oder Veteranen lohnt, lest ihr in unserem Test.

Mittlerweile werden viele von euch ihren Aufenthalt in Drangleic nur noch als entfernte, aber lieb gewonnene Erinnerung im Kopf haben. Da war mal was mit dieser Smaragdbotin, die einem ein so schönes Gefühl gegeben hat, wenn man mit ihr sprach. Dann war da der etwas ungehobelte Kerl, der sich aus seiner Bude aussperrte, aber nach etwas Hilfe uns mit nützlichem Kram versorgte. Doch irgendetwas fehlte im Vergleich zu dem fantastischen und knallharten Vorgänger. In diese Richtung haben sich zumindest viele eingefleischte Souls-Fans geäußert, die den Ort mehrfach besuchten.

Die Reiseveranstalter, pardon, die Entwickler von From Software haben sich dieser Bedenken angenommen und aus Halbpension glatt Vollpension gemacht. Es gibt zähere Feinde mitsamt neuen Platzierungen und auch gerne mal einen Drachen, der einem einfach ins Gesicht springt, wenn man es am wenigsten erwartet – besonders wenn sich an dessen Stelle in der ursprünglichen Version eine harmlose Steinsäule befand. Sowohl Neueinsteiger als auch erfahrene Spieler sollten sich also warm anziehen!

Die Neuanordnung der feindseligen Kreaturen fand aber nicht willkürlich statt, sondern hat innerhalb der atmosphärischen Fantasy-Spielwelt absolut Sinn. So ruhen sich im Gebiet „Heides Flammenturm“ jetzt beispielsweise auch Heide-Ritter aus, was weitaus besser nachvollziehbar ist als ihre vorherigen Rastplätze in Waldgebieten oder Burgruinen.

Dark Souls II: Scholar of the First Sin - Launch Trailer
Die überarbeitete Version Scholar of the First Sin von Dark Souls II ist ab sofort auch für PS4 und Xbox One erhältlich.

Es gibt natürlich noch weitere zahlreiche Kleinigkeiten zu entdecken, die sich im Vergleich zur Last-Gen-Variante geändert haben. So wird die alte Frau, die als reisende Händlerin ihre Rente aufbessert, im Spielverlauf auch zu eurem Zufluchtsort Majula reisen und euch dort ihre überteuerten Waren anbieten. Diese kleinen, aber feinen Unterschiede tragen zu einer glaubhafteren und atmosphärischen Spielwelt bei und werden besonders Serienveteranen die verschiedensten Gesichtsausdrücke entlocken. Vom zufriedenen Lächeln bis zum entsetzten Augenaufreißen ist alles dabei.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Dank dieser Änderungen hat der ohnehin schon hohe Schwierigkeitsgrad noch einmal angezogen und Gebiete, durch die man teilweise „durchgeflogen“ ist, müssen jetzt mit sehr viel Valium angegangen werden, damit man keinen nervlichen Zusammenbruch erleidet. Tatsächlich verlangt Scholar of the First Sin schon früh von euch, dass ihr mit voller Konzentration dabei seid: Anspruchsvoll, aber (fast) nie unfair, lautet die Devise. Das Erfolgserlebnis und der Stolz über jeden erlegten Bossgegner und jedes entzündete Leuchtfeuer sind serientypisch, aber jede Träne und jeden Schweißtropfen wert.