Test - Colin McRae Rally 2.0 : Colin McRae Rally 2.0

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Colin McRae Rally 2.0

Klar, dass auf den langen Strecken durchaus Spannung aufkommt und bei einer roten Anzeige der Ansporn da ist, noch aggressiver zu fahren und Sekunden zu schinden. Aber Vorsicht in den "Rallye"-Modi wirken sich Fahrfehler und damit verbundene Unfälle auf den Zustand des Wagens aus. Durch die sehr realistische und völlig überzeugende Wagen- und Schadenphysik sind defekte Teile am Boliden nicht nur optisch hervorragend sichtbar, sondern wirken sich auch auf das Fahrverhalten aus. Die Effektpalette ist vom Zerbrechen der Scheiben über das Abfallen der Heckflügel, den Ausfall der Elektronik, das Aufspringen des Kofferraumes bis hin bis zum Motorausfall gross ausgefallen. Nach zwei einzelnen Etappen habt ihr die Möglichkeit, durch ein Service-Team den Wagen wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei steht dem Team aber nur 60 Minuten zur Verfügung und es wird nicht immer für das Reparieren aller Schäden reichen - daher ist Vorsicht geboten: Sich immer den gröbsten Schäden zuerst widmen.

Eine grosse Rolle für das Rennen spielt auch die Wahl der Reifen und das Feintuning. So erhaltet ihr Informationen über die Wetterlage und den Strassenzustand. Daraufhin solltet ihr entsprechende Feineinstellungen treffen, sonst bleibt ein vorderer Platz nur ein Traum. Ich möchte an dieser Stelle einfach nur aufzählen, was für Einstellungsmöglichkeiten am Boliden bestehen: Getriebe, Aufhängung, den Reifen, dem Leistungsverhältnis zwischen Vorder- und Hinterrädern, Bremsbalance, Bremskraft und Lenkung. Es gibt also genügend Spielraum, das Optimum für jede Strecke und zu jedem Wetter herauszuholen.

Im komplett neuartigen "Arcade"-Modus gibt es ebenfalls eine Meisterschaft, ein Einzel- und Zeitrennen mit bis zu vier Spielern. Der Unterschied zur Rallye liegt im wesentlichen darin, dass die Strecken Rundkurse sind und ihr direkt gegen bis zu fünf Gegner fahren könnt. Hier gibt es dann auch schon reichlich Schubser der erfreulicherweise nicht fehlerfrei fahrenden KI. Euer Bolide zeigt sich in dem Modus gänzlich unverwüstlich und trägt keine Schäden davon, auch das Tuning entfällt gänzlich. Ebenfalls gibt es keinen Co-Piloten der euch helfen kann und statt seiner Anweisungen erklingt Techno-Musik.

Colin McRae Rally 2.0

Über 90 Strecken gilt es zu durchfahren, aber wer meint, das darunter die Qualität leiden könnte, der irrt. Jede der Strecke ist nicht nur fahrerisch, sondern auch optisch anspruchsvoll. Diese wurde gegenüber dem Vorgänger nochmals kräftig aufgebessert und übertrifft sogar "Gran Turismo 2". Es ist zu spüren, dass die Entwickler das Beste aus der PlayStation herausgekitzelt haben. Das Spiel läuft im "Rallye"-Modus ruckelfrei und fast fehlerfrei. Vereinzelt tauchen kleinere Fehler und Pop-ups auf, aber dies ist nur bei wenigen Strecken der Fall.

Jedes Land besitzt seine individuellen Texturen und Vegetation. So sind in Australien wenig Bäume auf der Strecke und der Kies mehr orange, in Finnland besteht die Landschaft mehr aus baumlosen schneebedeckten Strecken und in Grossbritanien sind es Schlamm und Regen, die verschiedene Anforderungen an den Fahrer stellen. Abwechselnd rast ihr über Feldwege, Brücken, Strassen durch Dörfer, Städte oder haaresbreit an Flüssen entlang. Dabei wirkt die Landschaft in keiner Situation pixelig.

Der Geschwindigkeit zuliebe wurde auf Animationen am Streckenrand verzichtet, wobei alles ein wenig leblos wirkt. Dafür gibt es aber viele kleine nette Gimmicks rund um den Wagen zu sehen. Neben der Verschmutzung am Wagen oder Vereisung bei Schnee seht ihr beispielsweise bei Regen eure Rücklichter einen Schein auf die Strasse werfen und ihr könnt durch die Hinterscheibe durchschauen und den Fahrer sehen, während euch bei Sonnenschein dieser Blick durch die Lichtbrechung verweigert bleibt. Bei einem Start des Rennens seht ihr Qualm aus dem Auspuff entweichen, und wenn ihr den Motor hochzieht, kommt sogar Feuer aus ihm.

Colin McRae Rally 2.0

Aus vier verschiedenen Perspektiven könnt ihr eure auswählen, wobei die Cockpit-Perspektive besonders erwähnenswert ist. Die Innenräume der verschiedenen Boliden sind bis auf das kleinste Details nachgebildet und die Sicht durch die Scheibe etwas verschwommener. Ihr seht die Hände eures Fahrers, der zur Not auch mal nur eine Hand benutzt um zu lenken, damit er die Handbremse betätigen kann.

Bei allen diesen Neuerungen und verbesserten Details ist aber eines gleich geblieben: Die leicht zugängliche und absolut perfekte Steuerung. Nur durch sie wird das Spiel interessant und motivierend. Obwohl sie sehr realistisch ausgefallen ist, dürften auch Arcade-Spieler keine grossen Probleme mit der Umstellung haben. Daher ist es auch verschmerzbar, dass der Trainingsmodus in der zweiten Auskopplung komplett gestrichen wurde.

Dennoch ist ‚'Colin McRae Rally' kein perfektes Spiel. Zu einem dürfte euch der hohe Schwierigkeitsgrad ab den ‚Fortgeschritten'-Modus einiges an Geduld abverlangen und für so manchen Haarverlust schuldig sein, zum anderen ist der Sound nicht wegweisend. Die Motorensounds passen nicht ganz, aber mir fehlte solch eine akustische Untermalung der Umgebung (Wasserplätschern, Vogelgesang etc.), in der man sich gerade befindet, wie sie bei 'Mobil 1 Rally Championship' vorhanden ist. Und einige grafische kleinen Fehlerchen auf bestimmten Strecken hätten ebenfalls nicht zu sein brauchen.

 

Fazit

von Jan Krause
'Colin McRae Rally 2.0' ist - wie erwartet - der neue Referenztitel unter den Rallyesimulationen im PlayStation-Sektor. Richtungsweisende abwechslungsreiche Grafiken, eine perfekte Steuerung und ausgeklügelte Strecken begeistern nicht nur Rallye-Fans. Codemasters neustes Werk ist einer der sogenannten 'Must-buy'-Titel für alle die Rennspiele im Allgemeinen mögen.  

Wertung

  • PSone
    95
    %

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