Test - Damnation : Verdammt mieser Steampunk-Western

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Spektakuläre Kletterpartien, gewagte Sprünge, einen epischer Steampunk-Western und heiße Shooter-Action versprachen die Entwickler von Damnation. Weshalb das fertige Spiel auf Konsolen und PC selbst größte Cowboy-Videospielfans zum Gähnen bringt, verrät der folgende Test.

Langer Weg durch den Bürgerkrieg

Geblendet von der Sonne tritt Rourke aus den Felsenhöhlen hinaus auf das Plateau. Sein Blick schweift über die weit entfernten Berge tief hinab auf den Fluss, der sich durch die hohen Felswände schlängelt. Mit zusammengekniffenen Augen versucht der wortkarge Cowboy, die weit entfernten Gebäude zu beobachten. Denn die Idylle trügt: Rourke und seine beiden Begleiter sind mitten in einem Krieg. Sie wollen es quer durch den Westen Amerikas mit W.D. Prescott aufnehmen.

Der Industrie-Mogul hat Nordamerika, das ohnehin schon durch einen Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg geschwächt ist, in den Abgrund gestürzt und muss dringend aufgehalten werden. Dabei werden die drei Helden das Geheimnis um Prescott Industries lüften, Helfer retten, eine verlorene Liebe wiederfinden und natürlich unzählige Bösewichter in die ewigen Jagdgründe verabschieden.

Steampunk-Western in der Vertikalen

Die anfangs geschilderte Szene ist der erste und im Grunde einzige Höhepunkt des Spiels. Nach einem enorm öden Beginn zeigt Damnation kurz, welches interessante Feature der Third-Person-Shooter besitzt: die enorme Weitsicht. Ihr könnt je nach Spielabschnitt das Gelände kilometerweit überschauen und seht bereits Stellen, zu denen die ihr erst viel später hinkommt. Ein weiterer interessanter Punkt ist das Szenario: Der Mix aus Western, Steampunk-Fantasy, Apokalypse à la Mad Max, Jules Verne, Bürgerkrieg und einem Amerika mitten in der industriellen Revolution hat zweifellos seinen Reiz. Sonderlich koheränt oder zumindest spannend fällt die Hintergrundgeschichte zwar nicht aus, etwas Aufmerksamkeit kann sich der Titel mit seiner Steampunk-Welt aber durchaus sichern.

Damnation - Launch Gameplay Trailer
Zum Start des Multiplattform-Titels Damnation haben wir einen neuen Gameplay-Trailer für euch im Angebot.

Ein weiteres Feature, das bei dem einen oder anderen Spieler für Aufsehen sorgt, ist die Ausrichtung auf Vertikalität: Sehr häufig sind Klettereinlagen angesagt, die meisten Gebäude verfügen über mehrere Stockwerke und auch sonst geht es öfter nach oben oder unten als weit nach links oder rechts. Zum Glück sind Rourke und seine Begleiter wahre Akrobatikexperten: Fast noch leichtfüßiger als eine gewisse Miss Croft springen sie Wände hoch, klettern an Dächern oder Felsrändern entlang, hangeln sich an Seilen über Abgründe und hüpfen locker von Fensterrahmen zu Fensterrahmen.

Langeweile mit vielen Fehlern

Der Mad-Max-Vergleich kommt nicht von ungefähr: Ab und zu schnappen sich Rourke, eine indianische Heilerin und ein schmieriger Südstaatler an seiner Seite eine motorisierte Maschine Marke Eigenbau und heizen damit durch die Gegend. Diese Fahrzeugsequenzen lockern den Spielverlauf etwas auf. Anspruchsvoll wirken die Fahrzeugpassagen aber nicht: Ihr rast durch öde, tunnelartige Abschnitte, lasst einen Mitfahrer ohne sichtbare Wirkung auf vereinzelte Gegner ballern und zündet im richtigen Moment einen Boost, um an Steilwänden entlangzurasen oder über Abgründe zu springen.

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