Test - Dancing Stage Supernova : Neues Tanzfutter auf PS2

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Mit bewährten Spielzutaten, frischen Songs und einigen neuen Spielmodi will Konami in ’Dancing Stage Supernova’ in neue Tanz-Galaxien vordringen. Wir haben munter das Bein geschwungen und verraten euch im Review, was der PS2-Titel zu bieten hat.

Videospiel-Travolta

Konami sorgt einmal mehr für Pfeileregen auf dem heimischen Bildschirm: Mit ’Dancing Stage Supernova’ schafft es erneut eine Episode der beliebten Tanzspielreihe nach Europa. Es handelt sich hierbei um die europäische Fassung von ’Dance Dance Revolution: Supernova’, das bereits vor einigen Monaten das Licht der Welt in den USA erblickte. Das Interessante daran: Der Titel basiert auf dem gleichnamigen Spielhallen-Automaten, der in den USA nach sechs langen Jahren endlich neuen Tanznachschub in den Arcade-Tempeln brachte. Am Spielprinzip hat sich dabei freilich wenig getan: Nach wie vor steigen Pfeile vom unteren Bildschirm hoch zu einer Anzeige, wo ihr die angezeigten Richtungen im richtigen Moment betätigen müsst. Und da das ganze einfach so sinnlos wäre, passen die Pfeilmuster natürlich zur gewählten Musik. Hierbei kommt der Tanzaspekt zum Zuge – gebt ihr die Pfeilkommandos per Tanzmatte (oder spaßfrei per Controller) ein, wird das Ganze zu einem mehr oder weniger synchron auf die Musik abgestimmten Tanz. So simpel, so spaßig ist das Spielprinzip, auf dem heutzutage die meisten Musikspiele basieren. Und da das Konzept nach wie vor zu überzeugen weiß, darf man Konami auch nicht vorwerfen, dass bei ’Dancing Stage Supernova’ an diesem Gameplay nicht gerüttelt wurde. Die eine oder andere subtile neue Idee, um den Spielablauf etwas aufzufrischen, hätte aber durchaus nicht geschadet.

Einmal Mond und zurück

Während das Spielkonzept also unangetastet blieb, haben die Entwickler zumindest zögerlich einige neue Ideen bei den Spielmodi gemacht. Ihr findet hier zwar die typischen Spielvarianten, wie Einzelspiel oder den Workout-Modus inklusive Kalorienzähler, es gibt aber auch neue Wege. Diese beschreitet ihr vor allem im brandneuen Hauptmodus namens Stellar Mode. In diesem tanzt ihr euch quasi durch die Galaxie: Ihr erobert nach und nach verschiedene Planeten, indem ihr eine heiße Sohle aufs Parkett legt und dabei bestimmte Vorgaben, wie etwa Kombo-Anzahl oder Highscores, berücksichtigt. Im Shop kauft ihr für erspielte Punkte neue Songs, Pfeildesigns, Charaktere und einiges mehr. Dieser Modus ist zwar nicht wahnsinnig spannend, bringt aber doch etwas Langzeitmotivation für Einzeltänzer. Wer es geselliger mag, freut sich über einen erweiterten Battle-Modus, in dem man versucht, dem Kontrahenten eines auszuwischen. Etwas für Bastler ist hingegen der Editier-Modus. Ebenfalls erweitert wurde der Workout-Modus: Ihr könnt euch nun ein komplettes Workout-Programm inklusive Trainingsplan und Songliste erstellen sowie auf Memory Card absichern. Narzistische Spieler freuen sich hingegen darauf, dass Sonys EyeToy-Kamera wieder genutzt werden kann. Besonders auffällig ist, dass ’Dancing Stage Supernova’ sowohl Profis als auch Neulinge ansprechen soll: Eher langweilige Tutorials erklären Anfängern das eh schon simple Spielprinzip, Profis können dagegen vor dem Abtanzen den Schwierigkeitsgrad genauer festlegen oder gleich auf zwei Matten gleichzeitig loslegen.

Von 'Take on me' bis 'All the things she said'

Ein wichtiges Thema ist natürlich die Musikauswahl, zumal ’Dancing Stage Fusion’ auf PS2 hier schon mächtig vorgelegt hat. ’Supernova’ versucht zwar mit einem breiten Spektrum an Songs, es allen Geschmäckern recht zu machen, ganz so gut gelungen wie bei ’Fusion’ ist das aber nicht. Ihr findet etwa 65 Lieder im Spiel zum Abtanzen, wovon etwa ein Drittel aus lizenzierten Songs besteht. Der Rest wurde extra für das Spiel komponiert und entspricht größtenteils dem typischen ’Dancing Stage’-Klang mit abgedreht-fröhlichem Japano-Pop und kindlicher Disco-Musik. Einige der lizenzierten Tracks kommen sogar mit Original-Videoclip daher, bei den anderen Songs seht ihr kultige 3D-Charaktere, die mit euch tanzen. Hierbei fallen die spartanischen Hintergründe, die psychedelischen Farben, die Texturen auf PSone-Niveau und die polygonarmen Figuren, aber auch die beeindruckend geschmeidigen Animationen auf. Weniger überzeugend ist der englische Sprecher ausgefallen, der mit einer Hand voll Sprachsamples euer Können kommentiert. Doch zurück zu den lizenzierten Liedern. Ihr dürft unter anderem zu ’Take on me’ von A-ha, ’All the things she said’ von t.A.T.u, ’Biology’ von Girls Aloud, ’Bruised’ von Sugababes, ’Hey boy, hey girl’ von Chemical Brothers, ’Right here, right now’ von Fatboy Slim und ’Supersonic’ von Jamiroquai eure Hüften bewegen. Wie üblich liegen die Songs nicht vollständig, sondern bloß als Ausschnitt vor.

Fazit

von David Stöckli
Das ’Dancing Stage’-Spielprinzip macht auch in ’Supernova’ Spaß, außerdem ist der Stellar Master-Modus eine ordentliche Sache für Einzelspieler. Neue Ideen sind aber Fehlanzeige und auch die Songauswahl ist nicht so gut wie in ’Dancing Stage Fusion’. Dafür eignet sich die neue Episode besonders auch für Neulinge. Und als Party-Spiel ist Konamis Tanzerei nach wie vor über alle Zweifel erhaben.

Überblick

Pro

  • bewährtes Spielprinzip
  • eignet sich gut für Partys
  • variantenreiche Songauswahl

Contra

  • durchwachsene Spielmodi-Qualität
  • schwache Grafik
  • keine neuen Ideen

Wertung

  • PS2
    77
    %

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