"Spiel 'Doomstore' bricht alle Rekorde"
"Der bis dato recht unbekannte Indie-Spieleentwickler 'Psyche-Games' hat seit Erstveröffentlichung vor 48 Stunden sage und schreibe 200 Mio. Euro durch ihr Debütspiel 'Doomstore' eingenommen. Der Erfolg des Spiels ist Beobachtern zufolge dabei weniger den technischen oder spielerischen Freiheiten zuzuschreiben - tatsächlich erinnert das Spiel an vergangene Klassiker, die glatt aus der Blütezeit der Videospielgeschichte im Jahre 2000 stammen könnte. Die Besonderheit des Spiels liegt an das Bezahlmodell: Statt die einzelnen Module des Spiels einzeln gegen Geld zu kaufen, wie es seit der Übernahme von Blizzard und Ubisoft durch EA gängige Praxis geworden ist, führt das Spiel ein fast vergessenes Feature wieder ein, das aus heutiger Sicht fast schon steinzeitlich wirkt: 'Virtuelle Währung'. Diese Währung, im Spiel 'Nenktos' genannt, wird von gefallenen Gegnern hinterlassen und kann in typischen Gameshops im Tausch gegen z.B. Rüstungen und Waffen ausgetauscht werden. Dabei ist die sog. Drop-Rate der Nenktos derart hoch, dass das gesamte Spiel ohne zusätzliche 'echte' Bezahlung der Spieler durchspielbar sei. Die deutsche Spielefirma geht sogar noch einen Schritt weiter, der fast an ein Wunder grenzt: Im Spiel gibt es nichtmal die Möglichkeit, echtes Geld gegen die virtuelle Währung auszutauschen!
Dazu Chefentwickler Hans-Jürgen Peter: 'Den heutigen Publishern und Spielentwicklern ist garnicht bewusst, wieviele Spieler durch die Methode, echtes Geld in virtuelle Währung umzutauschen, verschreckt werden'. Laut Peter sei zudem der Kampf gegen die Mordkopierer, den die Publisher führen, kontraproduktiv für das Geschäft: 'Mordkopierer sind doch die ideale Werbeplattform und Mundpropaganda', so Peter, und hält auch die derzeitige öffentliche Diskussion um eine Verschärfung der Strafen fürs Mordkopieren (aktuell sind es 50 Jahre) für falsch.
P.S.: Aus unserer aktuellen Rubrik 'Wissen': Wussten Sie, dass die heutigen Mordkopierer vor 15 Jahren noch als 'Raubkopierer' bezeichnet wurden?
Update 1: Im offiziellen Doomstore-Forum beschweren sich derzeit tausende Spieler, dass ihren gekauften Exemplaren der "EA-killt-Steam"-Plattform seit Wochen kein USB-Dongle geliefert wurde. Ersten Gerüchten zufolge funktioniert das Spiel allerdings auch ohne Dongle und ohne funktionierende Internetverbindung. Eine Antwort von Psyche-Games auf unsere Nachfrage steht noch aus. Ein Pressesprecher von EA äußerte öffentlich: 'Offensichtlich ist wohl versehentlich eine Entwickler-Version an den Kunden verkauft worden. Damit ist die Firma sicherlich innerhalb kürzester Zeit bankrott... Intern laufen schon Gespräche an einer Übernahme von Psyche-Games.'
Update 2: Obwohl Mordkopierern durch einen offensichtlich fehlenden Mordkopierschutz Tür und Tor für Mordkopierer geöffnet sind, verkauft sich das Spiel entgegen den Erwartungen vieler Meinungsanalysten hervorragend. Mittlerweile hat sich Psyche-Games in einer öffentlichen Pressemitteilung zu Wort gemeldet: 'Es handelt sich nicht um eine Entwicklerversion. Die endgültig verkaufte Fassung, die auch so im Regal steht, ist korrekt'. Zudem wurde enthüllt, dass in wenigen Wochen ein komplett kostenloser(!) Patch nachgeliefert werden sollte, der einen sog. LAN-Modus möglich macht. Ersten Reaktionen ist zu vermelden, dass die ansässigen Journalisten die Aussage für einen schlechten Scherz halten.
Update 3: Der Verkauf des Spiels wurde mit sofortiger Wirkung gestoppt, das deutsche Jugendschutzsystem hat die Beschlagnahmung des Titels veranlasst. Dazu Chefentwickler Peter, der uns für eine kurzfristige Nachfrage zur Verfügung stand: 'EA hat eine einstweilige Verfügung eingereicht, weil unser Spiel angeblich ein Patent verletzt, dass EA letztes Jahr beim Patentamt eingereicht habe. Da laut dem zwölften Korb der Urheberrechtsreform 2020 nur der Inhaber des Patents das Patent selbst erfahrendarf, können wir leider nicht sagen, wo genau das Problem liegt. Intern laufen Gespräche über eine eventuelle Übernahme von EA, womit auch die Klage vom Tisch wäre. Dazu können wir aber noch nichts genaues sagen, die Gespräche dazu sind gerade angelaufen.' Ersten Gerüchten zufolge wird allerdings ein Großteil der Mitarbeiter Psyche-Games verlassen, weil sie nicht bereit seien, für einen Hungerlohn ihrer Arbeit nachzukommen."