Test - Cultures : Cultures

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Cultures
Müller und Bäcker bei der Arbeit

Wie bereits angesprochen, durchlaufen viele der Arbeiter im Lauf ihres Lebens eine richtige Karriere, und ihr werdet merken, dass man manche der kleinen Gesellen ganz besonders ins Herz schliesst. Ein ungewöhnliches Feature, das ein wenig an Rollenspiele erinnert, ist, dass es, wenn eure Arbeiter Erfahrungen dazugewinnen, Punkte zu vergeben gibt. Diese lassen sich dann auf Eigenschaften wie Nahrung, Schlaf und so weiter aufteilen. Angenommen, ihr vergebt die Punkte immer für die Kategorie "Schlaf", so bedeutet das, dass die betreffende Person nur noch relativ wenige Schlafpausen im Lauf der Arbeit einlegen muss. Nun werdet ihr euch fragen: "Und was machen die Frauen den ganzen lieben langen Tag?" In "Cultures" kümmern die Frauen sich in erster Linie um das Wohl ihrer Gatten. Das bedeutet, sie verbringen den grössten Teil der Zeit Zuhause und sorgen dafür, dass die Männer immer ein leckeres Mahl und ein gemachtes Bett vorfinden. Das hat durchaus einen guten Grund, ist doch nur ein ausgeschlafener, gut genährter Wikinger auch ein guter Arbeiter. Recht schnell werden die verfügbaren Arbeitskräfte nicht mehr ausreichen, um die anstehenden Arbeiten bewältigen zu können. Ihr müsst euch also um Nachwuchs kümmern. Auch hier spielt die holde Weiblichkeit naturgemäss eine wichtige Rolle. Per Mausklick könnt ihr auswählen, ob es ein Junge oder ein Mädchen werden soll. Schon verschwindet das Ehepaar im Haus und kurz darauf kommt auch bereits der Storch mit seiner Fracht angeflattert.

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Mit befreundeten Stämmen lässt sich vorzüglich Handel treiben.

Bekanntermaßen sind die Wikinger ein eher raues Völkchen. So kommt es, dass sie, wenn es notwendig werden sollte, auch vor einem Kampf nicht zurückschrecken. In Kasernen könnt ihr eure Männer zu Bogenschützen, Speerträgern oder Schwertkämpfern ausbilden lassen. Allerdings müsst ihr auch für eine geeignete Infrastruktur sorgen, denn gibt es keine Schwertschmiede, sieht es auch mit den Schwertkämpfern schlecht aus. Alles in allem spielt der Kampf aber eine recht untergeordnete Rolle in "Cultures". Deswegen ist es auch zu verschmerzen, dass die Gegner-KI nicht besonders ausgefeilt ist und die Gegner eher auf Grund ihrer Anzahl, denn ihrer Intelligenz ein Problem darstellen. Weit besser ist es, wann immer die Möglichkeit gegeben ist, den anderen Völkern wie Indianern, Eskimos oder Mayas friedfertig zu begegnen, da nur dann mit diesen Völkern auch den manchmal lebensnotwendigen Handel betrieben werden kann.

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Wichtige Gebäude: Haupthaus, Schule, Tempel und Kaserne

Aber nicht nur spielerisch hinterlässt "Cultures" einen guten Eindruck, sondern auch technisch betrachtet ist das Programm durchaus auf der Höhe der Zeit. Die hübsche 2D- Grafik flitzt flott über den Bildschirm und ist nicht allzu ressourcenhungrig, was "Cultures" auch für etwas schwächere Rechner empfehlenswert macht. In Punkto Grafikqualität lässt sich "Cultures" durchaus mit der Genrekonkurrenz vergleichen, wenngleich beispielsweise die Animationen der Figuren einen Tick weniger flüssig und detailliert ausgefallen sind. Leider unterscheiden sich die kleinen Gesellen in ihrer grafischen Ausgestaltung auch viel zu wenig voneinander. So wäre es oft hilfreich, könnte man die einzelnen Berufsgruppen schon augrund ihres Outfits unterscheiden. Trotz allem werdet ihr euch das eine oder andere Mal dabei ertappen, wie ihr einfach vor dem Monitor zu sitzt und das bunte Treiben am Schirm beobachtet.

Dem User-Interface und dem Handling hätte man allerdings ruhig noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen können. An machen Stellen denkt man sich: "Wäre das nicht auch noch mit ein, zwei Klicks weniger gegangen?" Ein weiterer Kritikpunkt in diesem Zusammenhang ist, dass es bei höheren Auflösungen ein Geduldsspiel werden kann, bis man es endlich schafft, auf die richtige der herumwuselnden Figuren zu klicken. Was ausserdem negativ auffällt, ist die Hintergrundmusik, denn diese kann aufgrund ihrer Eintönigkeit auf Dauer einfach nicht überzeugen. Über kurz oder lang wird man die sich endlos wiederholenden Melodien genervt abstellen. Schade ist zudem, dass die anderen Völker neben den Wikingern nicht spielbar sind.

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Erst ein enges Wegenetz ermöglicht einen raschen Warentransport

Trotz der angesprochenen Mängel ist das Spiel durchaus gut gelungen und braucht sich vor den alteingesessenen Genre-Vertretern nicht zu verstecken. Durch das einzigartige Mikro-Management und Rollenspiel-Elemente gelingt es Funatics sogar, sich von anderen Spielen dieser Art abzuheben und neue Akzente zu setzen. Wollte man Cultures mit anderen Spielen dieser Art vergleichen, so würde am ehesten der folgende Vergleich passen: Würde man "Anno 1602" mit "Sim City" vergleichen, die beide auf einer höheren Management-Ebene angesiedelt sind, so würde sich für "Cultures" ein Vergleich mit "Die Sims" anbieten. Dort wie da ist man "näher dran am Geschehen" und kann sich um jede er einzelnen Figuren auch selbst kümmern. Wie immer bei Vergleichen sollte man das jetzt nicht wortwörtlich nehmen, jedoch bringt es die Sache irgendwie auf den Punkt.

 

Fazit

von tiger
Alle Achtung Funatics - die Arbeit hat sich gelohnt. Herausgekommen ist ein Spiel, das abgesehen von den bereits angesprochenen kleineren Mängeln rundum begeistern kann. Am Anfang ist es ungewohnt, sich um jede Figur einzeln kümmern zu müssen, aber im Lauf der Zeit macht gerade das eine grossen Teil des Charmes aus, der von "Cultures" ausgeht. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt "nur noch ein paar Minuten" weiterspielen zu wollen, nur um noch mitzuerleben, wie einer meiner Untertanen zur nächsten Berufsebene aufsteigt oder zwei frisch Vermählte einen niedlichen kleinen Wikingerjungen in die Welt setzten. So kennt man den ganzen Lebenslauf der Mitglieder seiner Sippe und die drolligen Gesellen wachsen einem richtiggehend ans Herz.

Wertung

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